App vs. Papier – 3 Tage Praxistest #udwue

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Ja, ich weiß, dass die Android-App mit heißer Nadel gestrickt wurde und erst kurz vor dem Festival fertig geworden, aber trotzdem muss eine kleine Rezension der App erlaubt sein. Auch und grad weil sie ja das hehre Ziel verfolgt, irgendwann zumindest einen Teil der gedruckten Programmhefte abzulösen.

Erstmal bringt sie eigentlich alles mit, was man als Festivalbesucher so braucht:

  • Aktuelle News
  • Progamm nach Tagen und Bühnen mit direkter Weiterleitung zur Band-Beschreibung
  • Twitter-Feed
  • Fotos

Hört sich nach dem Rundumsorglos-Paket an, bei dem man das Programmheft eigentlich gleich in die Tonne hauen will, weil man es eh nicht mehr braucht…

…nach drei Tagen Live-Einsatz auf dem Festival würde ich das nicht tun. Warum?

Naja, aus meiner Sicht kann dieser erste Wurf mit „war stets bemüht“ umschrieben werden.

So habe ich mich zum Beispiel eine ganze Zeit lang gewundert warum es keine neueren News auf der News-Seite gibt, die ja die erste Seite ist, die man angezeigt bekommt nachdem die App geladen hat. Zumindest so lange, bis ich gemerkt habe, dass die News gar nicht bei jedem Start neu gezogen oder abgeglichen werden sondern manuell aktualisiert werden müssen.

Twitter-Feed und Fotos habe ich ehrlichgesagt sehr stiefmütterlich behandelt und kaum bis gar nicht angeschaut. Twitter habe ich anderswo auf dem Handy verbaut und mir dort den Hashtag #udwue in eine eigene Spalte gelegt. Die Bilder schaue ich mir dann doch lieber auf Flickr selber an und suche dort nach dem Tag udwue.

Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt in der App war dann doch das Programm und (Sorry, an dieser Stelle an die Macher. Ich weiß wie viel Nerven und Arbeit sowas kostet) das hat am meisten enttäuscht. Zum einen war es für den schnellen Blick zu langsam und wird damit schon durch das Papier ganz übel geschlagen. Ich, und sicher viele andere Nutzer auch, wollen nicht erst einen Kaffee trinken gehen (Obwohl das beim Espresso-Test schon verlockend war) sondern schnell sehen was im Moment oder gleich auf den anderen Bühnen läuft.

Das scheiterte in den meisten Fällen leider an der Ladezeit des Programms und an der Tatsache, dass beim Aufruf des Programms nicht der Menüpunkt „Jetzt“ angesprungen wurde sondern immer erstmal der Donnerstag geladen wurde. Unabhängig davon ob der nun schon vorbei war oder nicht. Wollte man dann über die praktische und schicke Zeitleiste ins „jetzt“ springen, passiert erst einmal gar nichts. Unschön… Ich stehe als User im Regen, weiß nicht was ich gedrückt habe, ob meine Eingabe überhaupt angenommen wurde oder ob sich am Ende sogar mein Smartphone verabschiedet hat. Irgendein Feedback, und sei es nur ein Ladesymbol, hätte viel panisch-hektisches eindreschen auf den Touchscreen erspart.

Wenn dann aber mal geladen, war es durchaus positiv, dass nur ein klick (oder touch) auf die Band sofort die Infos zur Band angezeigt hat. Bei den vielen kleinen Bands kann man nicht immer wissen ob das jetzt was für einen ist oder nicht. Und der Weg von der Drinnen- zur Draussenbühne war eben doch schon ein kleiner Spaziergang um „nur mal eben so“ dort vorbeizuschauen. Besonders wenn es eventuell konkurierendes Programm auf einer der anderen Bühne in zeitlicher Nähe gibt.

Was in der kürze der Zeit sicher nicht mehr machbar war, aber so ein Wunschkriterium für nächstes Jahr wäre, zumindest von meiner Seite, wäre ein Punkt „Blog“, der zum U&D-Blog führt. Dass es da einigen Unmut von Seiten der Blogger gab, dass es nun ein Tumblr-Blog geworden ist, lag sicher zum Großteil auch an der eher schwachen Android-App von Tumblr. 😉

Fazit: Dieses Jahr siegt (noch) das Programmheft und beim direkten Vor-Ort-Einsatz das postkartengroße Tagesprogramm. Vielleicht gibt es ja aber nächstes Jahr eine neue App in die ein paar der Verbesserungswünsche einfließen. Dass ihr nicht nur „von oben runter“ kommunizieren wollt habt ihr ja bewiesen.

2 Kommentare

  1. Ralf sagt:

    Ich komme mit dem Papierchen noch wunderbar zurecht. Bei Hitze kann man sich prima mit Luft zufächeln (mit variabler Fläche) und bei Regen hat man einen prima Regenschutz. 🙂

  2. hazamel sagt:

    Man müsste mal was schreiben, was man noch so alles mit dem Papier anstellen kann 😉

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