Doofe Hobbies – Heute: Fotografieren

Fotografieren ist aus vielerlei Gründen ein mehr als doofes Hobby!

Es fängt schon damit an, dass man statt einem leichten Reisegepäck irgendwie immer einen mittelschwere Tasche mit sich rumschleppt. Schon das Einschränken der großen Tasche mit drei Objektiven, einem Body und vielleicht noch einem Blitz auf eine kleine Tasche mit zwei Objektiven und dem Body fühlt sich schon an als würde man eine gehörige Portion seiner Möglichkeiten zu Hause lassen. Meistens wandert in die kleine Tasche dann das Kit-Objektiv mit 15-55mm und das Anschluss-Tele mit 55-200mm. Beides keine Blendenhelden und manchmal fehlt mir dann eben doch mein 50er mit der 1.8er Blende oder der Blitz weil’s mal wieder zu dunkel ist. Obwohl ich generell ja eher ungern mit Blitz arbeite… und deshalb eben noch ein anderer nicht sonderlich schwerer, aber eben etwas sperriger Gegenstand dazu kommt: Mein Stativ!

So gerüstet, sieht man dann aus wie ein Packesel und es wird einem auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt recht schnell warm. Dem Standard-Kameragurt habe ich schon vor einer Weile abgeschworen. Ich mag zum einen das Gebamsel vor dem Bauch nicht und zum anderen fängt es irgendwann an im Nacken zu ziehen. Besonders wenn man eben mit dem Tele durch die Lande schlappt. Deswegen ist ja auch ein anderer Kameragurt bei mir eingezogen und spätestens am Wochenende hat sich das ganze mit dem (geliehenen) 15-85mm USM, Akkupack und Blitz bezahlt gemacht. Keine Krämpfe im Nacken, dafür aber das übliche überkreuz tragen, weil ich eben doch die große Tasche dabei hatte. Man weiß ja eben nie…

Packesel eben. Und das dann, wie schon angedeutet, auch „gerne“ mal bei kaltem, nassen oder stürmischem Wetter, zu seltsamen Uhrzeiten. Bei schönem Wetter kann ja schließlich jeder…

Und wenn wir schon bei Ausrüstung sind: Es ist auch noch ein teures Hobby. Hier noch ein Objektiv und da ein Filter und einen neuen Body könnte man auch mal wieder brauchen, damit die Bilder, die man im Urlaub schießt auch supertoll werden. So wie man das von den tollen Fotografen kennt, die man eben so tagein tagaus auf diversen Fotoseiten neidisch bestaunt… Nur das mit dem Urlaub kann man sich dann manchmal sparen, weil das Geld für den Urlaub in ein teures Objektiv geflossen ist. Weil man eventuell irgendwann vielleicht mal eine besondere Anforderung haben könnte, die dieses Objektiv dann eben befriedigt. Die Pest… Ende offen! Preislich nach oben eh… Einziger Rettungsanker dabei ist, dann es ja keine Verschleißteile sind sondern Wertanlagen, die man über Jahr(zehnt)e hinweg verwendet.

Man hat sich dann also irgendwann dazu durchgerungen, sich freiwillig mit seiner sündhaft teuren, tonnenschweren und manchmal auch unhandlichen Ausrüstung ins Getümmel, einsame Gegenden oder auf die grüne Wiese zu wagen, verschießt so, im Gegensatz zur analogen Kamera, hunderte von Bildern.

Auf der einen Seite ist man beim Blick auf den Bilderzähler stolz… auf der anderen Seite möchte man sich in den Allerwertesten beißen, weil man genau weiß, was jetzt kommt:

Sortieren!

Es heißt ein paar hundert Bilder durchschauen. Unscharfes, verwackeltes und sonstige Fehlgriffe gleich zu entsorgen und dann ächtzend vor einem Haufen anderer Bilder stehen, von denen man sich bei vielen vorgestellt hat, dass das Ergebnis sicher anders aussehen soll, man sich aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sicher ist, ob man die Bilder gleich entsorgt oder ob einen noch der kreative Sinneswandel überkommt und man am Ende vielleicht nicht doch ein Meisterwerk verfrüht in die Tonne kloppt. So sammelt sich dann mit der Zeit ein Haufen Kram an, die Festplatte läuft voll und wenn man dann viel fotografieren war in letzter Zeit, dann hängt man ein bisschen mit dem veröffentlichen hinterher. So wie ich grad… Der Frühling klopft an die Tür und ich habe die Bilder vom tiefgekühlten Würzburg noch nicht mal verarbeitet.

Denn es endet ja nicht damit, dass man die Bilder „nur schnell“ online stellt. In vielen Fällen muss ja noch in mühevoller Kleinarbeit die Farbabstimmung optimiert werden, die Belichtung ein bisschen korrigiert werden oder ggf. sogar noch ein schicker Effekt drüber gelegt werden. Stunden vor dem Monitor mit Maus und Zeichentablet klopfen da schon an die Tür.

Schlimmer noch wenn man mit Menschen gearbeitet hat. Hier eine kleine Hautirritation weg, da eine Macke, Äderchen im Augen retuschieren, die eine oder andere Falte verschwinden lassen oder das eine oder andere Gramm zu viel in der Photoshop-Blitzdiät verschwinden lassen. Nur dass „Blitz“ alles heißt, außer dass es schnell geht. Zumindest wenn man das nicht ständig macht. Ein Graus!

Zusammenfassend kann man also sagen: Fotografieren auf einem gewissen Nievau, jenseits des wilden Knipsens, ist ein verdammt blödes Hobby! Zeitaufwändig, anstrengend, teuer und gelegentlich auch total frustrierend. Das Feedback was man sich erwünscht hat, kommt dann eh sehr selten zurück. Oder für Bilder die man selber so total zum kotzen fand…

Dummerweise mag ich es trotzdem und meine Fototasche steht eigentlich immer gepackt irgendwo rum. Nur für den Fall, dass es mich mal wieder überkommt und ich fluchend und schwitzend Lust auf ein paar Frusterlebnisse habe.

3 Kommentare

  1. oh, verdammt!
    hätte ich das mit dem „doof“ doch mal früher gelesen, jetzt hab ich mir gerade gestern eine neue Knipse bestellt.

    hätte ich doch nur gewusst dass das so ein doofes Hobby ist!
    *jammer*
    🙂

    1. hazamel sagt:

      Bei mir trudelt diese Woche hoffentlich auch noch was doofes ein.
      Bin gespannt wann es kommt

  2. Und mein ganzer Wohnzimmerschrank ist voller ‚doofer‘ Gegenstände! Sogar zuhause nimmt einem das Zeug ‚wertvollen‘ Stauraum weg! 😉

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