Zum Valentinstag

Heute ist also der 14. Februar. Wie man bei Wikipedia nachlesen kann, in einigen Ländern der „Tag der Liebenden„. Liebevoll auch Feiertag der Blumenhändler und Pralinenindustrie.

Und?

Naja, eigentlich nix „Und!“. Heute ist Montag. Dass dieser Tag namentlich in meinem Tischkalender betont wird, ist schon irgendwie eine Dreistigkeit an sich. Alle Welt, oder zumindest ein Großteil, scheint an oder vor diesem Tag den Kopf komplett auf Durchzug geschaltet zu haben und sehr empfänglich für jeglichen Schrott der Werbeindustrie zu sein.

Kurz zusammengefasst bekommt man folgendes eingeimpft:

Wer heute nicht besonders romantisch zu seinem Partner oder angebeteten Schwarm ist, der ist ein schlechter Mensch!

Fast schon auf einer Stufe mit Diktatoren und ähnlichen üblen Zeitgenossen.

Aber warum? Weil heute der Preis für rote Rosen mit dem Ölpreis konkuriert und man durch einen Strauß rote Rosen am 14.2. noch mehr demonstrieren kann wo der Frosch die Flocken hat, als wenn man in einem mit Swarowskisteinen-besetzten Porsche vor der Tür der Angebeteten parkt?

Oder verkenne  ich die Situation und es handelt sich hierbei um die (multi-)mediale Dampfhammervariante des überdimensionalen Post-Its auf dem steht „Heute romantisch sein!“

Vielleicht bin ich da auch einfach nicht die Zielgruppe, aber mir will es einfach nicht in den Schädel, wie man geistig derart die Hosen runterlassen kann an diesem Tag und alles andere ausblendet. Schaffen es dienjenigen die restlichen 364 bzw. 365 Tage des Jahres nicht, dem Partner angemessen zu zeigen, dass er ihnen was bedeutet? Warum versteift sich da jetzt auf einmal alles nach einer gepflegten Kommerz-Gehirnwäsche auf den 14.2.?

Ich, für meinen Teil, habe auf jeden Fall beschlossen, dass ich lieber heute ein schlechter Mensch bin und keine Blumen oder Pralinen anschleppe, sondern dafür einen Großteil der restlichen 365 Tage im Jahr dem Menschen, der mir wichtig ist zu zeigen, dass er mir eben was bedeutet. Und das ganz ohne Blumen oder Schokolade!

4 Kommentare

  1. moggadodde sagt:

    Sehr gute Einstellung! Wir Verbraucher lassen uns zwar sehr gerne verarschen, erwarten aber, dass man sich ein wenig Mühe dabei gibt. Dampfhammerrührseligkeit geht gar nicht.

    1. hazamel sagt:

      Ja, ich möchte als Verbraucher und Zielgruppe nicht jedes Jahr auf die gleiche, plumpe Art und Weise um mein Geld betrogen werden. Die sollen sich wirklich gefälligst mal mehr Mühe geben!

  2. Désirée sagt:

    Wir schenken uns auch nix zum Valentinstag, ich finds aber auch nicht schlimm wenn es jemand tut, immerhin kann sowas schon als Gedächtnisstütze dienen (und mein Mann würde so eine Stütze dringend benötigen *g* ) oder halt wie in Amerika ein gesellschaftliches Grossereignis sein.

    ABER: es ist nicht der Tag der Blumenhändler. Wir verdienen an den meisten Rosen weniger als an den übrigen Tagen, an den anderen Blumen gleichviel. Aber nie, nie mehr als sonst. Natürlich wird es Floristen geben die die gesamten Mehrkosten abwälzen, zu verdenken ist ihnen das aber auch nicht. Der Kuchen wird nicht grösser, es gibt aber inzwischen kaum einen Dienstleister der nicht auf den Zug aufgesprungen ist… (zwei Flugtickets zum Preis von Einem usw.)

  3. hazamel sagt:

    Weniger weil EK höher? Gut, dann hab ich wohl bis jetzt die falschen Läden erwischt.

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