Die Hotline-Hotline

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Irgendwie kann man diesen Eintrag sicher als Warnung verstehen. Vor was überlasse ich einfach mal jedem selber.

Für mich ist es auf jeden Fall eine Warnung davor, auf den fiesen Trick mit dem bewerten reinzufallen.

Wir haben nämlich zu Zeit Spaß. Zumindest muss man es fast schon humorvoll nehmen, sonst bekommt man wahrscheinlich Magengeschwüre und würde sich jeden Abend grün und blau ärgern.

Wir sind nämlich Kunden bei Kabel Deutschland. Jener Verein, der von Vodafone übernommen wurde und einen auf allen Kanälen mit „Highspeed-Internet“ betören will. 100, 200 Mbit… Alles kein Problem. Also „bis zu…“ ist alles kein Problem. Und „bis zu…“ kann man aktuell ziemlich weit auslegen. Wir haben hier zwar nur einen „kleine“ 32 Mbit-Leitung aber auch die wird zur Zeit nur „bis zu…“ bedient. Realistisch sind am Abend zur Zeit eher so zirka zwei. Mbit. Vielleicht auch 3 oder 5. Zweistellig ganz selten. Telefonieren ins Alpenausland ist auch nicht. Also zumindest nicht wenn man anrufen will. Da versagt dann einfach mal die Leitung.

Der 08/15-User reibt sich im ersten Moment dann die Augen und geht in sein Kundenkonto schauen. Mich hat nämlich schon ein bisschen das schlechte Gewissen geplagt, weil ich per Steam mal eben 100 GB runtergesaugt habe, damit ich TableTop in HD schauen kann. Da grinste mich dann nur ein fröhliches Banner an (und es grinst auch heute noch…)

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Dann sind die zwei bis fünf Mbit wohl gewollt. Zeit trotzdem der Hotline auf den Sack zu gehen. Anno dazumal konnte man solche Störungstickets einfach per Mail aufmachen und vielleicht hat sich jemand gemeldet. Oder man hat bei der Hotline angerufen und ein Band begrüßte einen schon mit der Ansage, dass die Kacke am dampfen ist.

Aber jetzt ist man ja hip und modern. Also geht nur noch Telefon und da wird  man dann mehr oder weniger in einen Zeittunnel geschmissen. Wenn man überhaupt als Kunde angenommen wird. Es kann auch sein dass man mit einem sinngemäßen: „Hier ist voll!“ gleich wieder zur Tür gebeten wird.

Wenn man es aber in den Zeittunnel schafft, können zwei Minuten sich schon sehr lange ziehen. Und entweder steht man am Ende wieder mit „Hier ist voll“ vor der Tür oder, so in meinem Fall, die Leitung ist tot.

Ich bin da ja Schwein und einen Vorteil muss die Kombination aus kostenfreier 24 Stunden Hotline und Frühaufsteher ja haben: Technische Hotline morgens um halb 7 zum Beispiel. Übrigens mit Wartezeit…

Freundlich war der Herr an der Hotline, wenn auch etwas unkommunikativ und mir wurde in keinster Weise geholfen. Außer dass ich jetzt die Erkenntnis hatte, dass es da sehr wohl eine Störung gab, wohl auch schon länger, und dass er mir nicht verraten wollte, wie lange der Spaß noch dauert. Kurzfassung ist, dass dieses „Problem“ (Le Internet sagt was von „Kapazitätsproblemen“ bundesweit und Ausbauproblemen mit z.B. Bodenfrost im Juni in Berlin. Insofern wäre die Anzeige doch nicht gelogen…) auch der Grund dafür ist, dass wir nicht in die Schweiz telefonieren können. Ich solle mich doch im November nochmal melden wegen einer Gutschrift wenn das Problem dann noch bestehen würde.

Ich habe jetzt zwar immer noch keine netzseitige Störung, aber für meine nicht vorhandene Störung jetzt ein Ticket.

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Ich meine, wie cool ist das denn? Ich hab was, für was, was gar nicht da ist! Das ist ja fast wie WLAN-Kabel bei eBay kaufen.

Nun lag aber November noch so zirka zwei (Wochen keine Mbit) in der Zukunft. Und ich wollte den armen Menschen nicht dafür verantwortlich machen, dass ich jetzt ein unbefriedigter Kunde bin. Meine Strafe ist dann eher dass ich mich lieber von einem anderen Konzern unbefriedigen lasse…

Wobei ich ja vermute, dass da Taktik dahintersteht. Ekel die Nervkunden raus, spare dir den Ausbau, behalte die mit der Elefantenhaut…

Aber ich schwof ab! Masterplan war gefasst, Informationen eingeholt (Ein Thema für sich…) als eine E-Mail eintrudelte. Ich habe ja die Hotline genutzt und solle bitte bewerten, wie befriedigt ich war. Ich war ehrlich (auch wenn scheinbar mal wieder jemand ohne Leseverständnis die Mails analysiert…) und gerecht, dass ich mit dem Service nicht vollkommen unzufrieden war, aber dass ich auch nicht glücklich war. Fehlende Erreichbarkeit und Informationen sind eben nicht so förderlich für das Kundenglück.

Da ich der festen Überzeugung war, dass sowas eh in Ablage P landet, habe ich mir da auch keinen Kopf gemacht. Bis mich seit gestern penetrant die Hotline versucht zu erreichen. Zu Hause, auf dem Handy… Der erste Verdacht war, dass jemand doch die Alarmwörter „Kündigung“ und „Kündigungsfrist“ gelesen hat und, so hatte ich das ja mit meinem Handyanbieter, sich jetzt an mich klettet.

Keinesfalls! Denn was ich dann auf genervten Rückruf zu hören bekam, war, dass das sozusagen die Hotline für die Hotline war, weil ich scheinbar eine magische Punktegrenze unterschritten hatte. Ich fürchte fast, dass ich automatisch auf Grund meiner Rufnummer an die Betroffenheitshotline weitergeleitet wurde. Zumindest bekam ich, nachdem ich meine Unbefriedigung nochmal erläutert habe, immer wieder mitfühlende Kommentare wie „Das kann ja gar nicht sein“, „Das gibt’s ja gar nicht…“, „Das kann ich mir nicht vorstellen…“, „Das geht ja gar nicht…“ aber immer noch keine Information wie lange ich noch auf Brieftauben-Internet sitzen werde. Immerhin will man nochmal mit der Technik reden. Und der Termin März 2015, den ich mehrfach im Netz gelesen habe und den auch ein Noch-KDG-Kunden-Kollege geäußert hat, den könne man sich auch gar nicht vorstellen.

Ich kann mir nach all dem auch nicht mehr viel vorstellen. Vor allem fällt es mir schwer, mir vorzustellen, dass ich über meine Kündigungsfrist hinaus noch Kunde bei Kabel Deutschland sein werde. Wobei die Kollegen von der Telekom wohl auch nicht immer besser zu sein scheinen.

Aber vielleicht können wir dann wieder in die Schweiz telefonieren. Und ich spare mir das Geld für den Basketball-Livestream

2 Kommentare

  1. ichhebgleichab sagt:

    Da bleib ich doch glatt bei meinem Anbieter 🙂

    1. hazamel sagt:

      Der rosa Riese?
      Mit denen hatte ich gerade zum Einstand schon komisch Erfahrungen. In meinem Mobil-Vertrag standen auf einmal meine alten Adressdaten drin (Kram wurde aber an meine aktuelle Adresse geliefert) und die Anrede in der Eingangs-Mail war „Frau…“ 😉

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