Über- und unterbelichtet


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Man nehme 70 Kilometer Autobahn.

Abgeschmeckt mit ein bisschen Nebel in weiter Ferne.

Und erhalte einen eindeutigen Eindruck davon, wer so alles geistig umnebelt an einem Samstagnachmittag auf bundesdeutschen Autobahnen unterwegs ist.

Typ 1, der Sorte “Mir scheint die Sonne aus dem A…llerwertesten”

…deswegen muss ich auch kein Licht anmachen. Es ist zwar Samstagnachmittag, geschlossene Wolkendecke und etwas neblig, aber Licht wird absolut überbewertet. Der Typus ist mein absoluter Favorit. Vor allem weil diejenigen scheinbar einen leichten Hang zu Wagenfarbe Silber oder Grau haben. Absolute Signalfarben bei diesigem Licht und Nebel.

Typ 2, der Sorte “Aber es ist doch neblig…”

…zwar mit einer Sichtweite jenseits der 500 Meter, aber ich kann da hinten Nebelschwaden sehen. Besser, ich mache mal die Nebelschlussleute an.

Beliebt vor allem bei Durchreisenden aus den Flachlandbundesländern, die auf der Durchreise das erste Mal auf den Spessart treffen. Ich konnte zwar von der Autobahn aus noch sehen, dass es keine gute Idee war, in Wertheim Village einen Stopp einzulegen, weil der Parkplatz voll war, aber es war ja neblig. So neblig, dass eben jene Flachlandtiroler zwar die Nebelschlussleuchte nutzen mussten, ist ja immerhin bezahlt, aber trotzdem noch mit geschätzten 180 über die Autobahn semmeln. Macht man ja so, bei so dichtem Nebel bei dem man die Nebelschlussleuchte einschalten muss.

Meine Alternative Theorie ist, dass derjenige selber schon so benebelt in der Birne ist, dass er eigentlich auch an einem Mittag im Hochsommer bei strahlend blauem Himmel mit Nebelschlussleute fahren müsste.

Typ 3, der Sorte “Aber ich hab doch Licht an…”

“…Tagfahrlicht halt”

Sinn des Tagfahrlichts ist es, dass einen der entgegenkommende Verkehr besser und früher wahrnehmen kann. Und, auch wenn es in letzter Zeit vermehrt schwere Unfälle mit Geisterfahrern gegeben hat, ist es doch eher die Ausnahme, dass man auf der Autobahn mit Gegenverkehr zu rechnen hat. Dazu kommt eben die entscheidenden Worte “entgegenkommender Verkehr”.

Ich weiß, niemand steigt aus und schaut sich sein Auto von hinten an, schon gar nicht, wenn es eine Signalfarbe wie Silber oder Grau hat, und stellt fest:

Na hoppala, die Rücklichter sind ja gar nicht an, auch wenn meine Tagfahrkerzenleuchten leuchten.

Kommt für alle Beteiligten überraschend, diese schreckliche neue Technik.

Am Ende der Autobahnfahrt frage ich mich also folgendes:

Ist es denn so schwer einfach das Abblendlicht anzumachen, wenn man auf die Autobahn rollt? Besonders im Herbst, bei fragwürdigen, aber keineswegs grenzwertigen Witterungsverhältnissen?

Scheinbar schon…

Aber leider gibt es im Zubehörhandel immer noch keinen Raketenwerfer als Nachrüstsatz.

Ein Kommentar

  1. [x] Dafür

    also, für den Rakentenwerfer.
    🙂

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