Spitzenreiter

Wer oder was bitteschön soll denn diese s.Oliver Baskets in der laufenden Saison ernsthaft ins Stolpern bringen auf dem angepeilten Weg zurück ins Basketball-Oberhaus?

fragt die Main-Post in ihrem Artikel zum sechsten Sieg im sechsten Spiel der s.Oliver Baskets. Und auch wenn sich das erstmal sehr eindeutig vom Autor sinngemäß mit „Nichts und niemand“ beantwortet wird, muss ich dem doch ein bisschen entgegentreten. Nicht nur weil ich als Balkonkommentator einen Ruf zu verlieren habe, wenn ich nichts auszusehen habe, sondern weil es auf meiner Balkonsicht, nicht so ist.

Die Mannschaft ist stark. Keine Frage. Und selbst mit angschlagenem, dezimiertem und nachwuchsverstärktem Kader ist es immer noch teilweise unglaublich mit anzusehen was da auf dem Parkett passiert.

Wenn die Mannschaft läuft, ist sie, Eindruck heute, wirklich von niemandem zu schlagen. Aber wenn der Autor der Main-Post so eine steile These aufstellt, dann muss ich mich doch fragen, ob er in der zweiten Hälfte wirklich in der Halle war oder schon unterwegs seinen Artikel zu schreiben.

Denn die Antwort auf die Frage, wer die Baskets schlagen kann, fällt ziemlich einfach aus: Die Baskets selber.

Was da phasenweise in Hälfte zwei passiert ist, war zum Haare raufen. Da wurde verworfen, verstopft, verlegt und der Ball verloren. Glücklicherweise das aber auch beiden Seiten, so dass Baunach aus der Schwächephase nicht wirklich Kapital schlagen konnte. Zumindest nicht mehr Kaptial schlagen als den Halbzeitrückstand von 23 Punkten auf zwischenzeitlich 12 Punkte zu reduzieren. Letztlich ist es einfach kein gutes Zeichen, wenn beide Trainer an der Seitenlinie stehen und mehr als sauer sind auf ihre Spieler.

Aus meiner Sicht hat man bisher nur gegen die BasCats aus Cuxhaven einen sicheren und souveränen Start-Ziel-Sieg hingelegt. Auch gegen Vechta hatte ich nach dem dritten Viertel noch nicht das Gefühl, dass die Mannschaft das Spiel sicher und kontrolliert nach Hause bring. Dass sie es dann doch getan hat, und das in einer sehr souveränen Form, war schön anzusehen.

Ich rede an der Stelle auch nicht von Traumbasketball von vorne bis hinten sondern „nur“ von einem Spiel, bei dem man sich nicht die Haare raufen muss weil der dritte Offensiv-Rebound immer noch nicht reingeht. Ich habe nämlich doch das dumpfe Gefühl, dass die Sache vielleicht irgendwann doch nach hinten losgeht. Am Ende dann in einem entscheidenden Spiel…

So oder so ist aber vor allem eines wichtig: Dass am Ende die richtige Mannschaft mindestens einen Punkt mehr auf der Anzeigentafel stehen hat.

Und das war ja die letzten sechs Spiele auch so.