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daytripper

Schon wieder ein Comic. Schon wieder eine Empfehlung aus Art aber Herzlich. Und es hat sich schon wieder wirklich gelohnt. Marvin hat Geschmack.

Daytripper von Fábio Moon und Gabriel Bá ist ein Sammlung von zehn Geschichten über Brás de Oliva Domingos, Autor für Nachrufe bei einer Zeitung. Jede der Episoden erzählt einen anderen Abschnitt aus seinem Leben. Und auch wenn die Personen rund um ihn immer die gleichen bleiben, der Kern der Erzählungen bleibt doch immer Brás. Und leider endet jede Geschichte auf die gleiche Weise: Mit einem Nachruf auf Brás. Mal als Kollege, mal als Kind, mal als erfolgreicher Autor. Und obwohl man nach den ersten beiden Geschichten weiß, dass einem am Ende der nächste Episode in Brás Leben wieder ein Nachruf erwartet, kann man doch wunderbar in den bunten Bildern versinken, mit denen die Varianten seines Lebens erzählt werden.

Im Grunde ist jedes Ableben Brás‘ auf seine Weise tragisch. Vielleicht weil Brás jedes Mal ein Stück seines Lebens verpasst, dass gerade Fahrt aufgenommen hat oder weil es in dem Moment passiert, in dem er sich für etwas besonders einsetzt und sein Leben zum besseren wenden will. Man könnte aus dem Buch auch zehn wunderbare Kurzfilme machen die zwischen herzerwärmend und herzzerreißend schwanken.

Daytripper ist also gleich ein doppelte Empfehlung: Zum einen optisch und zum anderen durch die Geschichten. Vor allem aber durch die Geschichten. Besonders durch die allerletzte.

Die 29 € haben sich für das Panini-Hardcover auf jeden Fall gelohnt. Ich mag es sehr und es ist kein Comic (oder Graphic-Kurzgeschichten-Sammlung, was es besser treffen würde) das man einfach so wegliest, sondern eines bei dem wahrscheinlich auch Tage danach noch was hängen bleibt. Große, große Empfehlung von mir.

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