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Fünf Comics

Der Podcast Art aber Herzlich von Flix und Marvin Clifford entwickelt sich langsam aber sicher nicht nur zu einem ziemlich kostspieligen Empfehlungs-Podcast was Kaffee und Comics angeht sondern schubst mich auch mal wieder in Richtung des virtuellen Comic-Regals.
Die beiden Künstler unterhalten sich nämlich bei einer Tasse Coffeeman Espresso über ihre fünf Lieblingscomics.
Flix punktet da bei mir allein schon, weil er Hellboy mag. Aber wer mag Hellboy eigentlich nicht…

Warum also nicht selbst fünf Mal ins (virtuelle) Comicregal greifen. Vollkommen ohne Ranking und Wertung. Einfach fünf Comics die ich mag.

Nextwave – Agents of H.A.T.E.

Nextwave spielt zwar im Marvel-Universum ist aber so vollkommen Nicht-Marvel. Brutal, überzeichnet und ganz hart an der Grenze zum Trash. Ich könnte nicht einmal mehr sagen, um was es in der Story geht. Der Klassiker eben: Geheime Superhelden- (oder besser „Superhelden“) Regierungsorganisation kämpft gegen geheime Bösewicht-Oragnisation.

Hängen geblieben ist es aber nicht deswegen, sondern weil es wegen der oben genannten Punkte so vollkommen aus dem klassischen Marvel-Universum fällt. Mehr Deadpool als Ironman oder Captain America. Geschrieben wurde die Serie von Waren Ellis, der generell auch in seinen Büchern und anderen Comics kein Kind von Traurigkeit ist.
Wer Glück hat, kann noch irgendwo ein gedrucktes Exemplar zu humanen Preisen bekommen, ansonsten gibt’s die Serie digital bei Marvel/Comixology oder im Marvel Unlimited Abo.

Moon Knight – Im reich der Toten (2014)

Mag ich Waren Ellis? Scheinbar. Denn der nächste Comic ist auch wieder von ihm. Moon Knight, der mit bürgerlichem Name Marc Spector heißt, arbeitet im Auftrag des ägyptischen Gotten Konshu. Wobei man nie so Recht weiß, ob er das wirklich tut oder ob es nur Einbildung von Spector ist. Die folgende Serie von Jeff Lemire spielt damit sehr ausgiebig, aber um die geht es hier ja nicht. Nein, wieder Ellis. Es war sozusagen eine Mini-Serie mit drei Staffeln. Alle von anderen Autoren, alle in einem anderen Stil und wieder ist mir Ellis‘ im Kopf geblieben, weil er in den kurzen Geschichten immer wieder mit den Gewohnheiten des Comiclesers bricht. Teilweise braucht es auch mal zwei oder drei Seiten um zu verstehen, was da gerade vor sich geht. Auch hier wieder so ein Comic, bei dem nicht die Story bei mir hängen geblieben ist sondern die Art und Weise, wie die Story erzählt wird.

Peanuts

Harter Schnitt, ganz andere Baustelle. Ich liebe Peanuts. Hätte ich genügend Regalmeter und Geld, ich würde mir alle 26 Bände der Carlsen Werksausgabe der Peanuts hinstellen.
Wenn ich Abends im Bett liege und vor mich hinkichere, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich Peanuts lesen. Ich mag die zeitlosen, kurzen Comicstrips aus der Zeitung voller Running Gags und Charakteren, die über all die Jahrzehnte kein bisschen gealtert sind. Snoopy trägt seine Fehde mit dem roten Baron aus, Charlie Brown versucht sich als Teamleader des wahrscheinlich erfolglosesten Baseballteams und niemand wird je so eine innige Beziehung haben wie Linus zu seiner Schmusedecke. Einfach zeitlos und über fünfzig Jahre auch genügend Stoff den man noch nachholen kann.

Lady Mechanika

Mein zweites Faible in der Comicwelt neben Waren Ellis‘: Steampunk.
Lady Mechanika von Joe Benitez ist da nur die Speerspitze im Comicregal neben anderen. Die Protagonistin weiß weder wer sie ist noch wo sie herkommt. Und warum hat sich mechanische Arme? Beste Voraussetzungen sich actionreich durch die Geschichte zu kämpfen und zwischen all den düstern Passagen Humor aufblitzen zu lassen. Grafisch großartig umgesetzt und eine sehr fesselnde Comicserie. Ich gebe zu, dass ich ein paar Bände im Rückstand bin, weil es noch so viel anderes tolles zu entdecken gab, aber es steht ganz oben auf meiner Liste. Bevor im September der siebte Band erscheint, muss ich dringend aufgeholt haben.

Game Over und Kid Paddle

Es tut mir leid. Ja, ich mag den platten Humor von Kid Paddle und Game Over.
Kid Paddle ist sozusagen die Rahmenhandlung von Game Over und handelt von zwei videospielsüchtigen Kids, die den Vater von Kid regelmäßig in den Wahnsinn treiben.
Game Over würde man dann sozusagen als Spin Off bezeichnen. Die Abenteuer eines namenlosen Videospielehelds, der versucht eine Prinzessin zu retten. Versucht. Denn in bisher drei Bänden ist es ihm aus den unterschiedlichsten Gründen einfach nicht gelungen. Jeder der Videospiele spielt oder Pen&Paper-Rollenspiele wird sich sofort heimisch fühlen. Und vor allem mit einer Mischung aus Unbehagen und Schmunzeln an sein größten und epischten Fehlleistungen erinnert fühlen. Hätten wir ein Bücherregal im Klo, ich würde es da hinstellen. Ich kenne Klos, da stehen ganze Hägar-Sammlungen und das ist ähnlich fatal…

Der Rest

Die Liste ließe sich wahrscheinlich von rechts oben nach links unten im Bücherregal fortsetzen mit Büchern, die es ganz knapp nicht geschafft haben, es aber verdient hätten. Hellboy erhält hiermit auf jeden Fall seine Ehrenerwähnung. Hellboy ist aber schon sehr schwere Kost, gerade mit den späteren Bänden. Da muss man schon viel außenrum wissen und die Themen sind auch nicht immer die leichtesten. Und natürlich Klassiker wie Watchmen und From Hell. Aber auch damit kann man Menschen physisch wie psychisch mit verletzen. Lucky Luke und Tim und Struppi sind auch ganz weit oben. Man merkt, die Liste könnte ich noch eine Weile weiter so fortsetzen… Tue ich aber hier nicht. Vielleicht ein andermal. Aber vielleicht war der eine oder andere Tipp doch dabei.

Ich will ja nicht der einzige sein, der Geld für Comics und Kaffee ausgibt, weil irgendwo im Internet jemand gesagt hat, dass das total super ist…

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