„Mein Montag mit den Baskets“

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oder: Dreimal knapp vorbei ist auch daneben

Es hatte gestern schon etwas von einer Slapsticknummer, was ich mit dem heimischen Korbballverein erlebt habe.

Klar war, dass Priorität Nummer 1 das Karten sichern für das heutige Spiel hatte.

Ich habe also ab zehn vor zehn wie ein zwangsgestörter immer wieder auf die F5-Taste meines Keyboards gehämmert um ja nicht den Moment zu verpassen, wenn das Spiel freigeschaltet wird. Erfahrungsgemäß kommen die Karten auch gerne mal ein paar Minuten früher. Gestern nicht. Es wurde 10… Es wurde nach 10… Es wurde mit vier nach zehn schon so sehr nach zehn, dass ich schon die Vermutung hatte, dass die Karten so schnell weg waren, dass ich sie gar nicht gesehen hatte.

Just in dem Moment als ich dann parallel auf Twitter die ersten Worte der Frage getippt hatte, wo die Karten bleiben, erschienen sie und bei mir setzte hektische Betriebsamkeit ein, die eher einem wüsten stolpern durch die, für solche Szenarien echt nicht geschaffene, Oberfläche des Eventim-Shops glich als einem koordinierten Ticketkauf. Ich hätte alles genommen. Aber immer dann wenn ich dachte ich hätte was, sah ich wieder ein Reservierungskreuz aufleuchten und das System streckte mir die Zunge raus. Nix war es also mit dem Ticketkauf und ich kam mir ein bisschen vor als wäre ich von einer Horde shoppingwilliger Hausfrauen am ersten Tag des Sommerschlussverkaufs überrannt worden.

Nun gut, die Depression hielt sich in Grenzen. Dann eben doch wieder der Live-Ticker. Oder die Radio-Übertragung. Nicht so dolle, aber okay… Ich hätte mich doch um die paar Euro für eine Dauerkarte am Anfang der Saison bemühen sollen. Das hätte sich wirklich gelohnt.

Der Silberstreif am Horizont kam aber nur wenige Minuten später: Sport1 hat sich entschieden das Spiel zu übertragen. Im Internet und auf dem Pay-TV-Kanal Sport1+! Oh Jubel, oh Freude… Letzteren darf ich mein Eigen nennen und dann gibt es statt rot-weißer-Turnhölle eben VIP-Platz auf dem roten Sofa direkt in meiner Wohnzimmer-Arena. Kein Anstehen für Getränke, Verpflegung und Klo, kein Hörsturz und auch keine schmerzenden Hände. Wobei letztere sehr gut zu den schmerzenden Armen vom Umzug am Wochenende gepasst hätten.

So gesehen war das Ding schon eingetütet, bis dann die Meldung über den Ticker sickerte, dass man sich geirrt hatte. Kein Pay-TV, nur Internet. Mit einem leisen ‚Plopp‘ hatte sich Sofa und Fernseher gerade in einen Schreibtischstuhl und PC-Monitor verwandelt.

Nun gut, der Tag muss noch irgendwie zu retten sein. Und sei es nur durch ein Play-Off-Shirt der Baskets. Wenigstens das muss ja irgendwie klappen. Zum einen weiß man nicht, wann sowas wieder passiert und zum anderen möchte ich mich nächste Woche in Berlin schon gerne als Fan der „Metzger vom Main“ outen. Und sei es nur um die Kollegen aus Berlin auf der Tagung ein bisschen zu ärgern.

Also nach der Arbeit siegessicher das erste Mal den baller’s Planet betreten und ernüchtert festgestellt, dass ich weder ein Nachthemd noch ein Zirkuszelt mit „We give you hell“ brauche. Dankenswerterweise aber vom freundlichen Herrn eine Visitenkarte erhalten mit dem Hinweis, ich möge doch mittags nochmal anrufen. Vielleicht würde ja morgen noch Nachschub kommen.

Tja, da stand ich dann also. Meine sensationelle Quote des Tages was Basketball angeht war 0/3.

Ich hoffe doch sehr, dass die Quote heute besser wird. Also nicht meine, sondern die des Teams, dass sich dann hoffentlich über den Einzug ins Halbfinale freuen darf!

#Update

Tja, Sitzplatz war dann wohl nix… In der Nachspielzeit ist aus dem Sitz ein Stehplatz geworden, für Klo und Verpflegung muss ich wahrscheinlich anstehen. So viel dazu… Aber dafür ist es ein Stehplatz in der Halle! Mittendrin statt nur dabei!