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Bundeswehr goes Army

Irgendwie merkt man angesichts eines solchen Berichts, dass die Bundeswehr doch einer Behörde, Ministerium oder Amt unterstellt ist. Und dass man vom „großen Bruder“ jenseits des großen Teichs, was Rekrutierungsstrategien angeht, doch wieder was gelernt hat.

Gelernt hat man allerdings nicht aus den letzten PR-Desastern rund um Waffenspiele und ungeklärte Tode im fernen Afghanistan.

Nein, die neue Rekrutierungsstrategie setzt genau da an. Wahrscheinlich hat man das schon von langer Hand geplant und es wäre jetzt ein bisschen doof das alles wegen ein paar Idioten wieder über den Haufen zu werfen.

Neuer Masterplan, nachdem ja die vierteljährliche Rekrutenlieferung frei Haus aus bleibt, zur Gewinnung von Nachwuchskräften für die Mannschaftsdienstgrade ist es, sich, wie die Army und die Marines zu ihren besten Zeiten, auf unterdurchschnittlich bis ungebildete Mitbürger und in Deutschland lebende Ausländer zu stürzen.

Irgendwie drängen sich da bei mir zwei Dinge direkt auf:

Zum einen ob es wirklich so eine gute Idee ist, ausgerechnet, und dann auch noch gezielt, denjenigen eine Waffe in die Hand zu drücken, die es bisher schon nicht auf die Reihe bekommen haben eins und eins zusammenzuzählen. Sicherlich erleichtert es der Führungsebene das Arbeiten etwas, denn wer so schon nicht helle in der Birne ist, der fragt auch nicht nach. Man muss es vielleicht ein bis zehn Mal wiederholen was man will, aber dann klappt das schon. Zumindest bis zum nächsten Tag.

Zum anderen: Wo ist bitte der Unterschied zu heute bzw. vor ein paar Jahren? Selbst da war es meiner Kompanie schon zu wertvoll jemand mit Abitur nach der Grundausbildung zu den Staubfressern zu schicken. Nur ein konsequentes „Nein, ich kenne mich nicht mit Computern aus“ hat mich damals vor dem versauern in irgendeiner Schreibstube gerettet.

Was dann aber um mich rumlief, hatte zum Teil schon das Prädikat „Zu dumm zum…“ (Naja, ihr wisst schon…) verdient. Jeder dressierte Schimpanse hätte wahrscheinlich mehr hinbekommen. Bitte bis in die Unteroffiziersdienstgrade keine komplexen Aufgabenstellungen, die möglicherweise noch selbstständiges denken erfordern. Natrülich gibt es auch da Ausnahmen, aber bei einem Teil war das wirklich so. Wäre man böse, würde man es als „Kanonenfutter“ bezeichnen.

Und was den Ausländeranteil angeht kann ich auch nur einen Vorgesetzten von damals beim Appell zitieren:

Ab wann haben wir eigentlich den Verteidigungsfall?

Gemeint war damit der hohe Anteil von Russland-Deutschen, deren verbale Kommunikationsfähigkeit sich auf dem Niveau des „Deutsch für Anfänger“-Kurses bewegte.

Wahrscheinlich wird sich also doch gar nicht so viel ändern. Nur statt hin und wieder doch einen Glückstreffer aus den Wehrpflichtigen zu ziehen ergibt die Bundeswehr sich nun wohl ihrem Schicksal und baut jetzt offiziell eine Armee aus perspektivlosen Ausländern und perspektivlosen jungen Erwachsenen auf. Letztere stammen wahrscheinlich, wie schon vor Jahren, dann aus dem Osten der Republik.

Vielleicht ist die Idee, gerade denen dann eine Waffe in die Hand zu drücken und ins Ausland zu schicken doch nicht so doof. Man nennt es dann eben Evolution 2.0…

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2 Kommentare

  1. Madse 15. Februar 2011

    Und genau die Bevölkerungsschichten (so sie denn statistisch überhaupt zu uns zählen – Stichwort Ausländer) sollen in fremden Landen die Grundwerte unseres Staates repräsentieren und verbreiten. Da wird mir mit Hinblick auf meine mögliche Laufbahn echt nur noch schlecht.

  2. hazamel 17. Februar 2011 — Autor der Seiten

    Ja, irgendwie schon erschreckend. Wie erwähnt war das ja vor Jahren schon nicht anders, aber dass man das jetzt so offen zugibt ist schon ein Armutszeugnis und spielt genau denen in die Hände, die vor der Abschaffung der Wehrpflicht gewarnt haben und orakelt haben, dass dann nur noch hirnlose dort unterwegs sein werden.

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