Die Rückkehr des Fehdehandschuhs

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Es gibt videospielerische Meilensteine, die sich über Jahrzehnte hinweg einfach einbrennen.

Gauntlet ist bei mir so einer. Wann ich das erste Mal damit in Berührung kam, weiß ich gar nicht mehr, aber es muss wohl Ende der 80er oder Anfang der 90er auf dem Amiga von jemand anderem gewesen sein. Und im Grunde habe ich mir in den letzten zwanzig Jahren sehr oft gedacht

Mensch, schade dass es das nicht auch in einer renovierten Form gibt.

Was hinter Gauntlet steht ist eigentlich schnell erklärt: Man wagt sich als Spieler wahlweise alleine oder mit Freunden in einen Dungeon und mäht alles nieder was nicht bei drei zur Tür raus ist und ernährt sich von Brathähnchen.

Im Gegensatz zum viel später erschienenen Diablo gibt’s aber außer Gold und Schlüsseln nichts zu looten und gelevelt wird im Grunde auch nicht. Es ist ein pures Hack’n’Slay (vielleicht sogar DAS Hack’n’Slay) auf Basis von Dungeons & Dragons.

Die 2014er Version macht da keinen Unterschied. Denn endlich ist mal jemand auf die Idee gekommen, dass das damals doch echt Laune gemacht hat und vielleicht auch heute noch Laune machen würde, wenn man im Grunde nicht mehr als zwei Buttons und einen Stick braucht um Spaß zu haben.

Denn ganz nüchtern betrachtet ist Gauntlet immer noch total stupide. Rein in den Dungeon und möglichst viel Schaden machen. Im Grunde bestand meine Taktik mit dem Elf aus nichts anderem, als ständig im Kreis zu rennen, mit dem Bogen hinter mich zu feuern und alle paar Sekunden eine Bombe fallen zu lassen.

Und ja, damit kann man das ganze Spiel bestreiten. Zumindest wenn man den Elf spielt. Der klassische Krieger kommt natürlich mit weglaufen nicht sehr weit. Also weit schon, aber das Problem der immer weiter spawnenden Gegner löst sich damit nicht, weshalb ich relativ schnell wieder zum Elf gewechselt habe. Walküre und Zauberer habe ich bis jetzt ganz außen vor gelassen. Die Erste, weil sie mir relativ ähnlich zum Krieger vorkam und als Zauberer nicht, weil man die Zauber durch muntere Kombinationen von zwei Buttons vom Stapel lassen muss, was an Komplexität schon wieder mehr ist als ich bei diesem Spiel vertrage.

Ist das Spiel deswegen langweilig? Nein, auf keinen Fall. Es macht immer noch so viel Laune wie vor zwanzig Jahren und es hat immer noch diesen extremen Suchtfaktor sich „mal schnell“ von Dungeon zu Dungeon zu hangeln. Und kaum versieht man sich, sind auch schon zwei Stunden um. Neu, zumindest kann ich mich nicht dran erinnern, ist aber, dass man doch mit der Zeit besser wird. Nach einer bestimmten Anzahl von getöteten Monstern erfahre ich ein kleine Upgrade in Form von mehr Schaden, kürzerer Cooldownzeit usw. Nichts wirklich gravierendes. Auch die „besseren“ Ausrüstungsgegenstände scheinen, außer optisch, keinen Einfluss auf die Werte zu haben. Ich trage dann halt eine Gesichtsmaske statt der Kapuze.

Bleibt die Nummer mit dem Mehrspieler, und damit auch der einzige Punkt, den ich nicht so ganz verstehe. Aktuell ist das Spiel nur auf dem PC zu haben. Will ich mit mehreren Leuten spielen, habe ich zwei (-einhalb)  Möglichkeiten:

  • Kuscheliges Multigamepadding vor dem heimischen Rechner
  • Weniger Kuscheliges Multigamepadding auf dem Sofa über Steam In-Home-Streaming
  • Unkuscheliges Multiplayerspiel über’s Netz

Für eine der heimischen Konsolen scheint es (vorerst) nicht zu erscheinen. Schade, meiner Meinung nach, wenn man eh schon den Xbox-Controller als Referenzeingabegerät in den Optionen vorschlägt.

Aber all das hindert mich nicht daran, doch noch mehr Stunden in dieses Spiel zu versenken.

5 Kommentare

  1. Ein entsprechend langes HDMI Kabel könnte auch eine Option darstellen. Ich spiele alle PC-Spiele die einen Controller unterstützen nur noch so vom Sofa aus. Ist wesentlich bequemer und der Bildschirm ist auch größer. 😀

    Man braucht dafür aber mindestend einen kabellosen Controller. Besser zwei oder mehr, damit es kuschelig werden kann. 😉

    Der XBox Controller ist übrigens das Referenzpad auf dem PC. Viele Spiele unterstützen garkeinen anderen. Warum auch immer. -_-

    1. hazamel sagt:

      Irgendwie widerstrebt es mir, 20 Meter Ethernet hin und 20 Meter HDMI quer durch die Wohnung zurück zu verlegen 😉

      Ich hab ja auch einen kablegebundenen Controller am Rechner hängen, die anderen vier liegen halt schnurlos an der XBox. Als das damals zur Debatte stand, war der Wireless-Adapter noch unverschämt teuer für „eigentlich isses nur Bluetooth“ 😉

  2. Dann stell den Rechner für Gaming Seasion neben den Fernseher!

    Immer diese unflexiblen ITler ^^ 😉

    1. hazamel sagt:

      Lass mich kurz überlegen… Nein 😉

      1. Dacht ich mir! 😀

Kommentare sind geschlossen.