Auf die Lauscher

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Ich gebe zu, ich bin bei dem Thema ein ziemlicher Spätzünder. Ich habe nie das innere Bedürfnis gehabt anderen Menschen stundenlang beim reden zuzuhören. Und jetzt habe ich doch ein paar abonniert: Podcasts!

Im Moment schwirren davon eine Handvoll auf meinem iPod rum und werden, mit Ausnahmen, dann gehört wenn Zeit dafür ist.

Zunächst wäre da mal das Tagebuch des täglichen Wahnsinns von Claus von Wagner auf Bayern 3. Auf der Strecke zwischen Arbeit und zu Hause bekomme ich das eher selten mit, aber gelegentlich gönne ich mir diese ein, zwei, vielen Prisen Humor. Zum Beispiel auf dem Weg zum Einkaufen…

Nerdiger wird es dann schon beim GameOne Plauschangriff. Eigentlich immer ganz lustig, wie die Sendung selber halt auch. Was hier (ab)schreckt, ist die schiere Länge. 90 bis epische 180 Minuten einen Podcast hören? Eher nicht… Eher so der Kandidat für eine sehr lange Zugfahrt oder schlaflose Nächte. Lustig ist es trotzdem der wechselnden Besetzung zuzuhören. Aber eben nur wenn man viel Zeit hat…

Noch eine Spur nerdiger wird es dann bei den Spieleveteranen. Jörg, Heinrich, Anatol und Boris reden über das aktuelles und historisches aus der Videospielewelt.

Idee hui, Durchführung eher so naja. Was mir bei den vieren immer nicht so gefällt, oder bei GameOne und auch bei Stay Forever besser gefällt, ist die verkopfte Herangehensweise. Statt cool und nerdig zu sein kommt es mir oft vor als lausche ich dem literarischen Quartett, dass sich in seinem Glanz der vergangene Tage sonnt. Ich fühle mich nicht auf Augenhöhe begegnet sondern auf eine seltsam unpersönliche Art über meinen Kopf hinweg besprochen. Hier wird nicht so sehr geredet und diskutiert, viel mehr wird auf einem eher abstrakten Niveau philosophiert. Ein Glück, dass als Beschreibungstext auch gleich die Themen mit Laufzeit angegeben sind. Mein Freund, die Skip-Funktion durch vorspulen…

Was sicher nur am Rande erwähnenswert ist, da ja eigentlich innere (inhaltliche) Werte zählen, ist die Qualität. Sicherlich ist es nicht immer einfach einen Podcast mit räumlich getrennten Mitgliedern aufzunehmen (Skype?) aber hier hatte ich, gerade bei #34, das Gefühl, dass es auf einem eher amateurhaften Niveau ist. Teilweise war ich mir nicht sicher ob jetzt noch was kommt (das schon, dank Anzeige der Restlaufzeit) oder die Verbindung abgerissen war, weil einfach schweigen war. Ich kenn mich da ja nicht so aus, aber andere machen das ja auch so und da kommt es auf jeden Fall flüssiger rüber.

Gleiche Generation, ähnlicher Ansatz, aber ein viel jüngerer Podcast ist Stay Forever von Christian Schmidt und Gunnar Lott.

Die Selbstbeschreibung „Ein Podcast über alte Spiele von zwei alten Männern“ trifft es schon sehr gut. Neue Spiele wird man nur als Referenz zu Ohr geführt bekommen. Der Focus liegt hier ganz klar auf 10-20 Jahre alten Spielen. Spiele, die ich also aus Kindertagen kenne (auch wenn ich sie teilweise nicht kennen dürfte wenn es nach dem Gesetzgeber ginge…).

Die beiden nehmen sich aber, und das ist der angenehme Unterschied, nicht ganz so ernst und geraten, wenn dann auf eine sehr nerdige Art und Weise ins philosophieren.  Und, mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Spaß an der Sache. Die beiden nehmen sich selber, zum Glück, scheinbar nicht so furchtbar wichtig, sondern wollen nur ihre Erfahrungen mit dem Rest der Welt teilen. Gefällt mir sehr gut!

Und weil’s dahemm immer noch am schönsten ist, noch die zwei von der Würzmischung. Ein Podcast über Backen, Kochen und Fertigsuppen….

Nein, natürlich nicht. Der Podcast von Ralf und Alex, in dem sie in unregelmäßigen Abständen lokale Bekannt- und Berühmtheiten vor ihr Mikrofon locken und ein kleines Pläuschchen halten. Nicht nur trocken einen Fragenkatalog runterrattern sondern ein interessantes Gespräch das auch gerne mal die Spur der Ernsthaftigkeit verlässt. Wirklich schade, dass sich Herr Barwasser bis jetzt nicht dazu hat weichklopfen lassen, auch mal vorbeizukommen, wo hier doch die fränkische Sprache und Kultur gepflegt wird. Vielleicht kommt das ja noch… Bei der Backmischung 2012 vielleicht. Dann live im ZDF 😉

Ich weiß, die Auswahl meiner Podcasts ist nicht grad berauschend viel und sonderlich innovativ ist das Thema auch nicht. Aber vielleicht war für den einen oder anderen doch noch ein Anreiz dabei, mal reinzuhören.

2 Kommentare

  1. Nils sagt:

    Jetzt kann ich mal aus meinem reichen Podcast-Wochenpensum erzählen:

    Definitiv zu empfehlen ist der „PC-Games Podcast“. Gute Audioqualität, schließlich hocken sie da in einer Tonkabine, Know-how ist auch vorhanden, und egal wer gerade dabei sitzt, jeder ist nicht ganz richtig in der Birne. Äußerst amüsant!

    „Wir schweifen ab“ dreht sich rein um Indie Spiele. Dabei ist der Name natürlich Programm, die beiden Jungs kommen vom Hölzchen auf’s Stöckchen. Ist noch ein recht junger Podcast, habe erst zwei Folgen gehört, ich fand es etwas problematisch über Spiele, die ganz neue Wege gehen nur etwas zu hören. Bin halt mehr so der optische Mensch 😉

    Nicht zu vergessen, aber auch nicht zu empfehlen ist der „Zockersalat“. Sehr interessantes Konzept, ein Tester, ein Spieleprogrammierer, ein Spieler und ein Moderator sprechen verschiedene Themen durch. Leider technisch unter aller Sau, dazu ein Humor, der meist unter aller Kanone ist. Manchmal höre ich trotzdem gere rein, vor allem um den Entwickler zu hören, aber wirklich weiterempfehlen kann ich es nicht.

    Am Schluss noch ein Must-Listen für Dich: „Couchpotatoes“! Zwei „erwachsene“ Männer halten Männergespräche über Technik, Musik, Film, Fernsehen und Männergossip. Hat kaum etwas mit Spielen zu tun und manchmal wird der Technikteil etwas Apple-lastig, aber trotzdem sehr hörenswert. Folgen kommen sehr unregelmäßig, sind auch selten läünger als 45 Minuten.

    Die üblichen Verdächtigen wiue Manuspielt oder das Undso-versum (Bits und so, Games und so, etc.) habe ich ehrlich gesagt selbst noch nicht gehört.

    1. hazamel sagt:

      PC Games muss ich unbedingt noch ausprobieren. Die Männerrunde hört sich auf jeden Fall interessant an

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