Willkommen in Night(mare) City

Man hat sich den Start von Cyberpunk 2077 bei CD Project Red sicher anders vorgestellt. Zwar hat man alle Rekorde gebrochen, was die Verkaufszahlen angeht, musste sich aber zeitgleich ganz tief verbeugen und um entschuldigen. Zu sehr hat man den Start technisch auf auf diversen Plattformen einfach in den Sand gesetzt. Ich bin zumindest froh, dass ich auf dem PC spiele und nicht auf der Konsole.

Da habe ich mittlerweile 18 Stunden runtergerissen und bin wohl noch weit entfernt davon irgendwo in den Kern der Geschichte vorzustoßen. Und auch ich bin von technischen Späßen nicht verschont geblieben. Gerade im Prolog bin ich bei Dialogen und Cutscenes immer mal wieder unfreundlich auf den Desktop zurückgeschickt worden. Kein klassischer Crash, wie ich ihn von meiner Grafikkarte und dem tollen AMD Treiber kenne, sondern einfach nur zurück zu Desktop.

Night City also. Irgendwas zwischen Shadowrun und Blade Runner. In vielen Fällen mehr letzteres als ersteres, allein schon deshalb weil die Fantasy-Elemente fehlen. Gerade nachts in Downtown weiß das Spiel echt zu beeindrucken. Kein Wunder, dass man gleich einen umfangreichen Foto-Modus mitgeliefert bekommt. Anders als bei anderen Spielen rendert der auch nicht sehr viel nach sondern das Spiel sieht auch im Spiel schon sehr sehr gut aus.

Nacht in Night City

Es lohnt sich also nicht nur spielerisch auch mal eine länger Fahrt in Kauf zu nehmen, sondern auch optisch. Gut, das Navi ist etwas gewöhnungsbedürftig und die Hinweise zum Abbiegen sieht man er erst sehr spät, aber man bekommt so ziemlich schnell neue Schnellreisepunkte und optionale Missionen angeboten.

Letztere sind nämlich das, was dann den eigentlichen umfangreichen Content ausmachen: Das entdecken von Sidequests. Diese reichen vom schon vielfach zitierten Einsammeln von Taxis (Und ja, es ist so lustig wie jeder sagt…) bis zum „Aushelfen“ bei der Polizei. Für alles gibt es Erfahrungspunkte und mehr oder weniger viele Eddies, die man dann wieder in neue Ausrüstung stecken kann. Wobei ich bisher kein Geld für Waffen oder Kleidung ausgegeben habe, sondern mit dem gut klargekommen bin, was die Gegner haben fallen lassen.

Man sollte übrigens, was die Optik angeht, seine Ansprüche ganz ganz stark nach unten schrauben.

Fragwürdiges Muster aber voller Schutz

In Cyberpunk geht es nicht nach Optik oder Logik sondern nach Stats. Warum Shorts mehr Panzerung haben als Lederhosen wissen wahrscheinlich nur die Entwickler, aber zum Zeitpunkt des Fotos war das die beste Ausrüstung, die ich hatte: Ein orangener Helm, eine rote Kabukimaske, ein armloses Shirt, ein fragwürdig gemusterter Mantel, Shorts und hohe Stiefel.

Bug- und Glitchhölle

Spätestens hier begibt man sich aber in die Untiefen der Bug- und Glitchhölle, die so scheinbar beim Pressetest noch nicht da war. Zumindest bei der Gamestar ist man ja zurückgerudert und hat den Platin-Award nach dem Release wieder einkassiert.

Da wäre zum Beispiel des Einsammeln von Items von Gegner. Liegt der Gegner auf der Waffe, kommt man nicht an die Waffe. Liegt auf dem Gegner noch ein Mülltonne, kommt man nicht an den Gegner und somit auch nicht an die Waffe. An einer Stelle hatte sich der Gegner in der Treppe verfangen, was es einfach machte, ihn zu erlegen, dann aber leider unmöglich, die für die Quest erforderlichen Informationen einzusammeln. Also von vorne…

Auch schön war die Quest, in der ich jemanden mit dem Auto evakuieren sollte. Leider blieb derjenige einfach neben dem Auto stehen und wollte nicht einsteigen und so starben er und ich im Kugelhagel der Gegner. Im Nachhinein war es sogar positiv, da ich gelesen habe, dass diese Quest wohl so verbuggt ist, dass einem der NPC dann immer weiter folgt. Auch quer durch die Stadt, nach einer Schnellreise. Man gewinnt sozusagen ein Haustier.

Falschparker werden von Konzernen gnadenlos unterdrückt

Auch die Polizei ist teilweise kein Freund und Helfer. Sie freuen sich, dass man ihnen hilft gegen eine Gang zu kämpfen. Sind die erledigt, wird man aber sofort selber Zielscheibe, weil man ja mit einer Waffe in der Hand dasteht. Die Gesetzeshüter poppen wohl auch einfach so im Nirvana oder auf Hochhausdächern auf, sobald man etwas ungesetzliches tut.

Hier liegt also noch ein bisschen Arbeit vor den Entwicklern.

Meine Abstürze haben sich scheinbar auch reduziert, nachdem ich die Frameraten-Begrenzung rausgenommen habe. Mag Zufall sein, aber immerhin lief es dann stabiler.

Stealth? Ballern? Hacken?

Grundsätzlich bietet das Spiel drei Arten an, sich durchzuwurschteln: Leise, laut oder mit Hilfe von Computern. Also so halb-laut.

Leise und halblaut funktionieren bei mir irgendwie so gar nicht. Ich kann mir vorstellen, dass man sich mit viel Mühe einen Gegner nach dem anderen vorknöpfen kann und leise entsorgen kann, aber dank der Glitches klappt das aktuell eher so halbgut. Meine Richtung ist im Moment eine Mischung aus Verwirrung durch Hacken stiften und alles über den Haufen schießen. Klappt aktuell ganz gut. Wobei meine Tendenz mehr und mehr zum hacken geht. Prügeln kann ich übrigens gar nicht.

Und was ist mit Keanu?

Ja, der spielt auch mit… Ich verrate aber nicht wie und wo und was. Aber Johnny Silverhand ist auf jeden Fall nicht nur ein Drink im Spiel.

Mit Johnny im Diner

Alles in allem ist Cyberpunk ein Monster von einem Rollenspiel. Ich traue mich aktuell nicht an die Hauptquest ran, weil ich das Gefühl habe, dass ich noch nicht stark genug dafür bin. Gleichzeitig gehen die ersten Sidequests aber von mittlerem auf einfachen Schwiergkeitsgrad runter. Ich scheine also doch Fortschritte zu machen. Ich bin gespannt ob ich das Spiel am Ende wirklich durchspiele (mein Problem mit Open-World spielen) und wenn ja, wie viele Stunden dann auf dem Tacho stehen. Achja… und was das mit Herrn Silverhand wird…

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