Wenn der Name Programm ist – Bockmist von Hugh Laurie

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Wer den Name Hugh Laurie hört, dem fällt auf Anhieb wahrscheinlich eines ein: Dr. House, der zynische aber fähige Doktor aus der gleichnamigen Serie.

Eben jener Hugh Laurie schauspielert nicht nur, sondern hat sich auch als Schriftsteller versucht und 1999 das Buch „Der Waffenhändler“ veröffentlicht. Das Buch floppte.

Sprung ins Jahr 2008: Hugh Laurie hat sich einen Name als eben jener Dr. House gemacht, was die Leute im Heyne-Verlag sehr freut, denn jetzt können sie das Buch nochmal auflegen: Anderer Name, anderes Cover (was das Cover mit dem Inhalt zu tun hat, erschließt sich mir allerdings nicht) und schon ist Bockmist geboren und wird ein Bestseller.

Warum verstehe ich nach dem lesen des Buches allerdings nicht so ganz.

Thomas Lang ist der Protagonist dieses Buches, den wir auf den ersten Seiten gleich in einer für ihn scheinbar nicht ungewohnten Situation kennenlernen: Er ist in der Zwickmühle!

Thomas Lang ist nämlich ein Tausendsassa… Keinen festen Job sondern schleppt sich von Job zu Job, die nicht immer so ganz als legal zu bezeichnen sind. Und eben diese Zwickmühle bringt ihn in einen neuen Job, der nicht so ganz astrein zu sein scheint. Zumindest findet sich Thomas Lang recht schnell in einem Spiel zwischen Waffenhändlern, britischem Geheimdienst, CIA und terroristischen Waffenbrüdern. Zu keiner Zeit weiß man so genau wer hier die Guten sind und wer eigentlich die Bösen sind.

All das hört sich nach einem tollen Stoff an, wie man ihn zu einer Spionage-Persiflage wie dem alten Casion Royale verbacken könnte. Diese Chance verpasst Hugh Laurie. Die Story dümpelt so vor sich hin und vor lauter unterschiedlichen Charakteren, die er im Laufe der Geschichte einführt verliert man schnell den Überblick und darunter leidet die ganze Geschichte. Der rote Faden, den man sich als Leser wünschen würde, ist doch sehr dünn und reicht irgendwie nicht aus um einen durchgehenden Spannungsbogen aufzubauen. Würde man das Buch verfilmen und danach wegschmeißen, würde sicher ein amüsanter Film dabei rauskommen, der von seiner lustigen Hauptfigur Thomas Lang, seiner losen Zuge und der Situationskomik leben könnte. Als Buch aber versagt dieses Konzept auf der ganzen Linie. Langs machohafte Sprüche gehen einem früher oder später einfach nur auf die Nerven und sorgen nur noch mehr dafür, dass sich die ganze Geschichte zieht wie ein Kaugummi.

Dabei ist das Buch nicht nur langweilig. Nein, es schafft es trotzdem immer wieder kleine Spannungsbögen aufzubauen und Schwung in die Geschichte zu bringen, der aber meist abrupt wieder ausgebremst wird und somit mehr als 20 Seiten am Stück zu lesen zur Qual wird.

Für mich ist das Fazit des Buches als doch recht eindeutig und steht schon auf dem Buchumschlag:

Bockmist!

mit einer von fünf Unterhosen!

Facts:

Hugh Laurie – Bockmist

Heyne 2008
ISBN 978-3-543-43324-3
447 Seiten
8,95 €

Ein Kommentar

  1. Jule sagt:

    DAS kommt eben dabei raus, wenn ansonsten fähige Leute aus Mangel an Beschäftigung oder einer einzigen vagen Idee zum Zweitjob übergehen; aber das ist in dem Genre und anderen Bereichen ja normal geworden.
    Mittlerweile will C&A ja auch Versicherungen verkaufen…

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