The Drifter

The Drifter

The Drifter ist ein 2D-Point-and-Click-Adventure in Pixel-Look. Man spielt Mick Carter, einen scheinbar bärtigen Typen, der in einem Güterzug zur Beerdigung seiner Mutter reist. Zusammen mit einem zweiten Reisenden, der aber sehr ungern aus dem Schlaf gerissen wird und erstmal auf Mick losgeht. Bevor Mick aber überhaupt rausfindet, warum der Mitreisende so eine schlechte Laune hat, wird dieser schon erschossen. Vor Micks Augen. Zum Glück an Micks Endhaltestelle. Auf der Flucht purzelt Mick dann seinem alten, obdachlosen, Bekannten Bill vor die Füsse. Der erzählt ihm, dass komische Dinge passieren und seine Schwester deswegen des Obdachlosen-Asyl schließen musste. Als dann auch noch eine Reporterin von Soldaten entführt wird, wird es endgültig sehr seltsam in Micks Leben und Zeit herauszufinden, was mit Mick und der ganzen Stadt nicht stimmt.

The Drifter ist also irgendwas zwischen einem Murder-Mystery und einer Folge Akte X. Bisschen paranormal und mit einem Hauch Verschwörungstheorie versehen. Die Rätsel bleiben dabei meistens überschaubar was den Schwierigkeitsgrad angeht. Genauso wie das Inventar. Jeder Gegenstand hat seinen Einsatzzweck. Und wenn man nicht gleich von selber drauf kommt, dann wird man schon mehr oder weniger dezent vom Spiel oder den Figuren darauf hingewiesen wo es jetzt weitergeht. An ein oder zwei Stellen musste ich im Walkthrough nachschauen, weil ich irgendetwas nicht gefunden habe. Oder nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Wirklich stecken geblieben bin ich nur einmal, weil ich nicht mehr an einen Gegenstand gekommen bin, den ich für’s weiterkommen gebraucht hätte, aber auch nicht zurückgekommen bin. Trotz allem was ich nach etwas mehr als acht Stunden durch, was vollkommen okay ist. Es ist mehr ein Story-Spiel als komplexes Rätselraten.

Ich musste (aus offensichtlichen Gründen) immer mal wieder an Deathloop denken. Und zumindest am Anfang an Zak McKracken. Letzteres hat sich aber nach und nach gegeben. Dafür fehlt dem Spiel der schräge Humor. In vielen Fällen pendelt das Spiel eher in die andere Richtung. Es geht um Verlust und darum Menschen im Stich gelassen zu haben, die einem wichtig sind. Mick Carter war da kein großer Held.

Zur Steuerung gibt es nicht viel zu sagen: Scrollt man über etwas wichtiges, verändert sich der Cursor. Dialoge werden mittels Icons abgehandelt. Sind die ausgegraut, hat man aktuell alle Optionen erschöpft. Gleichzeitig sammelt das Spiel für einen die Infos zu den einzelnen Strängen und versorgt einen da auch mit kleinen Hinweisen.

Der Elefant im Raum ist aber der 2D-Pixellook. Er sieht an vielen Stellen sehr Retro aus, hat aber leider auch seine Schattenseiten. Auf meinem großen Monitor sieht das ganze etwas verloren aus und hat sehr große Pixel.

Monkey Island hat man damals mit der Limitierung die fehlende Mimik noch verziehen. Ich hätte mir manchmal ein paar Pixel mehr gewünscht um Micks Gesichtsausdruck besser einschätzen zu können. Immerhin kann man die Schriftart im Menü von Pixel-Look auf HD umstellen. Auf die vielen Dinge, die man mit der Zeit so einsammelt, verkommen durch die wenigen Pixel zu grauen Blobs im Inventar. Schade für die teilweise sehr lustigen Ideen. Gewöhnungbedürftig ist auch, dass nicht alles gezeigt wird. Statt Animation gibt es an vielen Stellen nur schwarzen Bildschirm und Text. Hatten LucasArts-Spiele noch kreative Ideen, Dinge zu verstecken, fällt das hier einfach aus. Ich habe auch nicht verstanden, ob es ein Konzept dahinter gibt. Da waren Dinge dabei wie: Es brennt im Gang, das Löschen das Feuers wird nicht gezeigt sondern nur erzählt und danach ist der Gang wieder zu sehen. Ohne das animierte Feuer. Warum? Keine Ahnung, andere Dinge sind sehr wohl animiert.

Alles in allem hat The Drifter aber seine guten Wertungen verdient. Man muss den Look mögen und Lust haben auf ein Story zwischen Crime und Akte X-Verschwörungstheorie. Dann kann man hier entspannt für acht bis neun Stunden durchaus Spaß haben.

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