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Ubisoft heult mal wieder rum!

Abgesehen davon dass es ein Rätsel bleiben wird, warum für Ubisoft Kunden die nicht bezahlen weiterhin Kunden sind, geht mir diese ganze Raubkopier-Debatte jedes Mal ziemlich auf die Nüsse.

Ja, es ist Scheiße, wenn jemand für lau den gleichen Spaß haben will, wie jemand der dafür Geld bezahlt. Ja, ich sehe ein, dass die Entwickler nicht von Luft und Liebe leben und am Ende des Monats auch was in der Tasche haben wollen.

Und ja, es wäre vielleicht der richtige Zeitpunkt sich mal Gedanken darüber zu machen wer und warum Spiele kopiert.

Ich muss sagen, ich kenne in meinem erwachsenen, spielenden Freundeskreis niemanden, der sich noch auf irgendwelchen Tauschbörsen Spiele organisiert um sie „mal eben“ anzuspielen. Anspielen ist eh Mist. Ich höre doch nicht nach 20 Minuten eine MW3 auf und wackel erstmal in die Stadt um mir das Spiel dann zu kaufen und neu zu installieren, mich über Kopierschutz und Online-Registrierung zu ärgern bevor ich dann weiterspielen kann.

Also, wer kopiert denn heute noch? Und vorallem warum?

Wer, kann ich gar nicht so direkt beantworten, das würde in böse Klischees führen. Aber warum dürfte einfach sein.

Jeder Troll hat heute eine dicke Internet-Leitung zu Hause und kann sich mit zwei Mausklicks das aus Tauschbörsen, die auf Grund exzessiver Berichterstattung in den Medien bekannt sind, runterladen. Am oder vor dem Release-Tag. Mr. Klischee geht dabei in der zwei-Streifen „Aidads“-Hose, die er letztes Jahr zusammen mit der coolen Brille im Türkei-Urlaub gekauft hat, tierisch einer ab. Zeitgleich kann er dann von seinem iPhone, dessen Vertrag seinen eh schon miesen Schufa-Eintrag noch mehr belastet, seinen ultrakrassen Checkerfreunden auf Facebook erzählen, dass er das Spiel schon hat.

Dieses Problem wird aber kein Publisher der Welt mit einem Kopierschutz oder der Ansage, nur noch für die Konsole entwicklen zu wollen in der Griff bekommen. Sorry, da ist in der Gesellschaft was schief gelaufen.

Man schmeißt das trotzdem alles in einen Topf, aber es ist nicht mehr die gleiche Qualität was das Kopieren angeht, wie es damals war, zu Amiga und zu C64-Zeiten. Ich will das auch damals nicht als Kavaliersdelikt hinstellen, aber in den meisten Fällen ist man doch anders gar nicht an die Spiele rangekommen. Erzählt man heute jemandem, dass es vor 15 Jahren noch ein Sonderheft bei Otto oder Quelle gab, dass man bestellen (!) musste, in dem dann nur Computer- und Videospiele drin waren (Das Heft war dünn…) dann lacht einen doch jeder aus. Und das war schon komfortabel. Wahrscheinlich hätte es damals auch gereicht, wenn die Spiele-Hersteller nur genau ein Exemplar auf den Markt geworfen hätten. Nach dem Schneeballprinzip hätte sich das dann schon irgendwie weltweit verteilt. Vielleicht gab es von vielen Spielen auch gar keine Box sondern der Spiele-Entwickler hat es dem ersten Besitzer gleich auf eine Leerdiskette kopiert.

Wie schon angesprochen, aus meiner Sicht haben sich sowohl die Gründe für’s kopieren verschoben wie auch die Klientel derer die kopieren. Mir ist die Arbeit, die sich andere machen was wert. Wer Ramsch abliefert oder Bedingungen stellt, die einfach Ramsch sind (Seinerzeit Ubisoft, heute EA) dann wird einfach nicht gekauft. Und eben auch nicht kopiert. Es dürfte wahrscheinlich immer noch mehr Strafe für die Publisher sein etwas überhaupt nicht zu konsumieren als es illegal zu konsumieren.

Und sind wir doch mal ehrlich… Probespielen muss heute keiner mehr. Jeder der den Download findet, findet auch auf Anhieb Blogs und Seiten, die das Spiel ausreichend beleuchten. Danach konnte ich bis jetzt fast immer abschätzen, ob ich das Spiel mag oder nicht. Und wenn ich mir unsicher bin ob es seine 50 oder mehr Euros wert ist, dann lass ich es halt stehen.

So einfach ist das und bringt die Publisher viel mehr zum nachdenken!

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