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„Spürst Du das Dribbeln?“

Ernsthaft? Nein, eher nicht!

Also zumindest ist vom Slogan der Beko-BBL in der Innenstadt selber nicht viel zu spüren. Und das obwohl wir eine Mannschaft in der Stadt haben, die sich als Aufsteiger mit Platz 6 der Hauptrunde kein bisschen verstecken muss. Und die sich auch in den zwei PlayOff-Spielen gegen einen mehrfachen Meister wie Alba Berlin kein bisschen so präsentiert als würde es dort einen großen Klassenunterschied geben.

Ja, man spürt das Dribbeln. Mit den richtigen Leuten, vor der Halle an einem Spieltag und vor allem in der Halle wenn die Hölle losbricht. Der Zustand, dass der Trainer zu Halbzeit das Publikum um mehr Unterstützung bitten muss wird in Würzburg wahrscheinlich nicht vorkommen. In der Halle brennt von der ersten Minute an die Luft. Das war schon in der ProA so und das ist auch jetzt in der BBL nicht viel anders. Man kann gar nicht anders. Man wird einfach mitgerissen.

Umso erstaunlicher ist es, dass das Dribbeln, gefühlt, so gar nicht überschwappt. Dass GameDay in Würzburg ist, merkt meist nur nach dem Spiel, wenn Menschen in Trikots, T-Shirts und Schals wieder in die Stadt tröpfeln. Und auch da braucht man, je weiter man von der Arena weg ist, schon ein gutes Auge.

Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass man es sehr wollen muss, wenn man merken will, dass hier eine Bundesliga-Mannschaft spielt. Auch wenn es eben „nur“ Basketball ist. Aber was heißt schon „nur“. Immerhin wurde „nur“ ein Basketballer vor gar nicht all zu langer Zeit von tausenden Würzburgern empfangen und gefeiert.

Stattdessen muss man in Würzburg schon wissen wo man suchen muss. Dass es einen baller’s planet gibt, muss man schon wissen und er liegt auch nicht so, dass man zwangsläufig darüber in der Innenstadt stolpert. Und auch beim Hauptsponsor selber, der ja immerhin einen Flagshipstore in prominenter Lage hat,  sucht man Hinweise auf eine bestehende Basketball-Mannschaft vergebens. VIP-Tickets werden dort eher für einen Besuch bei einer Fussballmannschaft in München verlost als für einen Besuch bei der heimischen Basketballmannschaft.

Man muss es schon spüren wollen, das Dribbeln. Und dabei hätte es die Mannschaft verdient dass man es in der ganze Stadt von ganz alleine spürt. Denn scheinbar steht doch jeder Würzburger hinter ihnen.

Und bessere Werbung als eine Bundesligamannschaft kann wohl kein Slogan sein, den sich irgendeine Werbeagentur mühsam ausdenken muss!

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2 Kommentare

  1. moggadodde 10. Mai 2012

    Ich spüre das Dribbeln … jedesmal. Basketball ist ein großartiger Sport, zum Anschauen viel spannender als das im Gegensatz dazu oft bräsige Fußballspiel. Während Fußball als deutsche Sportart Nr. 1 in Würzburg ja nur noch existiert, lebt Basketball hier wieder und das ist riesig und absolut unterstützenswert! Dubdubdubdubudubdubdub!

    • hazamel 10. Mai 2012 — Autor der Seiten

      Da stimme ich dir voll und ganz zu. Wenn man erst ein PlayOff-Spiel schaut und dann direkt im Anschluss Fussball sieht ist das schon ein krasser Unterschied. Zugunsten von Basketball

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