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Die Tiere am Ende der Welt

Wir schreiben das Jahr 1985. Douglas Adams macht sich auf den Weg.

Nicht an den Rande des Universums um uns von seltsamen Völkern und ihren Gewohnheiten zu erzählen, sondern in die entlegensten Winkel dieser Erde um „Den letzten ihrer Art“ einen Besuch abzustatten bevor es zu spät ist. Begleitet wird er dabei auch nicht von Athur Dent oder Marvin, nein, sein Begleiter ist der Zoologe und Fotograf Mark Carwadine.

Zusammen reisten die beiden für die BBC zwischen 1985 und 1989 unter anderem nach Neuseeland, China und Madagaskar um sich auf die Suche nach den bedrohtesten Tierarten unseres Planeten zu machen. 10 Jahre später wären sie gerne zurückgekehrt, was aber leider durch Adams‘ Tod nicht zustande kam. So wurde ich auch auf das Buch aufmerksam. Denn an Stelle von Douglas Adams machte sich 2007 sein Freund Stephen Fry auf den Weg zu sehen, was aus den Tieren geworden ist. Dieses Mal mit einem Kamerateam und nicht nur als Reportage für den Hörfunk.

Die Art wie Douglas Adams seine Reisen beschreibt, steht der Art wie er auch seine Romane geschrieben hat um nichts nach. Wahrscheinlich hätte er auch locker ein ganzes Buch damit füllen können nur von den abenteuerlichen Reisen in die abgelegensten Zipfel der Welt zu schreiben. So kann man nur Schmunzeln, oder gar lachen in meinem Fall, wenn er bildreich schildert, wie sie ein Fischerboot suchen, dass sie nach Komodo fährt um dort die Riesenwarane zu finden. Bei der Schilderung der Überfahrt hat man immer das Gefühl, dass sie gleich mit Mann und Maus untergehen werden und die tagelangen Anstrengungen vollkommen umsonst waren. Nur um dann, sich wie die Entdecker des Eilands vorkommend, auf Komodo von amerikanischen Touristen empfangen zu werden, die erzählen, dass es täglich eine Fähre gibt.

Diese Reiseanekdoten stehen dann aber im krassen Kontrast zu dem was dann folgt, wenn Mark und Douglas auf die Tiere stoßen, die sie suchen: Man spürt beim Lesen fast schon die Faszination aus den Seiten sprühen. Adams‘ bildliche Sprache tut ihr übriges um die ganze Szenerie und vor dem geistigen Auge Gestalt annehmen zu lassen und förmlich angesteckt zu werden und im gleichen Zuge auch auf die Gründe zu stoßen, warum diese Tiere derart bedroht sind. Man lacht und lernt. Und meistens liegt beides sehr dicht beeinander.

Was beim Lesen nicht gleich auffällt, ist der Aspekt, dass das Buch über mehrere Jahre geschrieben wurde. Wenn man aber das erste und die letzten beiden Kapitel vergleicht, merkt man, dass es zum Ende des Buches hin immer ernster wird und die lustigen Geschichten rund um die Reisen abnehmen gegenüber den Tieren, und vor allem deren Problemen, denen sie an ihren Zielorten begegnen.

Warum sollte man dieses Buch unbedingt gelesen haben? Wohl allein schon wegen des Schlussatzes von Mark Carwardine auf die Frage, weshalb man, angesichts viel schlimmerer Probleme, so viel Energie auf die Rettung bedrohter Arten verwendet

Es ist ist ein sehr einfacher Grund: Die Welt wäre ärmer, dunkler und einsamer ohne sie!

Und genauso wäre sie es ohne dieses Buch, das ihre Geschichte erzählt.

Die letzten ihrer Art (Last Chance to see)

Douglas Adams / Mark Carwardine
Heyne Verlag 1992
272 Seiten
ISBN 978-3453061156

8,95 €

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1 Kommentar

  1. Ralf 27. August 2011

    Ein sehr gutes Buch, ich lese es immer noch immer wieder mal gerne durch. Sehr zu empfehlen.

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