BWL-Studium – Praxisteil: Beko BBL Manager

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Im Grunde hört es sich total bescheuert an.

Ist es eigentlich auch. Die Leidenschaft, dich gegenwärtig in ein Managerspiel stecke.

Kein Sim, kein Tycoon, kein Offline… Nein, ich wurde doch vor ein paar Monaten dazu verleitet, mich bei einem Fantasy-Sportmanager anzumelden. Dass ich in diesem Bereich gnadenlos abloose gegenüber den zwei befreundeten Hardcore-Fans und Sport-Einatmer hat einen ziemlich einfachen Grund:

Ich habe schlicht keine Ahnung von der Beko BBL.

Also regeltechnisch mittlerweile schon halbswegs verstanden wie Basketball funktioniert. Aber von Namen und Werten: Relativ wenig. Den Beko BBL Manager spiele ich trotzdem…

Ich habe mich an so blödsinnige Gedanken gehalten, dass man ja im Sport für den Erfolg des Teams die Gruppe zusammenhalten muss.

Dummerweise hatte ich relativ schnell drei Verletzte im Kader und damit keine Punkte. Und noch dümmer: Ich habe sie behalten. Die Trades habe ich nicht genutzt, was mir jetzt ein bisschen ein Bein stellt.

Keine Sorge, ich wurde dafür von kompetenter Stelle schon zurechtgewiesen und mich seitdem von diesem Gedankengang verabschiedet.

Seitdem mache ich das was ich am besten kann, auch ohne Ahnung vom Basketball zu haben: Mit den Zahlen spielen. Ja, ich habe, ohne tiefes inneres Insiderwissen über den Ligabetrieb einfach angefangen mich mal mit den Zahlen zu beschäftigen.

Wer steigt im Preis? Wer hat einen schlechten Schnitt? Kann ich den vielleicht austauschen? Ist das nur ein Kurzzeittief oder deutet sich hier ein Trend an und ich muss den Spieler loswerden bevor er mich zu viel Geld kostet?

Dummerweise haben die Fantasy-Baksetball-Liga-Götter da ein paar Hindernisse eingebaut:

  • Geld
  • Nur eine Tradegutschrift pro Woche
  • Sechs deutsche Spieler

Letzteres entpuppte sich nach dieser Woche zum echten Problem:

Ich könnte mir was besseres holen, habe das Geld und den Trade… aber mein Wunschkandidat hat leider keinen deutschen Pass.

Dummerweise tradet man ja auch nicht unbedingt seine wertvollen Spieler. Also die Spieler die richtig gut Punkte bringen und dementsprechend viel Marktwert haben. Müsste man aber eigentlich, damit man vielleicht mal das Loch mit den 100 000 € Kandidat der nix triff fixen kann. Man müsste also eigentlich einen richtig teuren verkaufen, einen mittelteuren guten dafür einkaufen und hoffen, dass der Verkauf jetzt ins Formtief rennt und im Preis fällt um ihn bei vielleicht ansteigender Form wieder kaufen zu können.

Im Moment würde das zum Beispiel heißen, dass ich gerne folgendes tun würde:

Jason Boone verkaufen, der auf Grund der englischen Wochen gerade nicht so gut spielt, gegen einen Center, der günstiger ist, aber den annähernd selben Punkteschnitt hat wie Mr. Boone  (Ich weiß, es ist ein Sakrileg auch nur an den Verkauf zu denken). Damit hätte ich dann genügend Geld auf der hohen Kante um in der nächsten Woche einen meiner eher schwachen Forwards auszutauschen gegen ein Mittelklasse Modell.

Dummerweise kommt hier dann wieder das ins Spiel was ich am Anfang erwähnt habe:

Mangelnde Fachkenntnis: Ist der Tübinger Center Kenneth Frease so gut, dass ich auf die durchschnittlich 2 Mangarpunkte verzichten kann aber dafür denn ein kleine Sümmchen auf der Bank habe oder schieße ich mir damit eher ins Knie?

Zocke ich und ziehe mir Hohn und Spott zu oder warte ich noch ab und hoffe, dass sich Jason Boone wieder fängt und noch im Wert steigt? Ist hat Frease vielleicht gerade einen Lauf und ist dabei richtig teuer zu werden? So wie Wysocki, der in einem Spiel 41 Managerpunkt bringt und fast 200 000 € an Wert zulegt?

Unglücklicherweise gibt es nämlich mittlerweile eine leichte Schieflage: Entweder sind die Spieler gut und teuer oder günstig und nicht so dolle. Zumindest ist das mein Eindruck.

Und am Ende darf man vor allem eines nicht verachten. Und damit schließt sich der Kreis zu den drei Verletzten:

Ein bisschen Glück braucht man auch. Und das lässt sich nicht aus den Zahlen lesen.

Ich hasse das Spiel…