Arkham… again!

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Jetzt sitze ich also hier… Irgendwo in einer dunklen Ecke, zusammengekauert im leichten Schneefall und hoffe, dass sie mich nicht finden werden und dieser Spuk hier bald ein Ende hat!

Ich bin nicht irre!

Ich habe mich nur geirrt! Geirrt in meinem Urteil über diese Gegend hier. Wie konnte ich auch nach drei bis fünf Stunden schon ein Urteil fällen über die Verurteilten hier. Einer Zeit in der ich es sonst schaffe die ganze Welt zu retten. Hier hatte ich nicht einmal angefangen mich selber zu retten!

Also zittere ich jetzt. Im Dreck. Ein bisschen vor Kälte, aber sehr weil ich Angst davor habe entdeckt zu werden. Von Two Face, dem Pinguin oder gar dem Joker. Ich sehe mich auch schon kopfüber baumelnd, weil Batman oder Catwoman mich erwischt haben.

Ich hab’s doch nicht so gemeint! Ich wusste es damals einfach nicht besser…

Tja, da hab ich ja mal voll in Klo gegriffen, was mein ersten Eindruck von Batman: Arkham City angeht. Wer konnte auch ahnen, dass es nach drei bis fünf Stunden erst richtig losgeht. Wie schon erwähnt habe ich bei anderen Spielen in dieser Zeit schon die Welt gerettet und kann mich entspannt zurücklehnen. In Arkham City ist das nie der Fall.

War der erste Teil Arkham Asylum schon viel mit lesen, und für unbewanderte wie mich, die Batman nur aus dem Fernsehen und Kino kennen, Einführung der Charaktere, verbunden, so legt Arkham City nochmal eine Schaufel drauf.

Es ist kein Spiel mehr sondern ein interaktiver Comic, was letztlich auch daran liegt, dass hier ein Comic-Autor selber an der Story mitgeschrieben hat. Arkham City bietet nicht an, dass man sich die langsam freigeschalteten Story-Fetzen durchliest – Es verlangt es!

Dieses Spiel ist nicht dazu da um den Spieler nur plump zu unterhalten, nein, es fordert den Spieler regelrecht heraus. Schon allein dadurch, dass es daherkommt wie eine wilder Klopperei, den Spieler dann aber erstmal ziemlich alleine lässt mit einem ganzen Stadtteil Arkham City. Keiner hindert einen daran, die Stadt und die Nebenquests zu erkunden. Wirklich niemand… und genau das ist der Moment an dem der Spieler umdenken muss. Der Questfortschritt ist genauso hart und unerbärmlich wie die Umgebung. Entweder du kümmerst dich selber darum, dass die Hauptquest weitergeht oder du verlierst dich im Wahnsinn der Riddler-Rätsel, -Trophäen und Nebenmissionen. Selbstbeherrschung ist das Zauberwort. Sich nicht wie auf einem Weihnachtsmarkt von den bunten Lichtern ablenken lassen. Aber spätestens wenn du das erste Mal das Museum betreten hast, bist du verloren. Verloren in einer Hauptquest, die dich so schnell nicht wieder loslassen wird und aus meiner Sicht dieses Jahr jede andere Story deutlich ins Abseits stellt. Die so gut ist, dass man hier schon von der ersten Minute an eigentlich nichts verraten darf. Nur so viel sei verraten: ich fiebere schon jetzt der Fortsetzung entgegen. Ich nach diesem Ende wissen wie es weitergeht. Selten war am Ende in einem Videospiel eine Geschichte die dann nach den anfänglichen Warums so wenig offene und unlogische Enden offen gelassen hat. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und trotzdem will ich dass es weitergeht. Besonders nach diesem Finale…

Kämpfe sind nicht, wie am Anfang vermutet, nur wildes Kloppereien. Nein, mit fortschreitender Story muss man anfangen die Kämpfe zu choreografieren. Nicht nur um die maximale Punktzahl herauszuschinden, sondern um schlicht und ergreifend am Leben zu bleiben. Blindes anrennen führt nicht zum Ziel. Der ideale Mix liegt irgendwo zwischen den Gadgets, ausweichen und angreifen. Ohne dass sind die späteren Kämpfe selten von Erfolg gekrönt.

Ich habe das ganze mit dem Gamepad durchgespielt, muss aber neidlos  anerkennen, dass die Jungs vom PC Games-Podcast recht haben, wenn sie sagen, dass es mit der Tastatur noch einen Hauch besser geht, die Kämpfe flüssiger werden. Die Gadgets im Kampf zu aktivieren ist doch schon ein bisschen fummelig.

Grafisch und atmosphärisch ist das Spiel über jeden Zweifel erhaben. Es stimmt einfach. Von vorne bis hinten. Es stimmt schon mit DirectX 9 und es stimmt noch mehr mit DirectX 11.

Von mir bekommt das Spiel auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung. Für das umwerfende Gesamtpaket was es dann abliefert, wenn man akzeptiert, dass das OpenWorld-Prinzip einen schwachen Geist vielleicht zu Anfang vernebeln und ablenken kann. Alles was danach kommt, muss man selber sehen und erleben!

Und jetzt lasst mich hier raus… bitte!

2 Kommentare

  1. Holle sagt:

    Hach, Arkham City. Schade, dass sich momentan kein gutes Angebot für das Spiel findet. Da werde ich wohl erst 2012 zum Spielen kommen.

    Momentan lenke ich mich ein wenig mit dem Vorgänger ab. Da es mir damals den Spielstand zerschossen hat (kurz vor dem Endkampf und 85% aller Rätsel gelöst) habe ich damals die Lust verloren gehabt es noch mal durchzuspielen. Aber mittlerweile frage ich mich warum, denn das Spiel macht immer noch viel her. Lediglich die Kämpfe sind immer noch nicht so ganz meine Sache. Für manche davon brauche ich noch immer drei bis vier Anläufe bis sie klappen.

    Mal schauen, ob der Spielstand dieses mal überlebt 😉

    und 2012 geht´s dann ab in die City 😉

  2. hazamel sagt:

    Ha! Kenn ich… nur schlimmer. Savepoint vor dem Endkampf gegen Joker zerschossen, weil ich nach Versuche 738 vor Frust die Konsole ausgemacht habe. Hach welch ein Spass… Spiel seitdem nie wieder angefasst.

    Fand die Kämpfe in Arkham City beides: Einfacher und schwerer.
    Ein Bossfight wie vor dem Aufzug mit den beiden Titanen war nicht mehr dabei. Dafür aber andere Knaller die mich an den Rand des Wahnsinns getrieben haben und wirklich nur mit sehr viel Disziplin zu meistern sind.

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