A wie Abenteuer

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Kaum hab ich den Text fertig, macht Disney den Laden zu. Die Schweine!

Look, behind you! A three-headed monkey!

Wer diesen Satz liest, wird wahrscheinlich automatisch das Grinsen anfangen und von einer wahren Flut von warmen Kindheitserinnerungen übermannt werden.

Ich werde nämlich nicht der einzige sein, der bei Abenteuer und Videospielen an eine Firma denken muss: LucasArts!

Bei mir ist es wirklich so, dass mein erstes Adventure auf dem C64 damals ein LucasArts-Adventure war. Es war der Mann aus San Francisco mit dem Goldfischglas und der Cashcard mit dem ich die Welt vor der Verdummung durch die Aliens gerettet habe. 2013 sieht das ganze in der Realität etwas anders aus. Scheinbar haben die Aliens es doch geschafft, die Menschheit zu großen Teilen zu verdummen. Aber das ist ein anderes Thema.

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Denke ich an die Adventures von LucasArts so sind es hauptsächlich wirklich die Knaller aus meiner Jugend: Monkey Island, Indiana Jones, Maniac Manison und eben jener Zak McKracken.

Dass es vielen anderen nicht anders geht, und welchen Einfluss LucasArts auf eine ganze Generation von Gamern hatte, merkt man daran, wie oft Monkey Island auch nach über 20 Jahren noch zitiert wird. Jeder scheint die One-Liner zu kennen, jeder kann sich über die Abenteuer mit dem dünnbeinigen Möchtegern-Pirat Guybrush Treepwood amüsieren und selbst ein moderenes Spiel wie „The Cave“ verneigt sich mit einem Grog-Automaten vor dem Kultstatus dieser Adventures.

Mir ist auch in all den Jahren nichts vergleichbares mehr untergekommen. Ein „Edna bricht aus“ spielt zwar mit dem Humor, erreicht ihn aber bei weitem nicht. Ein „The Cave“ dürfte man mehr als Reminiszenz verstehen als den Versuch diesen Klassikern das Wasser zu reichen.

Die Spiele hatten und haben immer noch ihren ganz eigenen Charme und ihre ganz eigene Faszination. Maniac Mansion ist immerhin schon 26 Jahre alt, hat aber in meinen Augen nichts von seinem Humor und seinem Spaß verloren. Erst vor kurzem habe ich mich mit jemand unterhalten, der mir beim Anblick von Purple auf meinem Schreibtisch stolz erzählt hat, dass er in Day of the Tentacle nochmal den kompletten ersten Teil durchgespielt hat.

Doch woher kommt das?

Ich glaube fast, dass es eine Kombination aus allem ist. Die Liebe zum Detail, die Geschichten voller Wahnsinn und der großartige Wortwitz, bei dem klar wird, dass Spiel und Spieler in keinem Moment ernst genommen werden.

Wir haben gelernt, dass man nicht gegen den Wind spuckt, die Hunde nur schlafen, wie gefährlich Zeitreisen sind, wo das Yak den Kreditkartenleser hat und was für was ein Sub-Sandwich gut ist.

Zak McKracken dürfte da wohl eindeutig die Muppet-Show unter den LucasArts-Adventures sein. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein anderes der Abenteuer so derb und so offen den Spieler auf die Schippe genommen hat. Da wurden Aliens als Besen missbraucht, Brot als Wurfgeschoss, überdimensionale Pinzetten zum Türen knacken und als absolutes Highlight dem Spieler ein Kanister Benzin vorgesetzt. Aufschrift:

Nur für Kettensägen

Um diesen Witz zu verstehen musst man schon das Spiel aus dem Vorgänger gespielt haben und sehr lange einen bestimmten Gegenstand gesucht haben.

Abenteuer von LucasArts sind auch nach fast 30 Jahren immer noch eine Klasse für sich.

Man kann nur hoffen, dass die Verrückten von damals sich wieder einmal an einen Tisch setzen und noch einmal so ein zeitloses Kunstwerk erschaffen.

Weiter geht es hier dann demnächst mit B wie Blasen

2 Kommentare

  1. Da hat mich doch dein Beitrag glatt dazu gebracht DOTT nochmal komplett durchzuspielen. Danke dafür 😉

    1. hazamel sagt:

      Gern geschehen 🙂

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