Also nicht, dass ich die fünf Bücher in unter fünf Minuten gelesen hätte, aber ich kann euch fünf Bücher in unter fünf Minuten ans Herz legen. Oder (zumindest teilweise) davon abraten. Es ist auch nicht nur ein Genre sondern querbeet. Für den langen und für den schnellen Hunger.
Beim Lieblingsbäcker „Auf Leben und Brot“- Quichotte
Beobachtungen aus dem Kundenkontakt des Lieblingsbäckers mit seinen (Lieblings-)Kunden. Kurz, frech und schlagfertig wie die Sahne zum Rührkuchen. Geeignet für jeden, der in irgendeiner Art mit Kunden zu tun hat. Oder mit Menschen. Keine wirklichen Brüller aber vieles zum Schmunzeln. Es gibt mittlerweile noch Band zwei und drei, die ich aber nicht gelesen habe. Mir hat Band eins persönlich gereicht. Wer unschlüssig ist, kann dem Autor auch direkt bei YouTube lauschen
Das vergessene Museum – Andreas Suchanek
Eigentlich wollte Fahrradkurier Liam nur das Paket abliefern, wird dann aber Zeuge wie sein Empfänger von einem Ninja ermordet wird. Als Dank bekommt er nicht nur Ärger mit der Polizei, sondern erbt, als neuer Kurator auch noch gleich das ganze Museum. Ohne großes Mitspracherecht ist er mitten drin in einer Geschichte rund um andere Dimensionen, gefährliche Artefakte und Zeitreisen. Spannende und leicht wegzulesenden Urban-Fantasy. War auch dieses Jahr als bestes Buch für den Seraph nominiert. Ich mochte es und hoffe dass da noch ein zweiter Band kommt.
Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen – Benjamin Stevenson
Band eins der Reihe um die „mörderischen Cunnighams“. Hatte ich nur auf dem Schirm weil die Bücher bei einer Lesung in der Buchhandlung direkt in meinem Blickfeld standen. Ich hätte mich besser auf die Lesung konzentrieren sollen.
Die Cunninghams machen ein Familientreffen in einem Ski-Resort in Australien. Anlass ist die Freilassung eines der Söhne aus dem Gefängnis nachdem der jemanden ermordet hat. Kurz nachdem er auftaucht, bricht nicht nur ein Schneesturm über das Ski-Resort hinein sondern es liegt auch eine Leiche im Schnee. Die Grundstory hörte sich eigentlich ganz gut an, aber die Meta-Erzählebene des Ich-Erzählers, der sein Geld damit verdient, dass er Ratgeber zum Schreiben von Krimis schreibt, macht das Buch immer mal wieder etwas anstrengend. Ich hab beim Cast auch zwischendurch immer mal wieder den Überblick verloren. Es gibt aus der Reihe der Cunninghams noch mehr Bücher, die man wohl nicht chronologisch lesen muss, weil sie in sich abgeschlossen sind. Mich hat das erste Buch schon nicht vom Hocker gehauen, also verzichte ich, wie beim Bäcker, auf die anderen Bücher. Abzüge in der B-Note gab es dafür, dass mein eBook-Reader das Buch nicht öffenen wollte und ich das ganze dann auf dem Tablet lesen musste.
Betreutes Morden – Fergus Craig
Ich habe es gerade ein bisschen mit seichten Krimis. In die gleiche Kerbe schlägt nämlich „Betreutes Morden“. Carol Quinn kommt direkt aus dem Gefängnis in ein Edelseniorenheim. Und wie es das Schicksal so will, segelt einer der anderen Bewohner an ihrem Fenster vorbei auf den Gehsteig vor dem Heim. Da im gleichen Seniorenheim auch die ehemalige Innenministerin, eine Pathologin und ein Inspektor in Ruhestand leben, fällt der Verdacht gleich auf die Serienmörderin Carol. Anders als bei den Cunninghams nervt Carol aber nicht mit einer Meta-Ebene sondern es ist einfach ein nett wegzulesender Krimi mit älteren Herrschaften. Ich mochte die Szene, in der sie zu dritt mit dem Bus fahren und vollkommen weltfremd all das kommentieren, was jeder kennt, der schonmal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren ist. Und wie beim vergessenen Museum hoffe ich, dass da noch ein zweiter Band kommt.
Dungeon Crawler Carl – Matt Dinniman
Woopwoop… all aboard the hypetrain. Ich hab das Gefühl, dass der Hype um Carl und Princess vollkommen am deutschsprachigen Raum vorbeigegangen ist. In Englisch ist diese Woche der achte Band erschienen und Nerd-Menschen wie Felica Day feiern die Serie komplett ab. Band eins gibt es seit kurzem auf deutsch. Band zwei folgt im Juni.
Die Aliens wollen nur spielen und verwandeln kurzerhand die ganze Welt ein einen Dungeon mit vielen Ebenen. Carl hatte in Seattle Glück dass er gerade draußen war als die Oberfläche geplättet wurde. Und weil es kalt ist, rettet er sich in den Dungeon. Zusammen mit Princess Donut, der Katze seiner Noch-Freundin. Allerdings ohne Hose, weil er wegen Donut gerade draußen war. Damit sind die beiden eine Gruppe. Ich hatte bisher viel Spaß mit den beiden, auch wenn es sich im ersten Band hin und wieder fast gezogen hat an einigen Stellen. Leider gibt’s die englischen eBooks wieder nur bei Amazon. Und ob ich nochmal viel auf dem iPad lesen will, weiß ich nicht. Hypetrain weil das Internet und Merchseiten einfach voll sind mit Carl und Donut, wenn man mal drauf achtet bzw. der Algorithmus einen erstmal gefressen hat. Wenn man bei Temu nur „Princ…“ eingibt, ist der erste Vorschlag schon „…ess Donut“ woraufhin sich ein Merch-Rabbithole auftut. Tut es nicht, aber lest das Buch, goddamint Donut!
Laut WordPress-Berechnung habe ich noch Zeit für…
Bonustrack: Belzebubs – JP Ahonen
Ich sage es immer wieder: In Skandinavien ist es zu lange dunkel! JP Ahonen bezeichnet es als „trve kvlt documentary„. Es ist schon sehr dunkler Humor rund um eine Familie, die aus Metalfans und Dämonenanbetern besteht. Zwei Bände gibt es mittlerweile auf deutsch und die „frischen“ Comicstrips gibt es auf Facebook und Instagram. Wer dunkeln Humor mag (und im Zweifel Englisch kann) sollte unbedingt mal reinschauen.
Das waren die fünf Bücher in unter fünf Minuten. Und ein Bonustrack. Und ich hätte wohl immer noch Zeit übrig. Die lasse ich aber euch. Um Dungeon Crawler Carl zu bestellen. Oder auszuleihen. Auf jeden Fall um ihn zu lesen.

Der zweite Band zum Museum kommt noch dieses Jahr