Dies und Das seit 2001

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Beim Basketball würde man jetzt von einem Double-Double sprechen. Aber angeblich passen Sport-Metapher und Geek-Dasein nur so begrenzt zusammen. Also erkläre ich das lieber mal:
Ich mache jetzt seit zehn Monaten dieses Cosplay-Ding, genauer gesagt habe ich mich am Wochenende das zehnte Mal als Mitglied der 501st Legion in eine Plastikrüstung gezwängt um kleinen und großen Kindern eine Freude zu machen.

Naja, und auch ein bisschen weil’s Spaß macht. Okay, eigentlich viel Spaß. Ich komme mir aber auch nach der zehnten Runde immer noch vor wie der Neuling, der noch viel zu lernen hat.

Nennen uns die Wampas so? „Tiefkühlkost“?!

Zurückblickend war bisher kein Troop wie der andere. Keine Ahnung ob sich das irgendwann ändert. Ich könnte nicht mal sagen, was die coolste Aktion war oder was mir bisher besonders in Erinnerung geblieben ist. Jeder „Einsatz“ hatte seinen eigenen Charme und seine eigenen Highlights.

Allerdings ist das ein bisschen gelogen. Eines war bis jetzt immer gleich: Da ist eine ganz besondere Spezies Mensch aufeinander getroffen. Ich habe bei jedem Troop tolle Leute kennengelernt, die für Hardcore-Fans (meistens) ziemlich entspannt sind. Und sich für keinen Unfug zu doof sind. Gib uns eine Gelegenheit und wir werden sie nutzen. Wenn die Gelegenheit eine Hüpfburg ist, dann ist es eben eine Hüpfburg. Fragt nicht…

Bevor das jemand romantisch verklärt: Wir sind über 900 Mitglieder in Deutschland. Da kann man erstens nicht jeden kennen. Und man muss auch nicht jeden mögen. Ist eben wie immer im Leben und im Beruf.

Ich finde das nicht gut, dass Sie hier mit einem Jagdgewehr stehen

Unbekannte Einkäuferin zu mir mit einem DLT-19 im Arm

Was auch immer gleich ist, sind die Begegnungen mit den kleinen und großen Kindern, von denen ich schon gesprochen habe. Die Begegnungen die einem am meisten im Kopf bleiben, sind wohl solche, bei denen man das Funkeln in den Augen des gegenüber sieht: Beim Ü60, der vor einem steht und sagt „Sie waren meine erste Actionfigur damals“ oder beim Kind im Rollstuhl, dass all seinen Mut zusammengenommen hat, den Mann in weiß zu fragen, ob es mal den Blaster halten darf und dann im Kreis grinst.

Und dann ist da die irritierende Sache mit der Pop-Kultur von Star Wars. Ich meine, wir sind aus dem Film gefallen!
So sehr aus dem Film gefallen, dass sie beim Dreh von The Mandalorian die Legion gefragt haben, ob ein paar Sturmtruppler als Statisten mitmachen wollen.
Und dann steht da der Typ vor dir, der eine Stormtrooper-Hoodie trägt oder eine Cap mit imperialem Logo trägt und dich dann irritiert anschaut, wenn du ein „Daumen hoch“ in seine Richtung zeigst.

Trooper mit Kiste wie in Rouge One

All das hört sich nach einem super Hobby an. Ist es aber nicht. Echt nicht. Also nicht direkt. Ich rede nicht von den vielen Stunden auf der Autobahn, dem Muskelkater und den Druckstellen, sondern von was ganz anderem. Die wahrscheinlich Höchststrafe für jeden Star Wars Fan:
Man kann die Filme, egal ob alt oder neu, nicht mehr entspannt schauen. Nein, man sitzt da, analysiert die Kostüme und Rüstung, schaut was wie wo verwendet wurde, wie aufwändig und unbequem die Rüstung oder das Kostüm wohl ist und sieht im schlimmsten Fall Dinge, die man nicht mehr ungesehen machen kann.

Alles in allem möchte ich die Erfahrung jetzt schon, nach 10 Monaten nicht mehr missen. Ich glaube, sowas macht man nur einmal im Leben und das sollte man echt genießen.

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2 Kommentare

  1. moggadodde 17. April 2019

    Es ist ein tolles Hobby, das Du da hast! Und dass es so viele Gleichgesinnte gibt, hatte ich auch nicht erwartet. Pfeif‘ auf die Unannehmlichkeiten, die fantastischen Fotos, wie das obige vor dem Tiefkühler, sind jede, einzelne Druckstelle wert! Ich wünsche Dir weiter so viel Spaß und interessante Begegnungen!

    • hazamel 17. April 2019 — Autor der Seiten

      Die körperlichen Wehwehchen merkt man erst am nächsten Tag. Oder wundert sich wo die blauen Flecken herkommen. „Armor bites“ heißen die Dinger bei uns.
      Und was die Anzahl angeht… Wir sind ja nur der deutsche Ableger. Zwar der größte, aber weltweit sind wir um die 14 000. Und man lernt auch ganz schnell Leute von Alaska bis Australien kennen.

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