Zweimal zwei Punkte #pureEmotion

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Ich glaube, seit Montag ist er da.

Der Moment an dem man schon fast den Kopf in den Sand stecken kann, was den Verbleib der s.Oliver Baskets im Basketball-Oberhaus angeht.

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Wäre im Grunde der krönende Abschluss einer noch seuchigeren Saison als der letzten Seuchen-Saison, aber es kann auch keiner behaupten, wir hätten nicht alles mitgenommen was ging:

  • Play-Offs
  • Eurocup
  • Verletzungspech
  • Spielersorgen
  • Geldsorgen
  • Punktabzug
  • Spielerdisqualifikation
  • Trainertrennungen (zweimal)

In drei Jahren erste Liga eigentlich ne ordentliche Bilanz.

Als Ende letzten Jahres dann feststand, dass wir zwei Punkte nach Köln überweisen müssen, habe ich schon immer noch gehört, dass man ja um Platz 12 mitspielen würde. Nur die Playoffs wären halt nicht drin. Stand heute finden wir uns fünf Plätze weiter unten und jedes der letzten drei Spiele ist ein Playoff-Spiel gegen den Abstieg in die Pro A. Ironischerweise würde es mit zwei Punkten ganz anders aussehen. Im doppelten Sinn. Zum einen würden wir mit zwei Wertungspunkten über dem Strich stehen und mit zwei Punkten mehr gegen Tübingen im direkten Vergleich auf ein Unentschieden rauslaufen.

Hätte, wäre, wenn bringt aber nichts, da die universellen Gummipunkte in diesem Fall nichts bringen. Die Mannschaft steht wo sie steht und ich muss sagen: Nicht ganz zu unrecht. Und das ohne da auf irgendwen eindreschen zu wollen.

In der Vorbereitung war ich begeistert von der Mannschaft und wie geschlossen sie aufgetreten ist. Demond ‚Tweety‘ Carter, von dem ich besonders angetan war, ist nicht einmal mehr im Kader sondern hat sich schon lange einen neuen Verein gesucht, nachdem er die großartige Leistung zu Beginn der Saison nicht bestätigen konnte. Allgemein ähnelt die Leistungskonstanz der Mannschaft schon seit Monaten eher der eines Schrotschusses. Da sind echte Highlights dabei wie die Spiele gegen Ulm, das mit einem Punkt verloren ging, die Defensiv-Schlacht gegen Bamberg, der Nailbiter gegen die Bayern oder auch zuletzt die Spiele gegen die Dragons oder Oldenburg. Spiele, die einem eigentlich Hoffnung machen müssten. Eigentlich… Wären da nicht auch so Spiele wie gegen den MBC am Freitag, die gewonnen haben, weil sie sich die Offensiv-Rebounds geschnappt haben und wir „g’schlampert“ gespielt haben oder das Spiel am Montag gegen Ludwigsburg, bei dem phänomenale 11% der Dreier rein sind. Also zwei… Und das gegen Ludwigsburg, die auch nur gigantische 35% (Also ganze acht) von der Dreierlinie getroffen haben. Rechnet man den Unterschied hoch, dann… ist man wieder beim „Hätte, wäre wenn…“

Bleibt das Restprogramm. Drei Spiele in denen so viele Punkte her müssen, wie es geht. Bremerhaven ist machbar. Die haben wir im November auch schon zu Hause besiegt. Berlin wird in der aktuellen Form eher ein Hammer als eine Wiederholung des Playoff-Spiels von vor zwei Jahren. Und am letzten Tag kommen dann die Nachbarn aus Bayreuth. Wenn der Käs‘ da nicht schon gegessen ist, dann ist mir da nach den Erfahrungen mit den Bayreuthern schon ein bisschen bang.

Gleichzeitig schiele ich natürlich auch nach Tübingen. Da sind noch die Phantoms zu Gast, man muss nach Oldenburg (Viele Punkte, Herr Kramer, bitte…) und am letzten Spieltag hat man die Hagener zu Gast. Auch die sind gerne mal für eine Überraschung gut.

Gerne würde ich mich dem Kommentar aus der Pressekonferenz am Donnerstag anschließen, der was mit einer singenden dicken Frau zu tun hatte, aber realistisch wird das ein enges Höschen mit der schlechteren Ausgangslage für Würzburg. Vor allem wenn die Mannschaft auch die letzten drei Spieltage so kollabiert wie gegen Ludwigsburg.

Was bleibt also für nächstes Jahr?

Keine Ahnung wie die Verträge aussehen, aber wenn es in die Pro A geht, werden wahrscheinlich viele abwandern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand wie Jason Boone, der zwar zu klein für seine Position ist, mit in die Pro A geht. Allstar und Verletzungsheld Kleber wird dann wahrscheinlich auch lieber bei einem anderen Verein verletzt auf der Bank sitzen als in Würzburg. Stuckey könnte in der aktuellen Form locker bei einem anderen Verein unterkommen. Zumal er ja einen begehrten deutschen Pass hat. John Little wird 30. Spielt man da noch lange Basketball oder geht man langsam aber sicher Richtung Trainer und Karriereende? Auch Ricky Harris war ja schon mal weg und zuletzt gar nicht mehr im Aufgebot. Und bleibt uns jemand wie Stefan Koch erhalten, der für mich in seiner sonst ruhigen und zurückhaltenden Art immer so wirkt, als hätte man da einfach jemand an die Linie gestellt.

Keine Sorgen mache ich mir wegen der neuen Halle. Würzburg braucht sowas, vollkommen unabhängig ob mit oder ohne Erstliga-Basketball. 17 Tage mehr oder weniger im Jahr sind jetzt auch nicht so der ausschlaggebende Grund.

Und die Fans? Man hat es dieses Jahr schon gemerkt: Die Erfolgsfans werden weniger. Die, die jetzt kommen, kommen wegen Basketball und nicht wegen dem Event.

So oder so: Auch wenn es in die Pro A geht. Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei.