Me no WiiU

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Manchmal kommt’s unverhofft.

So wie ich zum Beispiel gestern zur unverhofften Möglichkeit kam, die WiiU mal für eine Stündchen aus erster Hand zu testen. Und nicht im Laden sondern auf einem befreundeten Sofa.

Ich muss nach der einen Stunde sagen, dass es mich, anders als bei der Wii damals, null, aber sowas von null, kickt die WiiU haben zu wollen. Von dem was ich gesehen habe, geht das Konzept aus mehreren Gründen voll an mir vorbei.

Da wäre zunächst das Tablet, das zwar angenehm leicht in der Hand liegt, aber von mir irgendwie nur so ein bisschen als „echtes“ Tablet identifiziert wird. Gefühlt ist das ein Unterschied wie zwischen einem Lerncomputer und einem echten Laptop. Nun gut, es ist ja im Grunde auch ein Controller…

…aber eben doch nicht ganz, was sich dann im Live-Einsatz gezeigt hat.

Habe ich ein echtes Tablet in der Hand bediene ich das entweder nur mit den Daumen (Swiftkey sei dank…) oder ich balanciere das Tablet auf einer Hand und arbeite mit der anderen. Mit den Schultertasten fühlt sich das WiiU-Dings eben doch an wie ein Controller was refelxmäßig zu einer Sache führt: Die Zeigefinger krallen sich um die Schultertasten und ich möchte nur noch mit den Daumen arbeiten.

Klappt aber in dem Moment nicht weil der Touchscreen in der Mitte fast zu weit weg ist um ihn nur noch daumig zu bedienen. Wer meint sich dann mit den Analogsticks behelfen zu können: Vergesst es! Touch or die! Zumindest wenn es darum geht, einen Mee zu erstellen. Fluchfaktor da bei mir schon hoch.

Vielleicht lag es auch an mir, dass ich mit der Kombination aus herkömmlichen Controller-Tasten und deren Verwendung und der mittlerweile antrainierten Touch-Konditionierung absolut nicht klar komme.

Aber das ist eben nur das Menü… also rein in die Minispielsammlung Nintendoland. Vielleicht ist das Ding ja doch voll intuitiv, auch wenn die anderen beiden Spieler auf der Couch eine WiiMote haben.

Fazit nach mehreren Runden:

  1. komme ich mit dem Dings nicht klar!
  2. hatte ich nach der Stunde Kopfweh vom Starren auf den Minibildschirm
  3. stellt sich bei mir auch bei Koop-Spielen nicht das Gefühl ein, dass ich „dazu“ gehöre, da ich eben meinen eigenen Bildschirm habe und im Gegensatz zu den anderen mein Spiel dort sehe.

Alles in allem hatte ich weder das Gefühl, dass die WiiU jetzt der geile Scheiß war. Die Grafik, zumindest bei Nintendoland, sieht immer noch aus wie Nintendo. Der Wortgefechtcharakter, den man ja bestens aus Mariokart kennt, bildete sich immer nur zwischen den WiiMote-Nutzern.

Hatte mich die Konsole vorher schon nicht sonderlich interessiert, so ist sie jetzt endgültig uninteressant. Ich weiß nicht wie das mit den anderen Spielen ist, aber gefühlt ist das weder Fisch noch Fleisch. Selbst der Gedanke eben nur das Inventory auf dem Display zu haben irritiert mich schon. Es fühlt sich an wie ein Bruch: Ich werde aus der (Fernseher-)Spielewelt rausgerissen und muss auf’s Display des Controllers schauen statt das Ingame on Screen zu haben.

Nettes „Feature“ ist auch, dass man die Daten von einer vorhandenen Wii auf die WiiU übertragen kann… aber dann sind sie auf der Wii weg. Warum? Das weiß kein Mensch. Mein Freund wollte zumindest nur die Speicherstände und Mees von der Familienkonsole auf seine WiiU übertragen und übergibt jetzt eine „leere“ Wii. Na, frohe Weihnachten 😉

Wenn Nintendo oder einem anderen Anbieter da nicht noch ein echt geiles Ding einfällt, dann sehe ich nicht, dass die Kiste einschlägt wie die Wii damals. Ist ja auch eine ziemliche Hürde.

Bleibt nur abwarten und Tee trinken…