Ich Bugs nicht mehr

Früher war alles besser!

…wird wohl auch der eine oder andere Zocker Joystick-schwingend auf einer Parkbank sitzend der Jugend zurufen.

Zumindest empfinde ich es manchmal so wenn ums Thema Bugs geht. Vielleicht bin ich auch einfach alt.

Früher, also vor 15 Jahren, kamen Spiele einfach gefühlt „fertig“ auf den Markt, was vielleicht auch daran lag, dass erst die ersten paar Spielezeitschriften dazu übergingen, CDs mit ihren Heften auszuliefern und auf den CDs neben den Demos und den Videos kaum noch Platz war für Patches. Und wenn es doch Patches gab, dann waren die doch äußert klein.

Heute scheint es aber schon zum guten Ton zu gehören, dass man am (oder noch besser VOR dem) Releasetag ein Patch rausbringt vom Umfang einer DVD. In diesem Fall ist es wohl kein „Patch“ sondern man musste den Termin halten und hat dann noch weitergearbeitet. Zumindest rede ich mir das in meiner optimistischen Einstellung einfach mal ein.

Ja, ich weiß auch, dass sich die Größe der Spiele erhöht hat und dass es immer mehr und komplexere Lines of Code werden die auf den Spieler warten. Und nein, auch nicht jeder Bug ist gleich ein Weltuntergang.

Ich kann mit ein paar Glitches oder halbtransparenten Wänden durchaus leben. Was aber richtig nervt sind eben die groben Schnitzer. Ich gebe auch zu, dass ich nie das Paradebeispiel für Bugs in einem Spiel gespielt habe: Gothic 3! Mein persönliches Bugageddon hat einen anderen Namen:

„War on Terror“ ist für mich das Spiel, bei dem ich sage, dass es doch einfach nicht wahr sein kann, dass das durch IRGENDEINE Qualitätssicherung gekommen ist und dass die PC Games es mit dem Satz „Was kommt dabei heraus, wenn man C&C Generäle mit Codename: Panzers kreuzt? – Ein Prachtspiel wie dieses“ (02/2006) bewirbt.

Ich wusste damals gar nicht, wo ich anfangen soll, das Spiel entsetzt in die Ecke zu feuern. Da wäre zum Beispiel die Missionserfüllung. Unglücklicherweise musste ich mit dem Spiel irgendwann nochmal im Tutorial anfangen. Und nachdem ich schon wusste dass ich die Fässer hinter der nächsten Kurve sprengen muss, habe ich sie einfach schon vorab weggeschossen… Fehler! Als dann der Punkt kam, konnte ich zwar den Wegpunkt passieren, aber die Fässer wurden nicht zerstört und ich konnte den nächsten Punkt nicht freischalten.

Wäre das alles gewesen, ich wäre ja etwas angefressen, aber halbwegs milde gestimmt gewesen. Aber nein, es wurde noch besser.

Bis heute habe ich nicht verstanden nach welcher Logik die Bordgeschütze meine Gegner attackieren. Wahrscheinlich nach gar keiner. Mal schoss das MG, mal schwieg es… Blöd wenn man sich versucht darauf zu verlassen. Ebenso blöd war die Idee mit dem Wiederbeleben von verletzten Einheiten. Die wurden vom Sani auf volle Energie wieder aufgepumpt, blieben dann aber liegen. Bei WoW würde man sagen, sie haben sich totgestellt. Verstehe ich durchaus, dass sie nicht weiterkämpfen wollen. Im Sand liegen ist da viel einfacher. Aneinandergereiht hat es einfach irgendwann keinen Spaß mehr gemacht.

In die gleiche Kategorie fallen wohl NPCs die auf einmal weg sind oder KI-Kameraden, die sich ebenfalls beharrlich weigern weiter mitzukommen. Oder, wie im Falle von F1 2010, wo die „Bugs“ wohl zum System gehören und man Regeln entweder übersehen (Boxenausfahrt) oder überinterpretiert hat (Boxengasse mit Safe Release).

Manchmal wünsche ich sie mir eben doch zurück, die Spiele von früher, die irgendwie problemloser funktionierten 😉