Google liest – und es ist so einfach wie Wasser kochen!

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Google macht jetzt auch in Büchern.

Zumindest wurde vor ein paar Tagen die neue Google Books-App veröffentlicht und gleichzeitig der Play Store um einen virtuellen Bücherladen erweitert.

Ich bin was das angeht ja eine sehr faule Socke. Ich mag es einfach zu sehr, wenn alles aus einem Guss kommt und dazu noch gut aussieht. Und man kann mich ganz einfach einfangen… Zum Beispiel, indem man im Book-Store gleich mal einen Link zu „Star Wars“-Büchern setzt. Nicht faul, habe ich da immer noch eines auf dem Zettel, was bei Blanvalet nicht mehr als gedrucktes Buch verlegt wird. Warum? Keine Ahnung! Die anderen Teile der Ex-Goldmann-Taschenbücher aus der X-Wing-Serie von Aron Allston gibt es noch als Gedrucktes zu kaufen. „Kommando Han Solo“, das letzte von Allston aus der X-Wing-Reihe, nicht. Doof das.

Freudig habe ich aber festgestellt, dass es das Buch dafür als eBook gibt. Bei google.

Jetzt ist das aber so eine Sache mit Google und mit Amazon. Denn eigentlich gilt ja das „Support your local Dealer“-Dekret im Haushalt. Besonders wenn es um Bücher geht. Also habe ich die große Tour gemacht. Ja, beim Verlag gibt es das auch offiziell, und zwar nur, als eBook. Doof, aber ich will ja immer noch wissen, wie das mit Geisterstaffel zu Ende geht.

Also ab in den lokalen Online-Laden um das Buch zu suchen. Erstmal war die Verwirrung schon groß, dass die Seite, je nachdem wo ich geklickt habe, einen anderen Shop aus dem Hut gezaubert habe.

Bin ich jetzt noch beim „local Dealer“ oder wurde ich hinterrücks einfach so zu jemand anderem geschickt?

Ich bin ja nun technisch nicht unbedint unbedarft, hatte aber in diesem Moment schon mehr Fragenzeichen im Gesicht als der Riddler auf seinem Kostüm und war zu meinem eigentlichen Ziel noch gar nicht vorgestoßen:

Suche nach Aaron Allstons „X-Wing – Kommando Han Solo“

Da kam ich auch erstmal nicht hin. Zumindest nicht, wenn ich nach dem Autor suche. Ich war eigentlich schon tiefenfrustriert, dass mir mehrere Bücher aus seiner Feder angezeigt wurden, aber eben nicht dieses aus der X-Wing-Reihe.

Oder besser „nicht korrekt angezeigt wurde“. Denn es ist sehr wohl im Buchkatalog drin, aber eben falsch benannt. Gefunden habe ich es nur wegen des Covers, was aber wegen der weniger als briefmarkengroßen Previews in der Suche schon eine Leistung ist. Es heißt aber eben nur „Star Wars“. Erst im Kleingedruckten ist dann zu lesen, dass es sich um das Buch „X-Wing, Kommando Han Solo“ handelt. Was in diesem Fall eben ein bisschen so ist, als würde man nur „Harry Potter“ über die Bände schreiben. Soll der Käufer doch selber finden was er braucht.

Aber ich bin da ja nicht so… Gefunden habe ich es ja. Was aber irgendwie auch nicht das Ende aller Probleme darstellt.

Als Besitzer eines Android-Tablets mit 3G wollte ich natürlich auch vor dem Kauf wissen, wie ich denn jetzt dann an mein Buch komme. Bei meinem local Dealer habe ich dazu aber leider keine passende Antwort gefunden.

Den Ablauf kannte ich bisher in dieser Reihenfolge:

  • Kaufe Buch
  • Bekomme Link
  • Lade Buch
  • Benutze Buch mit Adobe Digital Editions
  • Benutze Reader mit Adobe Digital Editions um Buch auf Reader zu bekommen.

Problem:

Isch ‚abe gar keine Adobe Digital Editions

Naja, halbwahr… ich habe schon, denn die Online-Leihe der Uni-Bibliothek funktioniert nur darüber.

Korrekter wäre:

Isch ‚abe gar kein Adobe Digital Editions auf meine Anroid-Tablet

oder auch

Isch ‚abe gar keine Lust mir unterwegs eine Buch zu kaufen, das Buch dann wenn ich wieder in der Nähe meines Rechners bin, auf den Rechner zu transferieren, der nur Windows oder ein Mac OS haben darf, aber kein Linux, was mein Netbook schonmal ausschließt, um dann das Buch mit Adobe Digital Editions zu aktivieren und dann…

…richtig: Und dann?

Neben der Tatsache, dass ich nach dieser Aussage erstmal Luft holen muss, habe ich genau drei Reader auf meinem Tablet:

  • Adobe Acrobat für PDFs
  • Kindle für Kindle-Books
  • und jetzt auch noch den Google Books Reader

Ich bin also einer dieser User, die das System nur so kennen, dass ich für Shop A auch die Leseapp von Shop A brauche, von Shop B wieder eine andere usw. Doof das… Beim Buchkatalog war weder hinweis auf eine App noch sonst ein Hinweis.

Spätestens an diesem Punkt hatte ich schon mehr oder minder keine Lust mehr. Und da das Buch in gedruckter Form nicht mehr verlegt wird, gab es nicht einmal die Alternative: Ach leck mich doch am Arsch, ich kauf das Ding im Laden und stell es mir ins Regal.

Wäre mir eh lieber, weil lesen auf dem Tablet ist mir schon ein bisschen ein Graus. Was weniger an der Technik des Displays liegt, als viel mehr daran, dass die meisten Apps sich, aus meiner Sicht, für eine Leseapp doof verhalten.

Ein Tablet hat eben, anders als ein eBook-Reader eher selten das typische Seitenverhältnis eines Buchs. Quer scheidet aus, weil meistens nur eine Seite anzeigt wird. Ich habe also nur eine Spalte, die dann entweder mittig mit viel Platz links und rechts oder 10 Zoll Vollbild. Beides ein unheimlich erhebendes Leseerlebnis.

Hochkant scheidet auch aus, da auch hier das Format des Tablets eher buchuntypisch ist… Böse könnte man auch sagen, es ist ein bisschen als würde man das Buch auf Klopapier drucken:

Viel zu hoch für zu wenig breit.

Gellende Jubelschreie waren da dann meine Reaktion, als Amazon bei der Aktualisierung seiner Kindle-App ein neues Feature brachte:

Zwei Seiten nebeneinander im Landscape-Modus.

So die Theorie. Praktisch sind es einfach zwei Spalten mit Text wo die anderen eine machen. Aber ich will ja nicht meckern. Es ist immerhin ein Anfang.

Den Gorm machte ich dann, als ich die Google Books-App das erste Mal testete.

Zwei Seiten und „umblättern“ heißt dort auch wirklich umblättern im Sinne, dass die Seite dem Finger folgt wie wenn man ein echtes Buch umblättert. Ja, ich bin leicht glücklich zu machen mit solchen Spielereien.

Aber um den Bogen wieder zurück zum Anfangsproblem zu schlagen:

Sollte ich es wirklich schaffen, das ePub zu aktivieren, und sei es auf meinem Rechner, werde gibt es dann auch eine App, die mit diesen schicken Features mithalten kann? Doppelseiten? Tablet-optimiert?

Und, was ja im Grunde immer noch das Grundproblem ist, wie schaffe ich es, ein Buch auf dem Tablet zu bekommen, wenn ich z.B. Abends im Hotel sitze und jetzt was lesen will? Ohne Rechner.

Deswegen, so leid es mir tut und so gerne ich sowas auch vor Ort kaufen würde: Irgendwie sind diese All-In-One-Lösungen wie sie Google und Amazon anbieten, viel einfacher und, gerade mit entsprechender Hardware, die überall online sein kann, benutzerfreundlicher zu bedienen.

Aber vielleicht kann mich ja auch hier jemand davon überzeugen, dass es einen total simplen Weg gibt, dass ich auch ePubs bei meinem lokalen Händler kaufen kann. Auch wenn ich gerade in Flensburg, Garmisch oder Hintertupfingen bin und was zu lesen brauche.