Fehlstart #pureEmotion

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An dieser Stelle würde ich ja gerne folgendes schreiben:

Jawoll! Auftakt nach Maß der Baskets und schön, dass sie die Form aus der Preseason bestätigt haben

Wäre super, weil dann wäre der Blogartikel sehr schnell geschrieben.

Kann ich aber leider nicht. Und so viel wie über dieses Spiel könnte ich wohl auch über kein Spiel der letzten Saison schreiben.

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Aber beginnen wir von hinten. Der Endstand 79:86 ist zwar erstmal doof, aber auch da könnte man noch sagen: Mei, dumm verloren.

Leider muss man an der Stelle aber etwas weiter ausholen. Ich springe deshalb 40 Minuten vor und fange von vorne an.

Die ersten sieben Minuten waren wie aus dem Bilderbuch. Eine Bestätigung der Testspiele in der Preseason. 21:6 vorne. Tolle Defense, tolle Offense. So hätte es locker die nächsten 33 Minuten weitergehen können.

Wenn dann nicht irgendwas passiert wäre. Was kann ich gar nicht sagen. Vielleicht ist die Defense auf’s Klo und da eingeschlafen. Vielleicht hat irgendwer den Stöpsel gezogen und die Luft rausgelassen. Oder es waren die schnellen Fouls des Verteidigungsministers John Little. Der saß nämlich schwer belastet von Fouls auf der der Bank. Im ersten Viertel. Auf jeden Fall kamen die Hagener ins Spiel und unsere Defense machte für 33 Minuten Pause. Vielleicht hätte sie mal jemand holen sollen…

Die Defense war mit ohne John Little streckenweise einfach nicht existent und nur all zu bereitwillig wurde den Hagenern auch noch der Rebound überlassen.

Überraschenderweise liest es sich in der Zusammenfassung der Beko BBL alles nur halb so schlimm:

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Optisch war es in der Halle ein Graus! Einfache Punkte und freie Würfe für die Hagener. Chaos und leichte Ballverluste für unsere Jungs.

Übrigens habe ich mal ganz bewusst einen Punkt in der Statistik ausgelassen, zu dem ich mich dann (leider) auch noch äußern will.

Aber es ist eben wie es ist: Haste Scheiße am Schuh und so… Repräsentiert durch die Waagrechte zwischen drittem und viertem Viertel. Das war Stimmungsmäßig und Spielmäßig die echte Nulllinie des Abends.

Stimmungsmäßig muss man leider auch sagen, dass die Halle, trotz Bemühungen durch Matze Bielek, nicht in Schwung kam. Im Gegensatz zum mitgereisten Fantross der Hagener, die aber leider auch ihre Konfettikanone mitgebracht hatten. Ansonsten haben die Jungs und Mädels das gemacht, was unsere Fans eigentlich hätten machen sollen: 40 Minuten bedingungslos gefeiert.

Aber kommen wir zu diesem unheimlich unschönen Punkt „Fouls“. Ich dachte es bliebe mir noch eine Weile erspart darüber zu reden und nicht schon gleich am ersten Spieltag. Aber was war denn das bitte für eine Schiedsrichterleistung? Da sitzt schon ein vierter Offizieller um die drei auf dem Parkett zu unterstützen und dann kommt da sowas bei raus?

Überspitzt, und vielleicht durch die Fanbrille verfärbt, würde ich sagen, dass die Hagener kratzen, beißen und spucken durften, während Würzburger Spieler für’s böse schauen bestraft wurden. Es ist ja nun schon die vierte Saison, die ich mir das anschaue, aber ich muss offen und ehrlich zugeben, dass ich heute einige Entscheidungen schlicht und ergreifend nicht verstanden habe. Wäre auf beiden Seiten so gepfiffen worden, dann hätte ich das vollkommen okay gefunden. Es hätte das Spiel zerrupft, was es so auch hat, aber man hätte von einer ausgewogenen Linie reden können. Es war eben auch nicht so, dass die Würzburger härter zugelangt hätten als die Hagener. Aber dass auf der einen Seite ein Unterbinden des Fastbreaks in einem Unsportlichen endet und auf der anderen Seite (mit Glück) gerade so gepfiffen wird ist schon unschön.

Dummerweise hat am Ende wahrscheinlich das und noch anderes zum Negativ-Highlight des Spiels geführt: Jason Boone und Henry Dugat gehen aufeinander los und es kommt zur Rudelbildung. Folgerichtig für beide ein disqualifizierendes Foul. Wer weiß, was das noch für ein Nachspiel hat.

Zusammenfassend muss ich aber als Fan eines sagen:

Uns haben nicht die Schiedsrichter besiegt, sondern am Ende hat die Mannschaft sich selber besiegt. Durch die fehlende Defense, zu viele verlorene Rebounds und die, teilweise haarsträubenden, Turnover. Da war kein Wille, kein Biss und niemand, der die Mannschaft mal mitgerissen und aufgerüttelt hat.

Vielleicht hätte es da wirklich einen John Little gebraucht oder einen Jamal Boykin, der nicht mal im Kader war.

Schade auf jeden Fall. Frustrierender Auftakt für Fans und Mannschaft.

Sei’s drum! Die Saison hat gerade mal angefangen und es geht schon zu als ginge es um die Playoff-Plätze.

Bleibt nur eines: Mund abwischen und weitermachen. Samstag gegen den MBC muss das dann anders aussehen.

Dass sie’s können, haben sie ja in der Vorbereitung oft genug gezeigt.