Die wirklich wahre Wahrheit über’s Camping

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Die Krappweis‘ also…

Das Fernsehen wollte sie nicht mehr haben, ich konnte Tommy sein Versprechen nicht endgültig abnehmen, dass es noch besser wird und jetzt auf also DVD.

Zwei Stück sogar um die 12 Folgen mit 300 Minuten Spielzeit unters Volk zu bringen. Plus Extras. In Deutsch… Sagt zumindest die Hülle. Jenseits des Mains wird man aber wahrscheinlich bei manchem Gespräch verzweifelt nach dem Untertitel suchen.

 

So steht’s im Netz und so steht es auch auf der Hülle meines Rezensionsexemplars, dass ich schon vor dem Erscheinen der DVD zum Abnehmen eines Versprechens bekommen habe. Da habe ich wohl jemand bei der Ehre gepackt 😉

Also nichts wie aufreißen und rein damit in den DVD-Player.

In den 12 Folgen lernt man dann nicht nur Tommys Wohnung kennen, die Dachschräge im vierten Stock und Werners neues Luxux-Wohnmobil, sondern auch den ein oder anderen Beteiligten der Geschichten: Tommys Mutter und sein Bruder oder die Freunde mit denen Werner beim Camping war. Und alle bestätigen die schlimmste Befürchtung, die der Leser des Buches wahrscheinlich schon hatte:

Ja, es war alles wirklich so. Und noch viel schlimmer…

Denn nach und nach werden auch Geschichten erzählt, die es so noch nicht zu lesen gab. Allein die wären wahrscheinlich schon die Kennzeichnung FSK 12, wenn nicht 16, wert und den dicken Hinweis:

Liebe Kinder!

Nicht nachmachen! Unter keinen Umständen!

Fünf Stunden saß ich also gebannt, und sehr oft laut lachend vor dem Fernseher, so dass ich Tommy jetzt auf jeden Fall zugestehen muss, dass er Recht hatte: Es ist besser geworden. Sehr viel besser. Ich vermute einfach mal, dass vieles davon einfach am Stück gedreht wurde. Es fühlt sich zumindest so an, als hätten sich die Beteiligten mit jeder Folge mehr eingegroovt.

Zum meinen persönlichen Favoriten würden auf jeden Fall Folge 6 und Folge 9 gehören…

…wenn da nicht die Extras wären.

Die Extras sind nämlich, anders als bei einer normalen DVD nicht Outtakes, Interviews mit den Schauspielern oder Regiekommentare, sondern eine private Urlaubsfotogalerie, Mitschnitte von Tommys Lesereise (Gerüchteweise hat er dort das Publikum zum Feintuning der Geschichten missbraucht), eine äußerst kurzweilige Videovita von Tommy und drei skurile Dinge, die man selber gesehen und gehört haben muss.

Da wäre zunächst einmal der Soundtrack zur DVD mit so klangvollen Namen wie

  • Chemieklochacha
  • Bulligruselboogie oder meinem Favorit, der
  • Bachbettpolka

Dazu kommt dann ein „Schnipsel“, den ich nicht ganz verstanden habe, was dem Spaß aber keinen Abbruch getan hat: „The Rubberthingie“

Der Grund, warum die Beiden ein paar Esten auf Englisch erklären müssen, was die Gumminille am Vorzelt zur Befestigung am Bulli ist, ist erstmal vollkommen unerheblich, ich bin einfach geneigt zu sagen:

Einmal das was die hatten, bitte! Das muss guter Stoff gewesen sein.

Und dann kam es.

Ich muss sagen, für mich das Highlight der beiden DVDs. Ich habe wirklich bei keiner Folge mehr gelacht und das hätte wegen mir auch noch eine ganze Weile so weitergehen können:

Der Rohschnitt der ungesendeten Folge 13 (Im Grunde ist ja ab Folge 6 alles ungesendet…) in der Tommy und sein Vater Werner auf Thorsten treffen. Der Thorsten mit dem Tommy alleine zelten war. Der Rohschnitt hat zwar keine Animationen wie die 12 regulären Folgen, ich habe sie aber auch nicht vermisst. Was nichts mit den sehr lustigen Animationen zu tun hat sondern eher damit, dass dieser Folge im Probenraum der Schule einfach nichts fehlt. Die beiden plaudern so bildhaft vor sich hin, dass es keine Animation braucht um Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Am besten hört man damit auf, denn die Folge kann eigentlich nichts mehr toppen.

Alles in allem wird die DVD dem Buch also doch mehr als gerecht.

Wer jetzt schon wild mit den Hufen scharrt wie eine korsische Kuh, dem kann man nur zur Geduld oder zum Vorbestellen beim (Buch-)Händler seines Vertrauens raten.

Erscheinen wird sie nämlich erst am 17. August und 17,99 € kosten.

Genau das Richtige um den Kindern die Fahrt in den Camping-Urlaub im Süden schmackhaft zu machen. Und wenn nicht, wissen sie ja, dass es auch alles viel viel schlimmer sein könnte.