Die Tribute von Panem – Der Film! …für Nicht-Leser

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„Die Tribute von Panem“ ist sicher ein tolles Buch!

Gelesen habe ich es trotzdem nicht, bin aber mit Frau Papiergeflüster ins Kino.

Wer wissen will um was es im Film geht, der kann das auch bei ihr, zur Buchform, nachlesen. Die Begeisterung, die sie für die Bücher hegt, kann ich leider nur eingeschränkt für den Film übernehmen.

Warum? Weshalb? Wieso?

Wer die Bücher mag, sich den Film noch anschauen möchte oder sonstiges, der sollte sich hier jetzt abwenden…

..den hier beginnt die Spoiler-Zone!

Schon seit dem letzten Bourne-Film bin ich echt kein Freund mehr von verwackelter, unscharfer, verwischter Handkamera. Sorry… No Way! Wer so viel Geld in einen Film investiert, der sollte sich auch mit dem Prinzip der Steadycam auseinander setzen. Selbst als Stilmittel war das zu viel. Okay, man schafft es so die Kämpfe nach nichts aussehen zu lassen und mal eben so die so wichtige FSK 12-Hürde zu nehmen. Man sieht wirklich nix. Ich kenn das noch von früher, als man Unreal Tournament auf einem langsamen LCD gespielt hat. Irgendwann war es eben nur noch Brei.

Wäre das das einzige Manko geblieben: Ich hätte kein Problem mit dem Film gehabt. War es, für mich als Nicht-Leser, aber eben leider nicht.

Zum einen sind einige Dinge dabei bei denen man kein Hellseher sein braucht um die folgenden Szenen zu erraten.

Dass der Junge insgeheim auf das Mädchen steht und dass dann öffentlich im Fernsehen, zu ihrer Überraschung das erste Mal gesteht… Okay… Kein schockierender Twist im Plot.

Dass sich Drehbuch-Autor und Regisseur dann aber dreist am Horror-Klischee vergreifen war schon krass.

Der Satz

Wir sehen uns zum Essen wieder!

wenn sich die Gruppe, und seien es wie in diesem Fall nur zwei, sich trennt, sollte kategorisch aus allen Drehbüchern gestrichen werden. Man möchte in diesem Moment als Zuschauer aufspringen und sagen: HAHA! Nebenfigur! Das ist dein Ende!!!!

Auch hier sieht man sich zum Essen dann eben nicht wieder…

Und so ging das, zumindest bei mir, gefühlt den ganzen Film.

Von vier Leuten stirbt „zufällig“ diejenige, durch den Angriff der Killerwespen, die die Lieblingswaffe des Hauptcharakters hat.

Die ultragressiven Killerwespen warten auch artig mit dem Angriff auf den Hauptcharakter, bis diese mit dem Überlebensmesser den beindicken Ast, an dem das Nest hängt schon fast durchgesägt hat. Und sind auf dem Boden dann auch innerhalb von Sekunden verschwunden nachdem sie den oben erwähnten Nebencharakter mit der Waffe getötet haben.

Später soll der Hauptcharakter Vorräte beschaffen oder zerstören… so genau habe ich das nicht verstanden.

Sie hat einen Bogen, es steht nur eine Wache da. Statt diese einfach zu erschießen, sprengt sie lieber mit zwei Kunstschüssen die kompletten Vorräte in die Luft… Es entdeckt sie aber von der herbeieilenden Verstärkung keiner nachdem sie von der Druckwelle ins Gras geworfen wird.

…und so geht das in einem fort.

Zwischenzeitlich fühlt man sich in eine schlecht Pro7Sat1RTL-Nachmittagssendung versetzt, in der alles genau auf Stichwort passiert bzw. einem schlechten B-Movie-Horrorfilm in dem man sich darüber ärgert, dass die Charaktere alles tun um möglichst schnell zu sterben.

In meinen Klischee-Voraussagen habe ich mich aber dann doch einmal geirrt.

Beim

Ich helf dir kein zweites Mal!

eines Nebencharakters bin ich fest davon ausgegangen, dass er in den nächsten paar Minuten wieder um die Ecke kommt und sie ein zweites Mal rettet.

Fazit ist also, dass er Fans des Buchs gefallen könnte, Nicht-Fans aber fast eine Checkliste der dümmsten Dialoge und Verhaltensweisen in Survival-Filmen anlegen können.

Empfehlenswert ist er auf jeden Fall für alle, die mal sehen wollen, was man mit Make-Up alles machen kann… Und wie fett man damit jemand schminken kann 😉