Der Papa geht nach Hause! #pureEmotion

Erstmal das Positive:

  1. Die s.Oliver Baskets haben das Charity-Vorbereitungsspiel gegen die Basketballer des FC Bayern 73:67 gewonnen!
  2. Die neuen, schwarzen Trikots sehen fantastisch aus. Der Schriftarten-Fetischist in mir freut sich besonders über die Schriftart der Namen. Ich glaube, ich muss mir ein zweites Trikot gönnen.
  3. Die Offseason ist damit offiziell vorbei.
  4. Ich freue mich jetzt schon auf’s Wochenende wenn es gleich weitergeht mit dem Bosch Rexroth Cup und ich beide Tage in der Halle sein werde. Und natürlich auf die Saison.
  5. Die Form der Jungs (jaja, Vorbereitungsspiel) ist phasenweise erschreckend gut, aber dazu später.

Da waren sie also, die Bayern zum Vorbereitungsspiel und in der ganzen s.Oliver Arena waren gefühlte fünf Fans. Drei davon gelegentlich sehr lautstark.

Ich habe mich auf jeden Fall auf den einen oder anderen Zugang der Bayern gefreut. Zum Beispiel über Herrn Idbihi oder auch den MVP John Bryant, den ich als Ulmer immer als sehr symathisch empfunden habe, aber dazu dann etwas später mehr.

Beim Publikum und dem Team hatte man ein bisschen das Gefühl als wäre das das große Wiedersehen voller „Hey, schön dass es wieder losgeht und schön dass du da bist“. Ein bisschen wie heimkommen halt.

Sportlich war es am Anfang ein Spiel auf Augenhöhe. Acht bis vierzehn Punkte Vorsprung sind echt geschenkt und das kann mal passieren. Alles in allem die ersten anderthalb Viertel ein faires Defense-Duell, bei dem die Baskets in der Offense hin und wieder eben das kleine Quentchen mehr Glück hatten. Der Spielstand für die Bayern mit nur elf Zählern nach dem ersten Viertel war dem Verlauf und der starken Defense der Würzburger angemessen. Im zweiten Viertel legten sie offensiv noch eine Schippe drauf und zogen auf 14 Punkte weg. Sportlich wäre das der Moment gewesen an dem der Herr Pesic dann ne Auszeit hätte nehmen sollen, seinen Jungs mal den Kopf hätte waschen sollen und man locker hätte weiterspielen können.

Hat er aber nicht. Stattdessen: Auftritt Svetislav Pesic. Und zwar gegen die Schiedsrichter. Meiner Meinung nach war die Leistung okay. Da hab ich in der letzten Saison schlimmeres gesehen. Teilweise war es etwas kleinlich gepfiffen aber an anderer Stelle auch so, dass der Spieler mit den weniger Fouls das Foul bekommen hat statt dem, der sonst auf die Bank gemusst hätte für den Rest des Spiels. Ein Freundschaftsspiel für den guten Zweck.

Das hat dem Trainer scheinbar keiner gesagt, denn er ging dann wild schimpfen auf die Schiris zu… Aus der Coachingzone raus, bis in den Mittelkreis. Nachdem er sein erstes technisches Foul kassiert hatte, ließ er sich nicht vom Co-Trainer beruhigen, sondern schnappte sich den nächsten Schiri, dem er auch ein paar freundliche Worte schenkte. Voller Dankbarkeit schenkte der ihm dann das zweite Foul und schickte ihn auf die Tribüne. Selber Schuld muss ich in diesem Moment sagen. Herr Pesic ist da ja kein Unbekannter was das Meckern angeht.

Womit dann keiner gerechnet hat, und aus meiner Sicht die Lachnummer des Abends war, dass er seine komplette Mannschaft mit in die Kabine nimmt. Ich weiß ja nicht, was die offiziellen Regeln in so einem Fall vorsehen, aber die komplette Halle kam sich in diesem Moment ein bisschen verarscht vor. Als Fan des FC Bayern Basketball hätte ich mich in diesem Moment ziemlich fremdgeschämt und mir einen anderen Verein gesucht. So eine Nummer bei einem Freundschaftsspiel für den guten Zweck von meinem Hauptsponsor zu bringen. Mir fallen da weniger Dinge ein, die noch peinlicher sind. Vielleicht gehört das aber auch zu dem berühmten „Mia san mia“-Gefühl, wenn der teure Kader von einem „Dorfverein“ zerpflückt wird.

Immerhin kamen nach kurzer Zeit wieder und es wurde auch wieder Basketball gespielt.

Zwischenzeitlich so erfolgreich von den Baskets, dass der Vorsprung unglaubliche 22 Punkte betrug. Würzburg ist eben doch schon immer ein schlechtes Pflaster für die Bayern. Es wäre mit so einem Vorsprung und weiterhin solider Rebound-Arbeit ein Spaziergang geworden, aber leider ging hinten immer weniger und vorne wollte nicht mehr alles so fallen, so dass es wenige Minuten vor Schluss dann auf einmal nur noch 4 Punkte Vorsprung waren, die es zu verteidigen galt.

Der Basketfan freut sich da schon auf die kommende Saison und kauft einen Extrapack Fingernägel zum Abkauen in Kombination mit dem obligatorischen Herztropfen. Klar, Vorbereitungsspiel, da ist klar dass noch nicht alles 100% sitzt, aber die Idee des Querpasses quer durch die Zone machte sich mehrfach nicht so gut. Außer als dankbar angenommenes Angebot für den Gegner einen Turnover zu bekommen.

Kurz: Viel Licht (Mir haben die Neuzugänge Carter, Spoden und Boykin und die Leistung, die McNaughton heute offensiv wie defensiv gezeigt hat sehr gut gefallen) aber eben auch immer noch die eine oder andere Krankheit aus der alten Saison. Aber was soll’s „Preseason, Baby!“ sagt der Fan in mir und freut sich auf eine spannende Saison.

Immerhin hat es letztlich hat am Ende doch noch gereicht und als Schmankerl gab es dann für das Publikum noch nackte Basketballeroberkörper zu sehen und alle hatten sich wieder lieb. Auch wenn Herr Pesic das restliche Spiel von der Pressebank aus beobachtet hat.

Und John Bryant?

Big John MVP hat sich scheinbar bei den Bayern schon bestens eingefühlt. In Ulm kam er zumindest immer als Buddy- und Kumpeltyp rüber.

Aber kurz nach dem Spielerstreik skandierte der Fanblock vergebene Chancen mit einem höhnischen „MVP! MVP!“, was er leider nicht so lustig fand und seinem Frust mit zwei ausgestreckten Fingern Richtung Fanblock kund tat. Warum? Keine Ahnung. Aus meiner Sicht müsste sich ein Spieler auch in solch einer Situation, auch wenn es heute für ihn nicht lief, soweit im Griff haben, dass er sowas nicht tut. Aus meiner Sicht geht das gar nicht.

Jetzt freue ich mich erstmal auf Samstag und Sonntag. Und über den Sieg gegen die Bayern.