Battlefield 3st

Keine Frage, ich liebe Battlefield!

Ich war und bin immer noch ein großer Fan von Battlefield 1942. Wegen seines eigenen Servers der sich auch mal bei einer LAN mit nur ein paar Leuten auf einem Rechner in der Ecke installieren lässt und man auch mit einer Hand voll Leute eine Karte vollbekommt und den Rest einfach von, für Gelegenheitszocker genügen anspruchsvollen Bots, auffüllen lassen kann. Die Stunden, die wir mit diesem Spiel verbracht haben, lassen sich nicht mehr so leicht zählen.

Ich habe mir auch mit viel Freude, Battlefield Vietnam gekauft. War aber schon enttäuscht, dass für den Multiplayer die Bots entfallen sind. Ich hatte es, trotz des famosen Soundtracks, relativ schnell über und habe es damals weiterverkauft (Ja, sowas ging damals noch).

Wieder mit viel Freude habe ich mir dann Battlefield 2 und das Add-On gekauft. Endlich ein modernes Gewand und dort auch das erste Mal viel Zeit im Online-Modus verbracht habe. Und auch irgendwie der Anfang von vorläufigen Ende meiner innigen Beziehung zur Serie Battlefield. EA führte mit BF2 die „Randked Server“ ein… Wollte man was für seine Stats tun, konnte man das nur auf den offiziellen, kostenpflichtigen Servern tun. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass es von Anfang an einen Dedicated Server für den Hausgebrauch gab…
Immerhin gab es wieder Bots… aber nur für die, eher unspektakulären und auch nicht bei weitem alle, 16er Karten. Außerdem führte EA auch noch zwei andere Ärgernisse mit B ein:

  • Bugs, und davon nicht gerade wenige, und das Feature mit deinem Patch neue Bugs ins Spiel zu bringen
  • Boosterpacks – Auf einmal sollte man für Mini-Inhalte extra bezahlen, die bis dato von den Entwicklern irgendwann als „Goodies“ kostenlos mit einem Patch nachgereicht wurden. Kam ja dann auch mit Version 1.5 so.

Entsprechend kritisch habe ich dann den Nachfolger Battlefield 2142 beäugt… und das zu Recht. In BF2 gefixte Bugs feiert ein Revival und auch sonst konnte ich dem Spiel nicht viel abgewinnen. Einzig der neue Titan-Modus war nochmal eine tolle Idee abseits des üblichen CTF und Deathmatches.

Bad Company zwei Jahr später versprach dann neuen Wind in die Geschichte zu bringen… Unter anderem mit der Einführung einer echten Kampagne. Leider ist das Spiel, bis auf die Demo, vollkommen an mir vorbeigegangen: Es war Konsolen-Exklusiv und ich habe schnell gemerkt, dass ich mit dem GamePad bei Battlefield nicht warm werden werde.

Über Heroes möchte ich hier lieber nicht reden… Das ist sowas wie die peinlichen Verwandten mit denen man eigentlich lieber nicht in Verbindung gebracht werden möchte 😉

Die Fortsetzung Bad Company 2, dann auch auf dem PC, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Kampagne hat auf jeden Fall Laune auf mehr gemacht. Und das Ende lässt ja irgendwo durchblicken, dass es wohl mindestens noch einen dritten Teil geben wird…

Dann kam Battlefield 3… oder kommt!

Zumindest kam erstmal ein Singleplayer-Ingame-Video bei dem mir vor Ungläubigkeit der Mund offen stehen blieb. Das da? Battlefield? Wow… Eine solche Inszenierung hätte ich von einem Modern Warfare erwartet aber nicht von einem Battlefield. Nach dem eher schwachen Pressestimmen zu eben jenem Konkurenzprodukt ist es mit diesem Video damals auf jeden Fall sehr weit nach oben geklettert auf der Must-Have-Liste. Auch der Trailer von der GamesCom mit dem 64-Spieler-Gefecht hat wieder Lust auf Online-Gefechte gemacht…

Leider fingen zeitgleich auch die Spielchen bei EA an, die mir das Spiel schon wieder gar sehr vergräzen.

Ich verstehe durchaus, dass EA lieber die ganze Sahne abschöpfen will und für ihre Spiele eine eigene Plattform gezimmert haben namens Origin. Weniger fein war dabei aber das Verhalten gegenüber der sich, aus meiner Sicht, mittlerweile etablierten Plattform Steam und ihren Kunden. Ein Spiel nach dem anderen verschwand aus dem Steam-Katalog und zu Battlefield 3 ließ man verlautbaren, dass es gar nicht über Steam erscheinen würde, weil man im System wie Steam Updates verteilt ein Problem sehen würde… auf einmal. Über andere Onlineshops wie Direct2Drive ist es aber erhältlich. Ein Schelm, wer vermutet, dass der Schuss gegen die Konkurenz Steam ging…

Vollkommen gar nicht überraschend war, dass BF3 Origin zwingend voraussetzen wird und dass es Daueronline sein muss… also auch wenn man eigentlich nur den Singleplayer spielen will. Blöd dabei ist, dass Origin sich nach einigen Stimmen als ziemlicher Perfomance-Fresser entpuppt hat.

Einmal mehr wird es auch wieder keine Dedicated Server geben. Man möchte Cheatern vorbeugen usw. Man fragt sich, wie wir damals nur Spaß am spielen haben konnten…

Nächster Sargnagel, für den Fall in meinem Must-Have-Ranking waren dann zwei Ankündigungen, über die man am ersten April sicher lacht, aber so einen eher verspannten WTF-Gesichtsausdruck hinterlassen:

  1. Wird es keinen internen Server-Browser in der PC-Variante geben. Auf den Konsolen hingegen schon.
  2. Wird es kein „klassisches“ Hauptmenü geben bei der PC-Variante

War erstens schon ein Witz (hier soll die Anwendung Battlelog zum Einsatz kommen. Ebenfalls „hochperformant“ *hust*), so hinterlässt das zweite doch ein peinliches Fremdschämen. Nun gut, ich muss ja, dank Origin, eh Daueronline sein zum spielen, aber dann muss ich auch noch ein Plugin in meinem Browser installieren um über eine Webseite dann den Single-Player starten zu können? Und kann auch nur wieder über eben jenen Browser wieder in den Multiplayer wechseln. Der Wunsch nach einem fließenden Wechsel zwischen Privat- und Massenvergnügen schön und gut, aber wenn ich von Nürnberg nach München fahre, dann fahre ich auch nur in den seltensten Fällen über Frankfurt oder Köln und finde das noch „vollkommen selbstverständlich“!

Aber, das allerschönste, endgültige Gefühl von „Ihr habt doch nicht alle Latten am Zaun“ brach dann diese Woche über mich herein, als folgender Auszug aus der Origin-EULA publik wurde

Du gestattest EA und seinen Partnern das Sammeln, Nutzen, Speichern und Übertragen von technischen und verwandten Informationen, die deinen Computer (einschließlich IP-Adresse), dein Betriebssystem, deine Nutzung der Anwendung (einschließlich erfolgreicher Installation und/oder Deinstallation), Software, Softwarenutzung und deine Hardwareperipherie identifizieren

Begründet wird das sammeln dieser Daten, wozu auch die Verknüpfung mit den persönlichen Daten gehört, damit, dass man so besser einen besseren Service gewährleisten könne und man die Daten, wiederum gekoppelt an die Nutzerdaten, auch gleich mal für die Werbung einsetzen könne, auch gerne zur Weitergabe an Dritte, dann immerhin in anonymisierter Form.

Ich bin ja nun echt kein Kind von Traurigkeit und ich sehe ein, dass man bei Problemen ein paar Rumpfdaten an den Entwickler weiterleiten kann, möglicherweise auch verknüpft mit Kontaktdaten im Falle von Rückfragen. Aber doch bitte nur „falls gewünscht“ und nicht nach der ungefragten Bob, der Baumeister-Methode „Jo, wir machen das!“

Aber scheinbar hat EA da anderes im Sinne.

Schade eigentlich. So werde ich wohl nicht gleich zuschlagen sondern erstmal abwarten was da für nette Dinge noch an den Tag kommen.

#Update

Ein Update vor Release des Artikels… ich bin ja sowas von auf der Höhe der Zeit. EA ist grad zurückgerudert. Das weltweite Medienecho ist wohl heftiger ausgefallen als man sich’s gedacht hat. Aber man kann es ja mal probieren… und das war ja auch grad alles. Dass es Origin immer noch interessiert, was ich sonst noch so auf meinem Rechner habe, entlockt mir grad mal ein liebevolles „F*** dich!“
Genauso wie  für den Hohn, dann halt auf Origin zu verzichten… Was ja mit einer Aussage gleichzusetzen ist: Auf EA-Spiele zu verzichten!

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