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Was haben himalajisches Steinsalz und Videospiele gemeinsam?

Auf den ersten Blick nicht viel. Bis man dann in die Tiefen eintaucht und merkt, dass die beiden doch mehr gemeinsam haben als man denkt.

Himalajisches Steinsalz, welches seit Jahrtausenden im Himalaja vor sich hinwächst, muss, wenn es als Lebensmittel in den Laden kommt, ein Mindesthaltbarkeitsdatum bekommen. Ohne geht nicht, da macht das Gesetz auch vor erdgeschichtlichen Entwicklunsgprozessen nicht halt.

Dieses Steinsalz, welches bereits sehr sehr sehr sehr sehr lange in der Erde gelagert hat, hat also noch genau zwei Jahre mehr um nicht schlecht zu werden. Man könnte fast vom Glück reden, dass sich gerade noch rechtzeitig jemand auf dem Weg gemacht hat, tonnenweise dieses Salz aus den Bergen zu retten. Man stelle sich nur vor, wie das aussehen würde, wenn dort überall vergammeltes Steinsalz rumliegen würde. Oder am Ende noch zur Instabilität des höchsten Hochgebirges der Welt führen würde.

Ich ahne, dass bis jetzt immer noch nicht ganz klar ist, was das nun wieder mit Videospielen zu tun haben soll.

Wahrscheinlich kennt das jeder Spieler, der schon einmal einen Ego-Shooter oder ein Rollenspiel gespielt hat. Gegnerhorden machen einem das Leben schwer, die eigene Munition neigt sich dem Ende.

Neben dem immer noch nicht geklärten Mysterium, wo eine Kanalratte eine ganze Ritterrüstung verstecken kann, zeigen sich die Gegner vor dem Ableben auch meistens nochmal gänzlich unkooperativ.

Eine Horde schwerbewaffneter Soldaten feuert aus allen Rohren auf den einsamen Helden. Einmal getroffen, verschlucken sie aber, quasi mit dem letzten Atemzug, ihre Waffe, bevor sie den Weg aller digitaler Gegner gehen und mehr oder weniger gekonnt aus dem Spiel scheiden.

Anders lässt sich zumindest nicht erklären, dass man nichts mehr von der Waffe sieht, hört oder gar findet, wenn man sich nur Sekunden später der Leiche nähert. Sie ist einfach weg… Auf grausige Details, wo man noch nach der Waffe suchen könnte, verzichte ich an dieser Stelle aus Gründen der USK.

Weit schlimmer, weil man ja im Idealfall den Gegner nicht mit einem Messer oder dem werfen von kleinen Kieseln zur Strecke gebracht hat, ist der Umstand, dass ich scheinbar ein Talent dafür zu haben scheine, Gegner genau dann zu erwischen, wenn sie selber nur noch fünf bis zehn Schuss Munition oder nur noch drei Pfeile haben.

Ehrlich gesagt ärgere ich mich in diesen Momenten immer ein bisschen über mich selber. Habe ich in diesem Moment doch meist schon aufwändig ein halbes bis ganzes Magazin in die Richtung des Gegners geschleudert. Dabei hätte ich nur noch die nächste Salve abwarten müssen und der Gute wäre ohne Munition dagestanden. Wahrscheinlich wäre er schreiend weggerannt, hätte mir den Weg zur nächsten Munitionskiste gezeigt oder hätte sich am Ende kampflos ergeben.

Aber nein, ich scheine zu den Deppen zu gehören, die dann immer noch einen draufsetzen müssen und ihn noch kurz vor dem Ende seiner Munition erledigen.

Ebenso scheine ich das Talent zu besitzen an Stellen des Levels aufzutauchen, die die Entwickler für absolut unmöglich halten. Denn wie leichtsinng wäre es denn, eine Wache an einer Stelle des Levels aufzustellen, die bei ihrer überraschenden Entpixelung aus dem Hinterhalt auch wieder nur eine handvoll Kugeln in der Tasche hatte. An dieser Stelle kann niemand damit gerechnet haben, dass ich auftauche, sonst hätte man der Wache doch mehr Munition in die Tasche gesteckt.

Und hier schlägt sich dann der Bogen zum himalajischen Steinsalz.

Ich wette, es sind Menschen wie ich, mit diesem seltenen Talent im letzten Moment zuzuschlagen, die dort zielsicher das Salz aus dem Berg holen. Wahrscheinlich werden für die Einstellungstests auch Videospiele eingesetzt:

Wer mehr als 10 Schuss aus 9 Gegnern gewinnt, ist für den Job vollkommen unbrauchbar.