Mando und Grogu im Kino
Eigentlich ist Star Wars im Kino ja ne sichere Sache. Selbst wenn der Film 20 Jahre alt ist und man vollkommen verdrängt hat, wie sehr das Drehbuch doch GZSZ-Niveau hatte und wie schlecht die Effekte gealtert sind. Es ist Star Wars im Kino. Ja, auch bei den Sequels und erst recht bei Rogue One. Zugegeben: Solo habe ich damals ausgelassen. Warum auch immer. Aber jetzt ist Mando mit Baby Yoda, dessen Name ja Grogu ist, auf der großen Leinwand unterwegs nach drei Staffeln bei Disney+ auf dem kleinen Bildschirm (im Vergleich zur Kinoleinwand). Ich mochte den frischen Western-Touch von Staffel eins, ich fand Staffel zwei mit den Auftritten von Ashoka und als Brück zu Clone Wars (bzw. dann anschließend Ashoka) ganz okay. Staffel drei hatte mich dann (auch nach der Sache mit Boba Fett) ziemlich verloren. Jetzt dann also Kino drei Jahren nachdem Staffel drei gelaufen ist.
Mando und Grogu machen Dinge für die neue Republik, was bei weitem aber nicht mehr den „Poor lonesome Cowboy“-Charme von Staffel eins hat. Man bringt auch die Razor Crest zurück, die von einem Sturmtruppler in der Serie mit einem Mörser gesprengt wurde. Natürlich nicht DIE Razor Crest sondern ein baugleiches Tiptop renoviertes Exemplar. Und dann soll Mando eben Mando-Dinge machen: Bösewichte des Imperiums finden und an die neue Republik ausliefern.
Soweit, so gut. Ich muss auch sagen, dass Disney für mich als motivierten Star Wars Fan im mittleren Alter in den letzten Jahren mit Andor eine Richtung gezeigt hat, die mir unheimlich gut gefallen hat: Dreckiges, politisches Star Wars. Und jetzt der Typ mit dem Helm und der kleine grüne Knuddelzwerg. Mir ist schon klar, dass die Zielgruppe hier eine andere ist. Mehr so dicht an der FSK-Freigabe ab 12.
Was dann zwei Stunden auf der Leinwand lief war für mich „okay“. Es waren viele lustige Anspielungen dabei, ich habe mich gefreut dass es Snowtrooper gibt, auch wenn die jetzt blinken, was sie 1980 definitiv nicht getan haben. Die Handlung und Story haut einen nicht vom Hocker. Dass weder Mando noch Grogu irgendwann im Film in einer echten, lebensbedrohlichen Situation schweben konnt man sich schon denken. Der heimliche Held ist wahrscheinlich Rotta der Hutte, der in Clone Wars schonmal gerettet werden durfte. Scheinbar hat er nicht viel dazugelernt. Insgesamt fühlte sich der Film für mich an als würde man ein zwei Stunden-Let’s play eines Star Wars Action-Adventures schauen: Bekomme Aufgabe, redet mit Charakteren um mehr Infos zu bekommen, breche irgendwo ein… usw. garniert mit einigen Quicktime-Events wenn es ums zuschlagen und ausweichen geht.
Hätte man für den Film also ins Kino gemusst? Nein, eher nicht. Ich denke, dass der Film auch ohne großen Verlust auf dem Fernseher funktioniert. Wir werfen hier ja keine seismischen Bomben ins All.
Wenig überraschend ist der Film dann auch ziemlich schwach gestartet. Schwächer noch als damals Solo. Und das muss man mit einer Marke wie Star Wars erstmal schaffen. Vielleicht liegt es aber auch ein bisschen daran, dass es sich kaum noch lohnt überhaupt ins Kino zu gehen, wenn man nicht gerade ein Die-Hard-Fans des Franchises ist. Wir haben es im Kino ja selber miterlebt: Während dort noch der neue Super Mario Film läuft, kann man ihn schon bequem zuhause als On-Demand kaufen. Für den Preis einer Wochenend-Kinokarte. Und dann mit so vielen Leuten schauen und so oft man will. Und das Popcorn ist wahrscheinlich auch noch günstiger.
Für uns heißt es auf jeden Fall, dass wir mal wieder im Kino waren. Und es gab Merch. Essbaren Merch bei Burger King.


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