Warme Töne aus dem kalten Norden

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Wer an Island und Musik denkt, dem fällt wahrscheinlich als allererstes Björk ein.

Dachte ich auch lange Zeit. Und ich kann Björk echt nicht leiden. Es gibt wohl kaum etwas schlimmeres für einen Kerl zwischen 16 und 18, als Björks „Dancer in the Dark“ als schulische Maßnahme im Kino zwangsverordnet zu bekommen.

Nein, meine Sympathie für Björks Musik ist damit nicht sonderlich nach oben geschnellt. Island und Musik, das passte für mich zusammen wie Weißwurst und Mayo.

10 Jahre später wurde ich eines besseren belehrt. Es war Sommer, es war warm, es war umsonst und es war draußen. Und dort stand auf der Draussen-Bühne eine isländische Kombo, von der irgendwie keiner so recht wusste wie man sie ausspricht, noch wie das mit den vielen verschiedenen Instrumenten klappen soll. Die Angst vor björkester Musik.

Und doch war es anders, was die Isländer von Útidúr da boten. Kein depressiver Weltschmerz, sondern schöne Lieder aus dem hohen Norden der Weltkugel.

In guter Erinnerung an das letzte Jahr wiederholte sich dieses Aha-Erlebnis dieses Jahr auf ein neues. Sogar doppelt, wenn man so will. Erst rockten die Jungs und das Mädel von Retro Stefson die Drinnen-Bühne, dass es heftiger nicht mehr ging und dann bekam ich, ironischerweise wegen der verspotteten EM-Ostseebühne des ZDF, Little Talks von Of Monsters and Men nicht mehr aus dem Kopf. Und, Überraschung, auch diese schönen Songs kommen alle aus Island.

Ich kenn mich in der Musikszene ja nicht so aus, und in der isländischen schon gleich gar nicht, aber irgendwie hat das was ich bis jetzt gehört hat zwei Dinge gemeinsam:

  • Es sind viele unheimlich gefühlvolle Lieder dabei, weit abseits von Weltschmerz
  • Die Musiker haben immer einen unheimlichen Spaß auf der Bühne, der ziemlich schnell auf das Publikum überzuschwappen scheint.

Björk war also scheinbar gestern. Ich mag sie, die junge isländische Musik.

Mal sehen was die U&Dler nächstes Jahr wieder auf die fränkische Bühne bringen.