Hazamelistan

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Bitte denken Sie weiter

Endlich macht ein mal einer: Sony Ericsson schaltet als erster den Bootloader für seine neuen Android-Smartphones frei.

Der Laie fragt sich

Ei, wos is ‚etzt des? A Bootloader? Und war g’freit der sich so dadrüber?
Mog der da a paar Schu‘ laden?

Fast… Moderne Handys, auch Smartphones genannt, haben zumeist kein enggeschnürtes Betriebssystem mehr, wie man es noch von seinem alten Siemens S6 kennt sondern eher das was jeder auf seinem Rechner hat. Die meisten nennen es wohl einfach „Windows“. Ein (relativ) portierbares Betriebssystem (kurz OS).

Besonders stark merkt man das ja zur Zeit bei Apple, die ihr iOS zu ziemlich auf jedes tragbare Gerät klatschen.

Und auch wenn man es als Otto-Normal-Benutzer nicht merkt, Android ist ein Linux!

Des Dreggsg’lumbb des wo die bösen Hacker da immer benutzten und des wo fei nie so funktionieren tut wie’s soll und ma da ganz viel umananndfriggeln muss weil’s ka g’scheide Oberfläche gibt?

…würde wahrscheinlich der Bauer von nebenan sagen und die Antwort wäre (partiell): Ja. Genau das!

Warum also freut sich der gemeine Android-User jetzt über einen freien Bootloader, wenn auch nur so halb?

Naja, wie bei den schon angesprochenen Hardcore-Hackern mit ihrem dreggsglumb Linux ist es manchmal ganz nett, mehr als ein Betriebssystem auf dem Rechner zu haben. Zum Beispiel ein Windows zu spielen und ein Linux für alles andere. In der Welt der Desktoprechner hat sich das mittlerweile durchaus etabliert (Außer man ist der Bauer von nebenan, braucht es nicht usw.).

Das ganze nennt sich dann „Dual-Boot“. Und bevor der Bauer von nebenan wieder schreit: Nein, das hat NICHTS mit seinem alten Dual-Plattenspieler zu tun den er noch rumstehen hat, weil er das neumodische G’lumbb net braucht. Zumindest nicht so direkt…

Was man also vom heimischen Rechner kennt, geht jetzt eben auch mit Segen des Herstellers auf dem Smartphone. Und das ist die Neuerung. Ich kann jetzt auf halbwegs legalem Wege das System des Herstellers laufen lassen und auch eine angepasste Firmware (also das Betriebsystem) bei dem z.B. das GPS besser funktioniert oder andere Module von findigen Entwicklern ausgetauscht wurden.

Hört sich nun erstmal toll an…

…aber die Sache hat einen Haken und zwar einen gewaltigen: Aktiviere ist den Bootloader, will mir Sony klar machen, dass ich damit sämtliche Garantieansprüche verliere. Nicht nur an das Betriebsystem sonderen auch an das Stück Hardware, das Sony mir da verkauft hat.

Und hier hat das begrüßenswerte Umdenken der Hersteller, aus meiner Sicht, dann schlagartig aufgehört: Man sieht Hard- und Software bei Handys, im Gegensatz zu PCs, immer noch als ein Stück. Dass die neuen Smartphones aber mehr Smart als Phone sind, lässt sich selbst für den Laien daran erkennen, dass die Hersteller zunehmend Schwierigkeiten mit den Grundfunktionen des Handys Probleme haben: Telefonieren und SMS schreiben.

Mir wäre zumindest kein Fall bekannt in dem ich meine  Garantieansprüche bei meinem Laptop oder PC verliere, weil ich mir statt des kastrierten XP/Win7 Home Starter ein anderes System aufspiele, mit dem ich besser oder zuverlässiger arbeiten kann.

Solange ich mich in den „normalen“ Parametern bewege und die Hardware nicht mehr belaste als deren Grenzen eigentlich sind (Prozessor oder Grafikkarte übertakten) habe ich ja, wenn ich mich nicht irre, trotzdem einen Garantieanspruch darauf, egal ob ich dort jetzt ein Linux oder ein Windows oder sonstwas  drauf laufen lasse.

Und wenn ich mich dann doch über die Grenzen des Herstellers hinweggesetzt habe, wird der mir das im Garantiefall schon sehr deutlich mitteilen (oder ich bin mir dessen eh bewusst und sch… auf die Garantie). Ich denke nicht, dass das bei einem Handy heutzutage anders sein kann.

Also, liebe Menschen bei Sony Ericsson. Guter Schritt in die richtige Richtung, aber jetzt bitte noch das mit dem Schreckgespenst „Garantieverlust“ anpassen oder fallen lassen.

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