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Virtuelle Achterbahnfahrt

Ich hatte letzte Woche ein arrangiertes Date! Und ich hätte im Vorfeld ja nicht gedacht, dass das „Kleine Schwarze“ mit den niedlichen Augen mir ruckzuck den Kopf verdreht.

Bevor jetzt aber jemand panisch meine Frau anruft: Die hatte das Date arrangiert. Mit der VR-Brille des Makerspaces der Stadtbücherei. Weil ich gesehen hatte, dass es von Oculus jetzt auch eine Brille für den PC mit ohne Leuchttürme gibt.
Da das Teil aber immer noch einen recht stolzen Preis für „mal probieren“ hat, habe ich das gerne erstmal dort gemacht und auch dieses Mal die neue Stadtteilbücherei am Hubland ohne Menschenmassen gesehen.

Oculus Rift S

Virtual Reality also. Ich erinnere mich noch dran, dass es Mitte und Ende der 90er eher so aussah als hätte man sich einen Fernseher vors Gesicht geschnallt. Das was ich dann am Hubland in der Hand hielt, war dagegen schon fast filigran. Damals haben die Dinger wahrscheinlich so viel gekostet wie ein Mittelklassewagen während das Gegenstück heute so viel kostet wie eine Einsteigerfahrrad.

Es war schon ne echt lustige Sache. Die Kollegen dort meinten, ich solle doch erstmal mit was einfachem anfangen. Also, was soll schon bei einem Trip zu ISS schief gehen?

Ich nehm die Antwort einfach mal vorweg: Viel!
Ich hatte nicht nur viel Spaß damit Ketchup-Flaschen durch die Schwerelosigkeit zu werfen, sondern habe auch sehr schnell den Kontakt zur echten Realtiät verloren. Zum Glück hat mich keiner gefilmt. Also hoffe ich mal…
Ich hätte nämlich nicht damit gerechnet, dass man so schnell in das, was einem da wenige Zentimeter vor den Augen vorgespielt wird, reingesaugt wird. Ich habe wirklich die Arme hochgerissen um mich abzufangen als ich dabei war unkontrolliert in der Schwerelosigkeit gegen ein Schott zu trudeln. Und das alles obwohl meine Füße sehr genau wussten, dass sie auf dem Parkett im Keller des Towers am Hubland stehen.
Was ich am Ende nicht mehr wusste war, wo meine Füße stehen.

Weniger immersiv war dann der Ausflug ins Fun House. Ein bisschen Schießbude und Kirmesattraktion. Auch da habe ich wahrscheinlich reichlich albern ausgesehen, als ich mit virtuellen Schwertern auf Luftballons eingeschlagen habe.
Aber das beste habe ich mir dann für den Schluss aufgehoben.

Naja, „das beste“. Achterbahnfahrt. Ich bin was das angeht schon in der Realität kein Überflieger. Was soll also passieren wenn ich mit beiden Füßen auf dem Boden stehe? Stehen war schonmal der erste Fehler. Auch da knallt die Realität voll rein. Alle anderen Sinne schreien: FAKENEWS! Und die Augen so: Hirn, wir fahren jetzt riiiiiiichtig schön krass abwärts.
Mein Hirn hat’s geglaubt. Ohne Mist. Ich habe es nicht bis zum Ende geschafft. Das war mir dann im stehen echt eine Nummer zu heftig. Sitzen vielleicht, aber stehen… Man glaubt gar nicht wie sehr einen das eigene Hirn auf die Schippe nimmt. Danke auch dafür…

Will ich jetzt auch eine?

Ich bin mir noch nicht sicher. Es ist, Stand heute, eine ziemlich coole Spielerei, die aber leider auf dem PC noch wenig Anwendung findet. Die Triple-A-Spiele mit VR lassen sich an einer Hand abzählen. Ich wäre am ehesten gespannt wie sich z.B. ein Dirt Rally anfühlt mit Lenkrad und VR.
Shooter sind zum Beispiel aktuell noch Mangelware. Das was ich von Doom VFR gesehen habe, hat mich nicht umgehauen. Und sind wir mal ehrlich:
Wer möchte schon ein Spiel wie Resident Evil oder Dead Space spielen, die schon so am PC oder der Konsole hart an der Grenze sind? Ich glaube also dass die Brille und ich erstmal keine dauerhafte Beziehung eingehen. Und für nur ein bisschen Unfug ist der Spaß dann doch zu teuer.

Aber ich kann jedem nur empfehlen, dass mal auszuprobieren. Es muss ja nicht gleich die Achterbahn sein…

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