Wenn man keine Ahnung hat…

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Den Satz hätte sich Christian Stöcker von Spiegel Online mal besser an die Wand getackert. Oder auch direkt auf die Nase um ihn immer im Blick zu haben.

Ich bin gestern schon bei Kaliban kurz drüber gestolpert, aber so richtig dann erst heute Morgen als ich den Artikel auf SpOn nochmal selber gefunden habe.

Freundlicherweise stand in den Kommentaren schon eine Zusammenfassung des Artikels, wie sie passender nicht sein könnte:

spiegel.de bringt erstaunliches an Licht: Bilder von Leuten, die Gasmasken und Waffen tragen ähneln Bildern von Leuten die Gasmasken und Waffen tragen.
Investigativer Journalismus pur. Weiter so.

Interessant daran ist, dass SpOn den Spielemarkt auf zwei Genres beschränkt: Weltraum-Ego/ThirdPerson-Shooter mit Menschenähnlichen Aliens/Mutanten und GTA. Warum das ganze interessant ist? Ganu einfach: Weil der Redakteur sich selber über die Schwarz-Weiß-Klischees in den Weltraumballereien aufregt.

Und um die Diskriminierung auf die Spitze zu treiben wird auch noch eines klargestellt: Alle Aliens sind Nazis!

Na, Herr Stöcker, wenn das nicht mal Zoff gibt bei der nächsten Invasion!

Da kann man sich noch glücklich schätzen, dass der gute Herr nicht so bewandert ist und am Ende noch das hier gefunden hat. Denn, oh mein Gooott, die sehen ja auch wie des Kaisers Mannen vor fast 100 Jahren! Und damit spielt man heute Spiele, die älter sind, als das was man auf PC und Konsole geboten bekommt!

5 Kommentare

  1. Verena sagt:

    Über den Artikel bin ich auch schon … gewürgt. Besonders schön ist die Quelle, aus der die nazionalsozialistischen Aliens zieht – „gute Shooter-Tradition seit Doom bzw. Castle Wolfenstein“. Und das frapierenste: stets bedienen die Gegner ihre Waffen mit zwei Armen und laufen auf zwei Beinen – na wenn das mal nicht die direkte Aufforderung zum Serienmord ist. Mich beschleicht das Gefühl, diverse Teenies warten viel eher aufgrund solch hirnloser Artikel auf den Respawn ihrer soeben erschossenen Mütter, als aufgrund der richtig, richtig bösen Spiele.

    Und auf die Idee, das Killzone, Fallout etc alles andere als kriegsverherrlichend sind – und jedem Spieler mit Sicherheit klar machen, dass er sich diese Utopie nicht in der Realität wünscht, – sondern das genaue Gegenteil, darauf kommt sowieso keiner.

    Aber wie sagte kürzlich ein Politiker – den Namen hab ich zum Glück vergessen. Man solle doch Killerspiele mit Kinderpornografie gleichsetzen. Danke fürs Statement, 6 und setzen.

  2. Peter sagt:

    Es ist ganz normal, dass so radikale Game-Fans wie Ihr beiden keine Kritik an der Sache zulassen mögen – das sieht man ja immer wieder in Foren. Es ist ein trauriges Zeichen dafür, das Gamer und Game-Blogger eben direkt an der Brust der Industrie hängen, da wird keinen Zentimeter in kritische Richtungen gedacht. Arm! Aber es wird auch bei den Videospielen in Zukunft Menschen geben, die bereit sind, Zweifel zu äußern. Dann werdet auch Ihr auf einmal ganz anders reden, wie das immer so ist; die Überheblichkeit ist bei den Wendehälsen besonders stark.

  3. hazamel sagt:

    @Peter: Ich bin durchaus in der Lage und auch Willens, kritische Gedanken zu äußern und auch zu akzeptieren. Nur so einen mehr oder minder zusammengeschmierten Artikel mit Zusammenhängen, ist einfach nur lachhaft. Der Autor des Artikels hätte sich mal über die Entstehungsgeschichte von Doom informieren sollen bevor er es als Referenz-Objekt für den bösen Alien-Nazi-Shooter darstellt.
    Die Realität ist wohl viel mehr dass in den Köpfen der breiten Masse, auch auf Grund von solchen tollen Artikeln, digitale Spiele immer noch nicht als Kulturgut angesehen werden.
    Dass dann ausgerechnet das per-se böse Spiel überhaupt, GTA, jetzt doch als „tolle Mediensatire“ gefeiert wird, setzt der ganzen Geschichte noch die Krone raus.
    Hier wurde nicht recherchiert, hier wurden nur die Rosinen rausgepickt und in einen modisch-historischen Nazi-Weltkriegs-Kontext gepackt.
    Auch habe ich noch nichts davon gesehen, dass seit neuestem in jedem Shooter dieser Machart die Gegner zwei Arme und zwei Beine haben und mit Projektilwaffen unterwegs sind. Oder wie erklären sie es sich dass die verkaufsstärkste Serie aus der Xbox-Generatin, Halo 1 – 3, einfach außen vor gelassen wurde. Könnte es damit zusammenhängen, dass dort Feinde zu Freunden werden und die Gegner so gar nicht menschlich aussehen?
    An der Brust der (Zeitschriften-)Industrie hängt wohl eher jemand wie sie, der scheinbar keinerlei Erfahrung in diesem Genre gesammelt hat und sich auch nur auf die Rolle des passiven Beobachters beschränkt, der brav das frisst was man ihm vorsetzt. Unreflektiert versteht sich, da eigene Erfahrungen in dieser Hinsicht fehlen.

  4. Verena sagt:

    You made my day – vielen Dank für diesen Beitrag, mein Tag war bislang recht trostlos. Zunächst würde ich allerdings den Begriff „Überheblichkeit“ nicht zu groß schreiben, wenn ich Menschen, die ich ausschließlich aufgrund eines Blogs bzw. einer CommentLine kenne, einer grundsätzlichen Charakteranalyse (radikale Gamer, kritikunfähig, arm, Wendehals) unterziehe – bzw. zu unterziehen glaube.

    Es ging hier nie um eine moralische, ethische oder soziale Diskussion über den Sinn- und Unsinn von so genannten „Killerspielen“. Es ging in diesem Artikel – und somit auch in den sich darauf beziehenden Kommentaren – um einen sehr schlecht recherchierten Artikel der sich primär auf Halbwahrheiten stützt und dem geneigten Leser – zumal demjenigen, der nie ein Spiel aus der Nähe gesehen hat – ein völlig falsches Bild suggeriert. Mag sein, dass ein Mensch nach eingehender Studie des Materials zu der Erkenntnis kommt, dass der diese Art von Spielen ablehnt – okay. Es mag aber nicht sein, dass Menschen, die sich noch niemals mit der Materie auseinandergesetzt haben – außer über Hörensagen, Bilder und suggestive Mittler – ein angeblich repräsentatives Bild von „Killerspielen“ zeichnen und damit auch noch ernst genommen werden wollen. Bitte setzt Euch doch erst einmal mit der Thematik auseinander und urteilt dann – wie zu jedem anderen Thema auch. Ich entscheide mich bei der Bundestagswahl schließlich auch nicht für eine Partei, bloß weil mir die Farbe so gut gefällt.

    Auch hängt nicht jeder der spielt an der Brust der Gameindustrie – übrigens eine doch ziemlich pathetische Assoziation. Ich frage mich hingegen, wer sich – jetzt erfinde ich auch mal eine pathetische Assoziation, ja? – im Suggestivnetz der Medien befindet.

    Die Frage, ob man in Computerspielen auf Menschen schießen oder Assoziationen zu den Weltkriegen zulassen sollte ja oder nein (Einwurf 1: In den genannten Spielen ist Letzeres aus meiner Sicht definitiv nicht der Fall), ist sicherlich ein spannendes Diskussionsthema und auf jeden Fall eine Analyse wert. Dies allerdings nicht durch Fanatiker mit Scheuklappen oder Menschen, die implizierte Halbwahrheiten und falsche Recherchen als faktisches Wissen ausgeben. Ich denke die Diskussion verdient schon, dass sich Menschen mit Herz und Verstand auf einem zivilisierten Niveau damit auseinandersetzen – und sich nicht im Netz hinter ihrer Anonymität verschanzen und Beleidigungen verteilen – herzlichen Glückwunsch, damit wurden sie disqualifiziert.

    PS. Bei dieser Grundaggressivität würde ich die bösen Killerspiele tatsächlich meiden.

  5. naja, also ich spiele ja auch schon mal diese bösen Killerspiele, aber dass ich seit fast vier Jahren sehnsüchtig auf Killzone 2 warte ist mir ja dann doch neu.
    🙂
    im übrigen fällt mir zu dem Spon Artikel so eine wichtige Meldung ein dass Hitler mal gepupst hat.
    (Achtung, Nazivergleich!)

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