Vergittert – RaceDriver Grid

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Die Qual der Wahl

Ich bin erst vor kurzem auf GRID aufmerksam geworden. Zwar hatte ich irgendwo schon gelesen, dass es wohl eine neue Auflage der RaceDriver-Serie geben soll, aber das ganze nicht aktiv verfolgt.

Als es dann doch vor der Tür stand, stand ich dann vor der Qual der Wahl für welches System ich mir das Spiel anschaffen soll: PC oder für die 360.
Getestet habe ich hierfür beide Demos und bin am Ende unter anderem wegen der Steuerung zur XBox abgewandert. Die analogen Schultertasten zum Bremsen und Beschleunigen haben den Ausschlag gegeben. Selbst mit dem RumblePad II von Logitech war die Steuerung am PC mehr Krampf als Spaß.

Das Spiel

Das Spiel selber versetzt den Spieler in die Rolle eines Rennfahrers der sich von unten nach oben arbeiten muss und dabei Geld und Ruhm für Team und Lizenzen erfahren muss. Als netter Nebeneffekt gibt es dann immer bessere Sponsoren und immer bessere Teamkollegen.
Simuliert werden Ligen auf 15 Strecken in den USA (hauptsächlich Muscle-Car und Crashrennen), Japan (Drift und Togue(Canyon)-Rennen) und Europa (Open-Wheel und Tourenwagen)
Sobald dann die erste Semi-Pro-Lizenz vorhanden ist, kann man sich auch einen Teamkollegen leisten der zusätzliches Geld einfährt. Aber dazu später mehr.

Menüführung

Wer sich in Dirt zurechtgefunden hat, wird sich hier auch zurechtfinden. Die Menüs sind eigentlich selbsterklärend. Der Ladebildschirm wurde wohl auch Dirt entlehnt, denn auch hier bekommt man seine bisherigen Erfolge angezeigt, solange das Spiel lädt.

Der Fuhrpark

Der Fuhrpark ist mit 45 Fahrzeugen alles andere als ausufernd. Jedes Fahrzeug hat seine Stärken und Schwächen, die man abwiegen sollte. Von Tunen ist aber nicht viel zu sehen. Das höchste an Schrauben und kreativ sein, ist die Team-Farbe aussuchen und das Muster das Teams bestimmen. MIt Setups braucht man sich (meiner Meinung nach glücklicherweise) nicht rumschlagen bevor es auf die Strecke geht.
Das Handling der Fahrzeuge unterscheidet sich deutlich. Ein Madza oder eine Viper geraten bei unachtsamer Behandlung des Gas“fußes“ schonmal zur Heckschleuder, während der Formel Wagen meistens wie ein Brett auf der Strecke liegt. Teilweise wurde bemängelt dass die Steuerung so schwammig sei, und ganz wiedersprechen kann ich dem nicht. Problemloses geradeausfahren ist eher eine Seltenheit statt die Regel

Die Strecken

Die Vielfalt der Strecken, auch wenn es nur 15 sind, reicht vom GP Kurs des Nürburgrings oder Istanbuls über Stadt-Kurse in Washington und an der West-Küste bis zu wilden Rennen durch den Hafen in Japan. Vielfalt ist auf jeden Fall geboten.

Die Optik

Optisch ist das Spiel auf jeden Fall ein Augenschmaus auch wenn der Überraschungseffekt für Spieler die Dirt gespielt haben vielleicht eher klein ausfällt. Es sieht sich doch schon sehr ähnlich.
Leider hat die tolle Optik auch den Nachteil dass es immer wieder mal zu Nachladerucklern kommt. Und das auch gerne mal direkt vor der ersten Kurve!
Die Fahrzeuge sehen spitze aus und verbeulen bei Feindberührung auch artgerecht. Da kann es schonmal sein, dass nach einer Weile klappern erst der Spoiler wegfliegt. Nachfolgende Fahrer können dadurch durchaus in die Höhe katapultiert werden, wenn sie drüberfahren.

Die KI

Die KI der Gegner ist nicht von schlechten Eltern und reagiert sehr clever. Kleinste Fehler werden da gerne mal ausgenutzt, aber im gleichen Maße kegeln die Gegner auch gerne mal durchs Kiesbett. Auch beim gegenseitigen beharken.
Leider schließt dass den Team-„Kollegen“ nicht aus. Dieser fährt mit den selben harten Bandagen gegen seinen Chef wie er auch gegen die übrigen Fahrer fährt. Mit dem Unterschied, dass man das dann von ihm noch akkustisch mitgeteilt bekommt.

Der Sound

Gelegentlich schimmert mal ganz leise durch, dass die Entwickler auch während des Rennens Musik geplant hatten. Aber diese bleibt derart im Hintergrund, dass sie mir gar nicht aufgefallen ist. Hier macht nur einer Musik und das sind die Motoren…. und daran gibt es auch nichts auszusetzen!

GamePoints

Sind fair gesetzt und halten einen auch bei der Stange ohne Frust aufkommen zu lassen.

Die „Schmankerl“

Davon gibt es einige im Spiel:

-Instant Replay

Die offensichtlichste und vielleicht teilweise Spielentscheidenste ist wohl die Rückspulfunktion. Nach einer misslungenen Aktion oder einem Totalschaden lässt sich die Fahrt eine kurze Zeit zurückspulen und der Spieler kann vor dem Missgeschick wieder einsteigen. Pro Rennen ist die Anzahl aber beschränkt und wird vergütet wenn sie nicht genutzt wird.

-24h von LeMans

Abschluss einer jeden Saison bilden die 24h von LeMans. Im Karrieremodus im Zeitraffer.
Erfahrungsgemäß bricht gegen Ende der ersten Runde die Dämmerung ein und danach wird es meiner Meinung nach eklig. Scheinbar ist die KI nämlich vollkommen unbeeindruckt davon und zieht mit der gleichen Geschwindigkeit auch in der Nacht ihre Kreise, während der Spieler sich mit den Scheinwerfern um die teils unklaren Kurven tasten muss.

-Personalisierung

Zu Beginn darf beim Anlegen des Profils neben dem Name auch noch ein Rufname ausgewählt werden. Hierbei gibt es neben der Auswahl vieler gängiger Vornamen dann auch Rufzeichen wie „Falschfahrer“ oder „Wirbelwind“.
Im Spiel selber wirkt das ganze dann für mich eher sehr gekünstelt und wäre sicher nichts, was ich jetzt vermissen würde.

Fazit

Grid ist in meinen Augen ein sehr guter Racer geworden, der genau die Mittelschicht zwischen dem Arcaderacer Need for Speed und der Knallhart-Simulation GTR ansprechen sollte.
Spieltechnisch ist es aber auch nicht mehr als ein aufgebohrtes Dirt. Look and Feel sind beim Fahren nahezu identisch.

Trotz allem und einiger leichter Ärgerlichkeiten, wie dem Teamkollegen, kann ich das Spiel nur empfehlen

2 Kommentare

  1. Madse sagt:

    Der erste Absatz koennte komplett von meinem Bruder stammen, nur das der, statt sich ne x360 zu kaufen, einfach nen 360-Kontroller zugelegt hat. Und findet das auch besser als mitm Rumblepad xD

  2. hazamel sagt:

    Das Problem beim Rumblepad und bei der Tastatur ist einfach dass es nur Vollgas oder Vollbremsen gibt. Ein „Lupfen“ des Gaspedals geht da nur sehr schwer oder eben auch gefühlvolles Beschleunigen.
    Und das Problem ist ja nicht neu, sondern nervt mich mehr oder weniger schon seit 1995 mit GrandPrix 2.

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