Tag 1: Shit happens!

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Ich musste es ja herausfordern, das Schicksal. Einen Tag vor meinem letzten Arbeitstag noch schnell ne Runde Fußball spielen. Und nach 20 Jahren Fußball hat es dann mal mich erwischt. Dem Gegenspieler den Ball vom Fuß gemopst. Derjenige hatte aber schon zum Schuss angesetzt. Ich weiß nicht, ob er den Ball noch getroffen hat, aber meinen Fuß auf jeden Fall.

Schrei, hüpfen, fluchen… langsam machen, weiterspielen, Tor geschossen! Bin dann noch nach Hause gelaufen und habe mir nach dem Duschen gedacht, dass die Beule am Fuss ein bisschen aussieht, wie die Beule, die ich mit meinen angeknacksten Mittelhandknochen damals hatte.

Nachdem’s heute Morgen noch nicht besser war, bin ich dann eben zum Arzt.

Hausarzt war sich nicht sicher, ist aber erstmal nur von einer Prellung ausgegangen und hat mich zur Absicherung noch zum Orthopäde geschickt.

Der hat mir dann eröffnet, dass ich erstmal noch morgen ins CT muss aber auf jeden Fall 2 Wochen mindestens eine schicke Socke tragen werde. Inklusive Krücken Unterarmgehhilfen, Thrombosespritzen zum selber spritzen. Die ganze Packung halt…

Das war dann meinem Kreislauf zu viel Input und zu wenige Input flüssiger Art.

Das dauert dann zwei bis sechs Wochen… Oooooh… ist Ihnen nicht gut. Sie sind auf einmal so blass… Legen Sie sich bloss hin. Kissen für die Beine und was zu trinken.

Das hört sich schlimmer an als es ist!

Jetzt habe ich sie… die blaue Socke. Und auf einmal ist alles sehr kompliziert. Man hat keine Hand mehr frei, richtig laufen ist auch nicht. Die erste Tour von der Praxis zur Apotheke und zum Freikaufen meines Autos war gespickt mit ganz neuen Hindernissen.

  • Wie komme ich sicher und schnell über die Strassenbahnschinen
  • Wie komme ich die Treppe runter OHNE dass es mich auf die Nase haut
  • Wie schaffe ich es von aussen eine Fluchttür zu öffnen, die Gehhilfen zu halten und durch die Tür zu kommen

Überraschenderweise habe ich festgestellt, dass viele Menschen auf einmal sehr hilfsbreit werden. So möchte ich mich unbekannterweise beim jungen Paar in der Whörl-Garage bedanken, das mir erst mit den Geldscheinen geholfen hat und dann auch noch mein Fünf-Euro-Schein gewechselt hat, dass ich mein Auto freikaufen kann.

Auch vollkommen Unbekannte wünschen einem auf der Straße gute Besserung, wenn Sie sehen wie man sich mit den zwei neuen „Freunden“ abmüht.

Falls mich jemand sucht, ich bin in der Nähe. Schnell und weit weglaufen kann ich ja nicht.

Frei hab ich zwar jetzt auch, aber so hatte ich mir das irgendwie nicht vorgestellt.