Sweeny Todd

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Einmal mehr haben sich also Hollywoods Traumpaar Tim Burton und Johnny Depp das Ja-Wort gegeben. Insgesamt also schon Film Nummer sechs (oder fünfeinhalb wenn man Corpse Bride nur als halben Depp/Burton-Film zählt) der beiden!
Und einmal mehr ist es wieder ein sehr eigensinniger Plot in einer noch eigensinnigeren Erzählweise.
Kurzum: Es geht um einen Barbier, dem vor Jahren die Frau „gestohlen“ wurde und der nach 15 Jahren auf Rache sinnt.
Die Besetzung kann sich sehen lassen, wie es sich für einen Burton-Film gehört: Johnny Depp bekommt einmal mehr die Rolle des nicht ganz sauber tickenden Sonderlings, Helena Bonham Carter, die schon in Corpse Bride und Planet der Affen mit Burton arbeitete, als Pastetenbäckerin Ms. Lovett, Alan Rickman (Tatsächlich Liebe) als intriganter, sexbessener Richter und Sacha Baron Cohen (Borat) als Pseudo-Italiener.
Singen tun sie alle… der eine mehr der andere weniger. Und da beginnen auch schon die Knackpunkte des Films. Es ist ein Musical, oder besser: eine Oper, und es sollte sich auch nur ansehen wer mit so etwas was anfangen kann. Und es muss sich keinesfalls hinter Musicals von Andrew Lloyd Webber verstecken. Nervig war dann nur, dass zwischen den OmU-Singeinlagen plötzlich deutsche Synchronisation kam… und wenn es nur einzelne Sätze waren. Man hätte da besser einen ganzen OmU wie bei Dancer in the Dark draus gemacht, obwohl der meiner Meinung nach in einer wesentlich niedrigeren Liga spielt, oder ein OoU 😉
Außerdem sollte sich den Film nur antun, wer nicht vor übertriebenen Splattereffekten zurückschreckt. Es fließt Blut…. Literweise in teilweise übertriebener Art wie man sie nur aus den von zum Beispiel Bela B. bevorzugten, nicht ganz ernst zu nehmenden, Horrorproduktionen kennt.
Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es sich um den roten Faden des Films handelt.
Wer hier einen Film á la „Fluch der Karibik“ mit viel Romanze erwartet, der wird enttäuscht… Es ist ein echter Burton: Dunkel, fast depressiv, hintersinnig und tragisch.
Leider bleibt doch ein fader Nebengeschmack: So toll die Hauptcharaktere ausgearbeitet und gespielt werden, fühlt sich der Film zum Ende hin unrund an: Das Schicksal des Liebespaares aus dem Seemann und Sweenys Tochter bleibt offen. Für mich ein Punkt an dem ich enttäuscht war, als der Abspann kam.

Von mir gibts dafür 4 von 5 Rasiermessern, wobei ein halbes Abzug auf das Konto der deutschen „Zwischen“-Synchro geht. Und, wie schon erwähnt, muss man die Art lieben in der die Geschichte erzählt wird.

Wer gerne noch ein Alternative Sichtweise haben möchte dem sei die Kritik bei den 5F ans Herz gelegt.