Spielkind

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Als solches könnte man mich glaub ich durchaus bezeichen.

Vor meinem Vortrag über Videospiele letzte Woche im hiesigen Jugendzentrum, hab ich mir doch mal Gedanken gemacht, wie meine Karriere eigentlich aussieht. Ob das jetzt klassisch ist oder nicht, kann ich schlecht beurteilen. Viele meiner Freunde und Bekannten haben später angefangen als ich und auch anders zum zocken gefunden.

Bei mir war es im zarten Alter von 4 Jahren die Spiele Ballerburg und Star Glider (Ich glaub es hieß so), die ich auf dem väterlichen Atari ST gespielt habe. Und das damals mit wachsender Begeisterung. Ich habe zwar bis heute keine Ahnung, um was es bei Letzerem ging aber ich habe es mit Begeisterung gespielt. Schwarz-Weiß, aber schon mehr oder weniger 3D. Danach wird es etwas schwammig was die Reihenfolge angeht. Ich weiß dass ich irgendwann mal auf dem NES meines Onkels Super Mario gespielt habe, auf seinen Gameboy scharf war (Ich habe selber keinen bekommen, weil meine Mutter der Meinung war, sowas würde verblöden. Man sieht, auch früher gabs schon Vorurteile 😉 ) und später dann auch hin und wieder auf seinem Mega Drive Sonic, Fußball und ein Motorradrennspiel gespielt habe.

In der dritten oder vierten Klasse kam ich dann endlich in den Genuß eines eigenen Computers. Ein abgelegter C128 von meinem Opa. Die große Programmier- und Spielewelt. Mehr oder weniger zeitgleich hat dann auch ein 486er DX4 mit gigantischen 166 MHz in unserem Einzug gehalten. Meine ersten Spiele damals waren Grand Prix 2 und Siedler 2. Stundenlanger Spielspaß garantiert.
Parallel haben ein Freund von mir und ich schon immer an seinem Amiga gespielt. Damals auch die Krone der Rechnerkunst: Wings of Fury, Firepower, Lotus und wie die Klassiker alle hießen…

Und dann fings auch schon an… hier eine Heft-Vollversion aus dem Joker, da eine Vollversion… gegenüber den Eltern immer schön als „Demo“ deklariert.
Irgendwann kam dann das unvermeidliche: Das Laufwerk wurde abgeschlossen! Selbst ein gebrochener Arm konnten mich damals von GP2 nicht abhalten!
Nach und nach wurde der Rechner ausgetauscht und aufgewertet, abgelegte Rechner wanderten zu mir und nach langer Zeit bekam ich für die Pflege einer Internetseite von meinem damaligen Arbeitgeber ein Laptop gestellt. Das gute Ding war was älter und der Trafo für die Displaybeleuchtung hatte nen Schaden, aber es hat noch sehr lang sehr gute Dienste geleistet!
Weihnachten 2003 konnte ich mir dann von meinem Bundeswehrgeld eine Xbox leisten… Wieder ein Schritt zum ultimativen Zockerkind: Die eigene Konsole. Im Sommer 2004 folgte dann der eigene PC.

Danach drehte sich bei mir die Hardware-Spirale auch immer schneller…. wo früher 3-4 Jahre zwischen den Käufen lagen, wurden es jetzt nur noch Monate:
Weihnachten 2005 wurde der Rechner komplett überholt, im März überwand ich mein GameBoy-Trauma mit dem Kauf einer PSP und wieder mal zu Weihnachten wurde dann eine XBox360 fällig. Und das ist der Stand heute.

Im gleichen Zeitraum wurde ich dann auch angesprochen, ob ich nicht mal über das Thema referieren wolle, vor dem Hintergrund der Killerspiel-Debatte.
Letzte Woche war es dann so weit: Eltern da, zweiter Referent da. Der Abend war aus meiner Sicht, nach 3 Stunden Diskussion sehr erfolgreich. Das Feedback aus der Zeitung war eher zwiespältig, aber das Feedback was ich von den Teilnehmern bekommen habe, war durchweg positiv. Und durchweg hieß es, dass man das schon früher hätte machen sollen und dass es hilfreich war, dass mal jemand erklärt hat wie „die Jugend“ das sieht und empfindet.
Meiner Meinung nach war es sicher auch hilfreich, dass ich zum einen nicht allein da vorne Stand sondern in Herrn Zumbrägel einen kompetenten Mitreferneten hatte, sondern auch daran, dass ich mit meinen 23 Jahren und (fast) abgeschlossener Ausbildung sicher nicht so ganz in das Bild der pickeligen Zockers gepasst habe. Und, was sicher auch noch ein Vorteil für mich war, dass ich meinen Dienst an der Waffe abgeleistet habe und durch die Ausbildung in den Genuß von Rhetorikseminaren gekommen bin.

Ob ein 16jähriger das Thema genauso rübergebracht hätte ist fraglich.
Auf jeden Fall bedanke ich mich ganz herzlich beim Rückhalt im GSPB und hoff dass ich dort zum Nachahmen angestiftet habe!