Sensetionell – Tod auf dem Parkplatz

Ich liebe Leserbriefe! Leserbrief sind wirklich toll… Naja, solange eben diese Leserbriefe nicht an mich gerichtet sind. Wer zum Kuckuck kommt auf die bescheuerte Idee gerade mir einen Leserbrief zu schreiben?

„Hallo lieber Tod…“

Brr… allein dabei könnte ich mir schon die Kutte dreckig machen!

„Ich verfolge dein Tun jeden Tag in den Todesanzeigen.“

Blablabla…

„Und wenn ich all das lese und höre das Menschen Angst vor dem Tod haben, dann frage ich mich ob es auch etwas gibt, vor dem der Tod Angst hat“

Nein!
Frage beantwortet? Gut! Und in der nächsten Zeit würde ich auf offen Gullideckel, fallende Klaviere und weißes Pulver in Briefumschlägen achten.

Hach, ich liebe solche kleinen Scherze am Rande!

Aber kommen wir doch zu was wirklich wichtigem. Selbstreden kommt auch der Haushalt der Reapys nicht ohne einen gelegentlichen Einkauf im Konsumtempel der Wahl aus.
Da die Chefin des Hauses (Hilfe, wenn das hier jemand liest, ich werde dazu gezwungen!!! Rettet mich!!!) aber allseits zu beschäftigt ist um selber einkaufen zu gehen, werde ich dazu verdammt eine Liste abzuarbeiten die weitaus länger ist als meine Liste der Geschäftskunden für eine ganze Woche.
Es bleibt mir dann nicht aus, dass ich mit dem Reapymobil auf Einkaufstour gehen muss. Ich sage Ihnen, da trifft man Leute, die sich im Nachhinein sicher wünschen, dass sie einen nicht getroffen hätten. Oder von mir getroffen worden wären… Wie man es nimmt!

Letzten Samstag hatte ich erst wieder das Vergnügen solch ein Prachtexemplar auf dem Parkplatz der örtlichen Supermarktkette kennenzulernen.
Ich drehte so meine Runden über den viel zu vollen Parkplatz auf der Suche nach einer freien Lücke. Wenn Sie denken, dass sich alte Menschen immer so langsam bewegen wie im Straßenverkehr: Mitnichten! Sie sollten mal sehen wie schnell die sich mit einer Gehhilfe fortbewegen können wenn es drauf ankommt! Aber nicht im Auto… Nein! Nach längerem Kreisen unter den Greisen hatte sich dann endlich mal einer davon entschieden, sein Auto in Superzeitlupe aus der Parklücke zu bewegen. Ich hatte kurzzeitig den Gedanken nachzuhelfen, mich dann aber dagegen entschieden, weil es die ganze Geschichte sicher nur noch verlängert hätte und ich diesem Moloch Supermarkt schnellstens wieder entfliehen wollte. Wenn Sie sich also jemals fragen wie es in der Hölle ist, dann gehen Sie samstags einkaufen. Die Hölle ist nur halb so schlimm!

Nachdem sich also mein Kunde in spe aus der Parklücke gezittert hatte, setzte ich zu einem schwungvollen Einparkmanöver an… und bekam von einem optisch aufgemotzten, tiefer gelegtem 45 PS Rasenmäher die Parklücke geklaut. „Born to rule“ prangte da in großen, verschnörkeltem Lettern auf der schwarz getönten Heckscheibe. Gleich über dem Aufkleber „Fahr nicht schneller als dein Schutzengel fliegen kann“.

Ich hatte mir zwar vorgenommen die Sense im Sack zu lassen, aber wer mir so kommt, der muss mal seinen Schutzengel kennen lernen! Ausgestiegen, ein kurzer Kennerblick über den Parkplatz, dass nicht doch auf einmal einer der weißen Kleidträger schon auf ihn wartet, Werkzeug in die Hand und ab zum Schwanzvergleich.

Schwanzvergleich fiel aus. Oder besser: Ich habe gewonnen! Was bei meiner doch eher durchsichtigen Figur ein Kunststück ist.

Was sich da aus dem Auto wälzt macht es mir schon verdammt schwer nicht gleich in Lachen auszubrechen: Basecap tief im Gesicht (Wie kann man damit Auto fahren..? Könnte aber erklären warum er mich nicht gesehen hat), Mr. T verdächtig viel Blech um den Hals, ein Schlabbershirt, tiefhängede Baggypants und als Krönung Shorts mit Herzchen! Bestimmt ein Geschenk zusammen mit dem schon erwähnten Aufkleber.

Ich versuchte wirklich Haltung zu bewahren, denn schließlich repräsentiere ich in der Öffentlichkeit doch eine gewisse Autorität. Ja, ich wollte auch angesichts des jedes Mal fälligen Papierkrams bei ungeplant aquirierten Neukunden dieses Mal das Ganze friedlich lösen.

Entschuldigen Sie…

Weiter kam ich gar nicht! Dabei hatte ich doch so gute Absichten….

Alddaaa, willsu Stress oda was? Ey guck disch ma an wenn du mit misch sprischst! Ey, Alda… Du biss so peinlich Mann! Wo hassn den Shit bekommen? Beim Spassverleih? Ey, Aldaaa du siehst so scheisse aus! LOL! Echt, ey…

*zing*

Das war ein Aldaaa zu viel… und ich hatte doch wirklich gute Absichten das friedlich zu lösen.

Der ärgerliche Nebeneffekt: Der Parkplatz würde jetzt erst Recht eine ganze Weile belegt sein. Aber als Rechtfertigung, besonders für den anstehenden Papierkram, legte ich mir zurecht, dass ich die Welt doch jetzt ein bisschen besser gemacht hatte. Und, hach, sowas auch, fast hätte ich die freien Parkplätze ein Stück weiter ganz übersehen.

Als ich meinen Einkaufswagen holte musste ich aber zwangsläufig nochmal an meiner Wirkungsstätte vorbei. Jemand schrie nach einem Krankenwagen und ob ein Arzt zugegen sei. Ich hatte zwar kurz das Bedürfnis demjenigen mitzuteilen, dass ich mir sicher sei, dass das nicht mehr von Nöten wäre, besann mich dann aber darauf, dass er das sicher noch schnell genug selber herausfinden würde.
Und außerdem hatte ich meine eigenen Probleme: Die Einkaufsliste von Ms. Reapy!

Und die Moral von der Geschicht:

Klau dem Tod den Parkplatz nich, sonst haut er mit der Sense dich!

6 Kommentare

  1. Verena sagt:

    … ein sehr, sehr schöner Einstand für Mr. Reapy. Aber ich glaube seine Alte müsste dann Mrs. Reapy sein – oder leben die echt in wilder Ehe? 😉

    Thumps up!

  2. hazamel sagt:

    Leben wohl gar nicht ^^

  3. Madse sagt:

    Kann man dich ausleihen? Oder nur mal kurz die Sense haben, ich mach auch den Papierkram…

  4. Falko sagt:

    Ich hätte aktuell auch einen Auftrag *nach rechts schielt*

  5. hazamel sagt:

    Die werden ewig leben…. denn der Tod hat auch seinen Stolz!

  6. Falko sagt:

    🙁
    Ich wusste nicht das der soooo wählerisch ist. Ich setze jedem auch ein Basecap auf?

Kommentare sind geschlossen.