Putzteufel

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Ich muss sagen, putzen ist für’n Arsch! Besonders wenn es darum geht die Küche oder das Bad zu putzen. Denn spätestens dann, wenn man grad alles schön unter Wasser gesetzt hat und den Lappen geschwungen hat, passiert irgendwas, was die ganze Arbeit mehr oder weniger wieder zunichte macht.

Denn, wer kennt es nicht. Die Küche ist grad frisch gewischt und man möchte sich selbst belohnen: Mit einem Kaffee oder einer heißen Schokolade oder was zu naschen oder irgendwas an Obst… Und wo ist das ganze zu finden? Richtig! In der Küche… Zwischen der Belohnung und einem selber steht also ein feuchter Fußboden und die Gewissensfrage, ob man nun lieber auf die Belohnung verzichtet oder ob man diesen perfekten gewischten Fußboden jetzt gleich wieder durch ein paar Fußlatscher entjungfert.  Ich muss zugeben, dass bei mir die Entscheidung je nach Tagesform ausfällt. Heute mal zur Abwechslung gegen die Fußtappen. Dabei wären eine heiße Schokolade und ein paar Mandarinen jetzt genau das Richtige gewesen.

Und natürlich gibt es für die Fußtappen-Zwickmühle noch eine fiese Steigerung. Man hat sich dann wirklich bis zum abtrocknen des Bodens aus der Küche ferngehalten und es passiert eines der folgenden Szenarien:

  • Man macht den Kühlschrank auf und der schmierigstes/klebrigste/vollste Inhalt kippt vollkommen unmotiviert auf den Boden. Wahlweise lose oder das Gefäß gibt ganz frech einfach mal seine Sollbruchstelle zum besten
  • Man öffnet eine Flasche und der Inhalt, meist auch klebriger/zuckriger Natur freut sich so einen zu sehen, dass er einem gleich freudig entgegensteigt und gleich mal testen muss wie sauber der Boden wirklich war.
  • Eine Schachtel Kekse/Müsli/anderes krümeliges Kleinzeug findet dass die Altersschwäche jetzt genau einsetzten sollte und macht den Abgang durch den Boden der Schachtel.

Wenn man konsequent wäre, würde man einfach vermeiden Bad und Küche zu putzen. Bringt eh nix… Aber angesichts eines Bodenbelags, der Rutscheinlagen wie in der Burgerschmiede seines Vertrauens zulässt oder von Milchglasfenstern, wo vorher keine waren, kann ich mich dann doch nicht beherrschen den Lappen zu schwingen.

So wie ich das in den letzten Wochen mitbekommen habe, scheint das irgendwie ein weitverbreitetes Phänomen zu sein, dass Leute deren Kinder- und Jugendzimmer mehr Ähnlichkeit mit Bombenabwurfplätzen oder Handgranatenübungsplätzen hatten mit Einzug in die eigene Wohnung zum Putzteufel mutieren und Dreck, grad in der oben beschriebenen Form absolut nicht mehr tolleriert wird. Welch seltsame Veränderung. Was auch dazu führt, dass meine eigene Mutter jetzt behauptet, sie würde einen Schutzanzug angezogen bekommen wenn sie mich besucht, nur weil ich jetzt Besitzer eines Dampfreinigers bin!

Ich muss wirklich an meinem Image arbeiten…

2 Kommentare

  1. Madse sagt:

    Ne… *umschau* n Bombenabwurfplatz oder ein Handgranatenuebungsstand sehen eindeutig anders aus. Aber sehr scheen geschrieben!

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