Nummer 200

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Eigentlich sollte der 200. Blogeintrag ja ein Grund zur Freude sein, aber as lässt meinen gegewärtige Grundstimmung nicht zu.
Viel mehr frag ich mich, wo sie sind, die guten Freunde, wenn man sie nötigstens hat. Es ist der Augenblick an dem ich merke, dass die guten Freunde, die ich hatte und mit denen ich reden und was unternehmen konnte, die Leute waren mit denen ich die letzten 3 Jahre die Hälfte des Jahres zusammengewohnt habe und dass in dieser Zeit still und heimlich der heimische Freundeskreis weggebrochen ist. Die Hälfte des Jahres weg von zu Hause, an den Wochenenden bei der Freundin fern von zu Hause und wenn ich zu Hause war, wusste es keiner, weil ja eh nie klar war, wann ich zu Hause sein würde.
Aber wo sind sie geblieben, die Freunde, für die man stundenlang durch die Gegend gefahren ist um sie zu trösten oder sie für einen Abend aus ihrem Kummer zu reissen. Man fragt sich, wo die sind, denen man nächtelang zugehört hat, als deren Leben am Boden lag und für die man scheinbar nun wieder egal ist, da es ihnen besser geht.
Wo sind die, die man einmal im Jahr zu Gesicht bekommt und mit dem Versprechen verabschiedet wird, dass man sich öfter melden wird, die in der selben Stadt leben und arbeiten wie man selber.
Wo sind all die, die man jetzt bräuchte und für die man da war, in der Hoffnung es eines Tages zurückzubekommen. Und sei es nur für einen Abend, um die Schulter der Person zu entlasten, die sie einem ohne Rücksicht auf sich selber, so oft entgegenstreckt. So oft, dass es mir schon fast ein schlechtes Gewissen einbringt.