Nichts zu lachen

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Ich hätte ja als Club-Fan nichts zu lachen zur Zeit. Denn wer lacht schon gern über Abseits- und Elfmeterfehlentscheidungen und somit zurecht aberkannte (Sieg-)Tore.

Aber zum Glück gibt’s ja noch den FC Bauern Hollywood Bayern!

Ich kann’s kaum glauben, dass ich das mal sage;)

Wir erinnern uns, in der Post-Klinsmann-Ära wird alles besser! Man holt einen tollen Trainer aus den Niederlanden, der bringt noch ein bisschen Personal mit und dann kann einen die Konkurenz mit dem Fernglas suchen… Tut sie ja im Moment auch: Die Spitze um Leverkusen, Hamburg und Bremen müssen schon zum Fernglas greifen wenn sie die Bayern auf Platz 8 suchen. Muss für Uli Hoeneß schon ein neues Gefühl sein, nicht mehr gefürchtet zu werden sondern eher ausgelacht zu werden für die Aussage, dass man vor Weihnachten wieder an der Tabellenspitze stehen wird.

Ein bisschen verkehrte Welt scheint das mal wieder bei den Bayern zu sein: Nächste Runde in der Champions League kann man aus eigener Kraft nicht mehr erreichen, stattdessen winkt der Cup der Verlierer (aka Europa League), die Tore, wenn denn mal welche geschossen werden (außer im DFB-Pokal) werden von den Innenverteidigern geschossen und die Einkäufe bleiben irgendwie doch sehr blass für das Geld was sie gekostet haben: Ein Gomez verschimmelt die meiste Zeit auf der Bank, ein Robben hat seine Nerven nicht im Griff, der vom Trainer geforderte Timoschtschuk bleibt bisher auch mehr als blass und schaut dazu dann auch immer so als würde ihn das selber nerven.

Ein Luca Toni Superstar hat sich fröhlich Allüren bei Oliver Kahn und Kevin Kuranyi abgeschaut. Ironischerweis stand letzterer ja am Wochenende gegen die Bayern auf dem Spielfeld und ist nicht zur Halbzeit aus dem Stadion gerauscht.

Und dann ist da noch der Held des Wochenende: Philipp Ich-werbe-für-die-Bildzeitung-weil-ich-die-toll-finde das-die-einzige-Zeitung-ist-die-ich-verstehe Lahm!

Yeah! Der kleine Mann traut sich den Mund aufzumachen. Und weil er so süß und knuddelig ist, wird sich sicher auch keiner trauen ihm eine zu hauen, wenn er Vereinsführung, Trainer und Mit(telfeld)spieler kritisiert. Auch so kann man es schaffen sich für den Transfermarkt zu empfehlen.

Oder wie hat es Uli Hoeneß so schön ausgedrückt:

Das wird er noch bereuen!

Zu viel mehr ließ sich die Bayernführung dann auch nicht hinreißen, außer noch den Ausführungen von Rumenigge, dass es zwei Regeln gäbe beim FC Bayern im Umgang mit den Medien:

  1. Interviews werden nur über den FC Bayern organisiert und authorisiert.
  2. Es wird nicht gegen Mannschaft, Trainer und Vereinsführung geschossen.

Da hat der kleine Philipp wohl was falsch verstanden (oder es stand nicht in der Bildzeitung, die er scheinbar öfter liest als seinen Arbeitsvertrag).

Und wenn wir schon beim „kleinen“ Philipp sind: Hat jemand im Stadion die Durchsage gehört

Der kleine Philipp möchte von seinen Eltern aus der Bayern-Kabine abgeholt werden. Der kleine Philipp!

Zumindest mussten Mami, Papi und Freundin ihn dann nach Hause fahren.

Ja, auch so kann man als Club-Fan Spaß mit dem FC Bayern haben.

9 Kommentare

  1. Klaus sagt:

    Servus,

    also ich bin ja auch nicht wirklich Bauern Fan, und ja, man wirft schon mal ein lachendes Auge auf das was da an der Isar so abgeht, aber dennoch muss ich ein wenig widersprechen… Lahm hat doch recht! Was die da oben in der Führung machen, da lacht sich doch die ganze Champions League schlapp, naja zumindest in Old Trafford, an der Stanford Bridge, im Camp Nou oder im Santiago-Bernabeu. Er hat ausgesprochen was alle anderen längst wissen, das zeugt davon weiter zu denken als man eine Blöd-Zeitung werfen kann.

    Und die Sache mit Timoschtschuk… der wurde schon gekauft als noch jemand anders Trainer war, der in München keinen Zentner Salz gefressen hat, van Gaal wollte ihn gar nicht und hätte ihn nach eigener Aussage auch nie geholt. Dumm halt nur dass seine Pfeifen Pranjic und Braafheid Stolperer vor dem Herrn sind und man Lucio und Ze Roberto ziehen ließ weil man auf sie verzichten kann… und Robben… Robben war nur in Chelsea richtig gut, bei den Bauern fehlen ihm die kongenialen Nebenleute… eindeutig!

  2. hazamel sagt:

    So Recht er damit auch haben mag, so Blöd-Zeitungs dämlich ist es, das ganze in der Presse bereitzutreten, zu „vergessen“ das seinem Brötchengeber vorzulegen und sich dann zu wundern, dass es auf die Mütze gibt.

    Wäre er kein Sportler, wäre das Grund für eine fristlose Kündigung!

  3. Klaus sagt:

    naja ich sage mal er hat seinen Stellenwert wohl richtig eingeschätzt… weil wenn die Bauern ihn jetzt auch noch sperren oder rauswerfen würden, dann wärs aber erst recht Asche mit Bratwurst-Ulis Traum von Platz 1 🙂

    oder aber er ärgert sich grad rot und blau, dass er eben nicht rausgeworfen wird und doch noch ins camp nou umziehen darf… er wird sich m.E. in jedem fall was dabei gedacht haben…

  4. Verena sagt:

    Der kleine Phillip hat, wie Felix Magath schon sagte, den Bayern sehr viel zu verdanken – bei einem anderen Verein hätte es niemals so schnell zu einem ähnlich guten Namen gereicht. Nun ist es aber so, dass in der Kabine der Bayern die Größenwahn-Viren fleißig umher schwirren … und nicht nur dort, auch in der National-11. Und deshalb wollte der kleine Phillip wohl auch mal so mutig sein wie der tolle (aber etwas benebelte) Michael oder der große, böse Thorsten. Und natürlich hat er mit seiner Kritik recht – zweifellos – doch ist er immernoch Angestellter des FC Bayern und sollte sich in der Öffentlichkeit entsprechend verhalten. Das heißt nicht, dass er dem Verein immer zustimmen muss. Es heißt aber, dass man die aufgestellten Regeln akzeptiert (oder geht) und nicht versucht sich über das pupertäre austesten der Grenzen in die Medien zu drängen – und damit den Druck auf die eigene Mannschaft noch zu erhöhen. Nö. Das ist irgendwie destruktiv. Aber damit ist er ja in guter Gesellschaft – Michael, Thorsten, Kevin, Franck und so viele andere Spieler haben es ja vorgemacht. Und wenn er in den nächsten Wochen vorerst die Klappe halten muss, kann Phillip die Zeit ja nutzen, um Mario die Tränen zu trocknen. Der Taschentuchvorrat der in der Kabine für Lukas angelegt wurde ,ist sicher noch da.

  5. Meyeah sagt:

    Pubertäres Austesten der Grenzen? Mediendrang? Ja nee, is‘ klar…
    „Der kleine Philipp“ hat sich über Jahre innerhalb der Mannschaft eine Stellung erarbeitet, in der er auch mal das Recht hat, zu sagen, was Sache ist.
    Man kann sich darüber streiten, inwiefern es günstig war, das Ganze über die Medien zu machen. In jedem Fall ist es damit wirksamer als innerhalb des Teams, wo es sicherlich im Sande verlaufen wäre.
    Und der Druck auf die eigene Mannschaft ist mit Sicherheit auch mal nötig. Was nützen ein Haufen guter Einzelspieler, wenn keiner in der Lage ist, im Team zu spielen?
    Was nützen Superstars, wenn keiner von denen die Verantwortung übernehmen will, ein Spiel mal nach vorne zu bringen?
    Übrigens finde ich dieses Verhalten wesentlich sympathischer als eines, das man gut und gerne als Mitläufertum bezeichnen könnte.
    Ich hoffe jedenfalls, dass das der erste Schritt war, die Mannschaftspolitik auf den richtigen Weg zu bringen.

    1. hazamel sagt:

      Ich zitier da jetzt einfach mal Uli Hoeneß:

      Lahm liegt zu 90 Prozent falsch, und jetzt sage ich Ihnen, wer dahintersteckt: Roman Grill, sein Berater, der ja auch mal hier gearbeitet hat, will seinen Mandanten positionieren – als Kapitän, als Führungsfigur. Heute Morgen frage ich Grill am Telefon: Wieso erklärst du in der Öffentlichkeit, dass Philipp Lahm schon zwei-, dreimal beim Vorstand war? Du weißt genau, dass das nicht so ist. Und er antwortet mir: Wie soll er sich sonst profilieren? Das war die Antwort. Ist das nicht beschämend?! Da habe ich gesagt: Jetzt weiß ich Bescheid, ich wünsche dir noch einen schönen Tag

      Nein, da hat jemand keinerlei Mediendrang… 😉 Boomerang-technisch wären wir damit wieder beim Wahrheitsgehalt der meisten Meldungen der von Lahm geschätzten Zeitung.

  6. Verena sagt:

    Kein Mitarbeiter hat das Recht, seinen Arbeitgeber mit Interna (und selbst wenn diese, wie im Fußball, größtenteils bekannt sind) bloß zu stellen. Tut er aus gewichtigen Gründen (zum Beispiel zum langfristigen Wohle des Vereins, was sicherlich Phillips Bestreben war) doch, sollte er gewährleisten, dass er seinem Unternehmen weder durch die Art des Auftritts noch durch den Zeitpunkt Schaden zufügen kann – denn sonst wäre ja die eherne Motivation dahin.

    Im Übrigen glaube ich nicht, dass der Teamgeist einer Mannschaft proportional zum Aktionismus des EINZELNEN zunimmt. Innerhalb eines Teams sollte man Kritik an Mitspielern (Phillip hat explizit diverse Mitspieler und Mannschaftsteile herb kritisiert) INTERN und nicht mit den Medien besprecheren – Letzeres kommt einer Demütigung gleich.

    Du hast Recht, man sollte nicht zum Mitläufer werden. Man sollte sich aber ebenso wenig zu blindem Aktionismus verleiten lassen.

    Es ist nicht relevant, ob er mit seiner Kritik im Recht war. Und ich glaube auch nicht, dass er auf diese Weise die Mannschaftspolitik langfristig verbessern wird. Ich gehe davon aus, dass es sowieso wieder etwas bergauf gehen wird – ein Team gab es bei den Bayern weder in der letzten noch in der aktuellen Saison. Und mit seiner Einzelaktion hat Phillip für mich gezeigt, dass auch er eher zu den Superstar-Diven zu zählen ist, als zu denen, die ein Team tragen können und sich dafür abrackern. Hätte er doch seine Kritik INTERN gebracht und mal richtig auf den Tisch gehauen – SUPER. Aber so?

    Und wenn man schon den Holzhammer auspackt, sollte man die Mannschaftskameraden wenigstens dann kritisieren, wenn man selbst in Topform ist. Wer die Spiele der Bayern, Doppelpass oder die Kickerwertungen verfolgt, weiß, dass das auch auf Phillip nicht zutrifft.

  7. hazamel sagt:

    Ergänzend zu Verena:
    Wie Lattek sagte: Er braucht sich nicht wundern wenn er eine gelangt bekommt im Training.
    Grad wenn man dem (teuren) Mittelfeld der Bayern sagt, dass sie unfähig sind. Und das nicht persönlich sondern über die SZ.

    Und von seiner Topform ist er auch immer weiter entfernt. „Auch Philipp Lahm macht Fehler“ ist bei der wöchentlichen Kritik der SZ schon ein Standardsatz geworden. Der Hühnerhaufen den die Bayern da in der CL bis jetzt präsentiert haben spricht da auch schon eine eindeutige Sprache.

  8. das ist Fußball, oder?

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