Nenne wir es „Winter“


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Alle Welt nennt es „Schneechaos“. Ich nenne es jetzt ganz harmlos einfach mal Winter. Und wenn ich das gestern alles richtig mitbekommen habe, dann stimmen mir die Meterologen einhellig zu. Nicht mehr und nicht weniger Winter als sonst auch.

Das eigentliche Chaos ist nicht der Schnee der von Himmel fällt, sondern die Menschen, die damit, warum auch immer, nicht umgehen können.

Da wäre zum einen der Hausmeisterdienst, der es schafft, die Tonne Antau-Salz, die für die ganze Woche wahrscheinlich hätte reichen sollen, innerhalb von etwas mehr als zwei Tagen auf dem Parkplatz zu verteilen. Mittwochs hätte es einen dann dafür fast auf die Schnauze gelegt physikalisch korrekt wegen zu geringer Reibung, unter Beihilfe der Schwerkraft, zum Erdmittelpunkt gezogen, aber egal… Kann ja keiner ahnen, dass der Winter länger dauert als zwei Tage.

Überhaupt scheint es auch dieses Jahr wieder so als wäre es dem Wetter wieder gelungen, den Mensch damit zu überraschen, dass es im Dezember schneit. Sachen gibt’s… Früher wäre das nicht passiert.

Und wie jedes Jahr plädiere ich auch in diesem dafür:

Verdammte Hacke! Wenn ihr nicht bei Schnee fahren könnt, dann lasst das Auto da stehen wo es steht und geht zu Fuß, fahrt mit den Öffentlichen oder sucht euch jemand der es kann und euch mitnimmt. Aber, um Gottes Willen, verstopft nicht die Straße und gefährdet andere Leute!

Beispiele? (Ja, Plural… Und ja, alle von heute Morgen auf 5,5km Weg zur Arbeit)

Da wäre zunächst die Mama mit ihrem Pampersbomber Minivan, deren Verständnis für Physik wahrscheinlich grad so weit reicht, dass sie weiß, dass ein Ei in der Küche wenn man es fallen lässt

a) Nach unten fällt und

b) kaputt geht, sobald es aufschlägt

Die Tatsache, dass ein Auto, dass eine Steigung hoch fährt beim Anfahren wahrscheinlich mehr Probleme hat bei Schnee als wenn sie ihren DrecksMinivan einfach bergab rollen lässt, übersteigt die Intelligenz dieser Iglu-Chauffeurin.

Zweites Beispiel fällt dann unter die Kategorie „Willkommen Landbevölkerung“ und „Hallo ich bin auch ein Kennzeichenrassist“ wie manch anderer. Dumme Idee kurz vor mir auf die Bundesstraße einzuscheren… Noch dümmere Idee dann das Gaspedal nicht zu finden, denn: Es liegt ja Schnee auf der Straße!

Scheinbar nicht genug Schnee, sonst hätte der Fahrer mit dem Würzburger-Kennzeichen und zwei Buchstaben und zwei Zahlen-Kombination den Weg aus seiner Randgemeinde nicht in meine Einflugschneise gefunden.

Ich glaube aber, dass er fast schon froh war, dass er dann jemanden vor sich hatte, der noch mehr Angst vor dem Schnee hatte als er!

3er BMW mit einer Schneehaube auf dem Dach, die darauf schließen lässt, dass er sich zumindest gestern an mein Credo gehalten hat und das Auto hat stehen lassen.

Was es heute aber leider nicht besser gemacht hat. Ungefähr folgendes dürfte sich im Kopf des Fahrers abgespielt haben

Juhu! Ich habe mir einen neuen 3er BMW gekauft! Ich mag den sportlich-dynamischen Heckantrieb!

Halt, Stopp! WIE? W-I-N-T-E-R??? Davon hat keiner was gesagt als ich das Auto gekauft habe! Wie kann denn bitte in Bayern Winter sein, mit Schnee und Eis? -jiiiieks-

Tut mir leid, aber da ist dann Ende der Dynamik… ich fahr jetzt nur noch 25… Auch auf der Bundesstraße!

Zwischenzeitlich war die Quote zwischen Blinkernutzung und Hupennutzung schon fast bedenklich.

Überhaupt habe ich heute mit Würzburg-Land (sonst auch oft, aber heute besonders) ein ziemliches Problem: Der nächste „Held“ ignorierte erst die Tatsache dass er mit seinem Papersbomber Minivan als Linksabbieger vor dem Rechtsabbieger KEINE Vorfahrt hat („Das hat das Navi aber nicht gesagt…“) um dann direkt nachdem er abgebogen ist, direkt mal ohne zu blinken oder andere Anzeichen stehen zu bleiben. Der Blinker lag mit einem Punkt vorne nach dem Abbiegevorgang… Die Hupe hat aber sofort ausgeglichen…

Der letzte Gruß, ein doppelter, ging dann an die Fraktion der Kleinstwagenfahrer. Ich weiß, die gab’s bei der Abwrackprämie sehr günstig und die sind ja auch sehr praktisch in der Stadt, weil sie so wenig Platz brauchen. Im Winter scheinen sie aber, wie schon der BMW auf 25-30 km/h gedrosselt zu sein. Auch auf gerader und ebener Strecke… Niederschlagssensor mal anders. Den C1 der sich den Heuchelhofberg hochgetastet hat, hätte ich am liebsten angeschoben.

Ich hoffe doch sehr, dass sich das heute im Laufe des Tages noch lichtet… ich glaub, sonst bekomm ich auf der Heimfahrt einen Koller 😉

6 Kommentare

  1. bienchen sagt:

    Äh ja, das kenne ich irgendwie. Ich frage ich immer: Warum muss man(n), wenn man auf der Nebenstraße steht, plötzlich und völlig unkontrolliert auf die Hauptstraße einbiegen – aber dabei so langsam sein, dass der hauptstraßenbefahrende Verkehrsteilnehmer nur noch wild lichthupend und bremsend/schlitternd versuchen kann, nicht in das Auto zu fahren? Ich verstehe das nicht. Wir haben 1 Million Jahre Evolution hinter uns – warum kann der Idiot das nicht abschätzen? Vor allem: Er sieht einen kommen, er schaut dir noch in die Augen – und fährt los. Wahrscheinlich ein Fall von: „Würde ich in freier Wildbahn leben, würde ich nicht mehr leben.“

  2. Madse sagt:

    Ich nutz schon aus Selbstschutz derzeit lieber Gehwege…

  3. Rööö sagt:

    Moment… was ist nochmal dein Herkunftskennzeichen? Wieviel Buchstaben waren das noch…?

    1. hazamel sagt:

      Drei Buchstaben, zwei Buchstaben und drei Ziffern 😉 Da war Sonntagfrüh um 8 aber auch schon die kleinste Nebenstraße geräumt. Im Würzburg Landkreis hatte da noch geschlossene Schneedecke.
      Die Katastrophen die mir morgens und nachmittags auf der Straße begegenen haben meistens WÜ- Zwei Buchstaben und zwei oder vier Ziffern 😉

  4. Jule sagt:

    Ich frag mich auch jeden Tag aufs Neue, was ich getan hab, um zu verdienen, dass ständig nur sommerführerscheinbesitzende Honks vor mir unterwegs sind, die vergessen haben, das rechte Pedal zu benutzen – und das bei vernünftig geräumten bzw. schon abgetauten Hauptstraßen!

  5. moggadodde sagt:

    Gestern Schritttempo auf der Steige (bergab), heute extra um 6.05 Uhr (!!!) losgefahren und gebetet, dass ich nicht so einen Vollpfosten, der dauernd mit einem Fuß auf der Bremse steht, vor mir habe. Geräumt war nirgends, auch nicht in der Stadt.
    Wenn nur alle das noch vorhandene Resthirn aktivieren und mit Vorausschau und Gefühl für das unter dem Hintern befindliche Fahrzeug unterwegs wären! Wintersonnwende. Das Wort gibt Hoffnung. Es kann nur besser werden.
    *Verschwörungsmoduson* Btw: Heute kam mir der Gedanke, dass die mit ihrer Winterreifenpflicht gar nicht so verkehrt lagen. Ob da wohl irgendein Petrus-Leak im Spiel war? *Verschwörungsmodusoff*

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