Memo an mich: Konversationsutensilien

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Für gewissen Konversationen brauche ich folgende Utensilien:

  • Beißholz: Auf die Zunge beißen kann auf Dauer nicht gesund sein
  • Sockenpuppen: Um auch einfacher gestrickten Menschen komplexe Sachverhalte erklären zu können
  • Großes Schild „Achtung! Sarkasmus voraus“
  • Großes Schild „Achtung! Ironie folgt“
  • Einen Wald in der Tasche: Um diesen im Notfall rauszuholen und zu schreien

Vielleicht ist es ja arrogant, aber ich beneide Menschen, die in ihrer eigenen kleinen, heilen Welt leben ohne nach rechts und links zu blicken oder über den Tellerrand, der direkt vor ihnen liegt. Es muss ein herrliches Gefühl sein, warum auch immer, nichts im Leben zu hinterfragen oder auf die Idee zu kommen dass es vielleicht noch mehr gibt als das offensichtliche.

Ist es der Fluch der Intelligenz automatisch hinter die Fassade sehen zu wollen, Dinge von sich aus kritisch zu hinterfragen, sich für mehr zu interessieren als den eigenen kleinen Kosmos vor der Haustüre, zwei Schritte vorauszudenken und der Welt immer eine gesundes Maß an Skepsis entgegenzubringen?

Ist es genauso arrogant, schockiert zu sein, wenn man dann bei offensichtlichen Dingen, die eigentlich jeden etwas angehen auf Desinteresse bis naive Leichtgläubigkeit stößt?

Ist es arrogant und überheblich, wenn man seine eigenen Leistungen und Leistungsbereitschaft als Massstab für andere ansetzt?

Wie schon anfangs gesagt, manchmal ist es einfach nur enervierend in seinem Denkmuster gefangen zu sein. Aber ob ich wirklich blauäugig die Welt betrachten wollen würde weiß ich nicht. Dann doch lieber den einen oder anderen kritischen Gedanken. Auch wenn der Schock dann manchmal umso größer ist.

Ein Kommentar

  1. Verena sagt:

    Nein, das würdest Du NICHT wollen. Als Schwester im Geiste wäre es meine erste Pflich, Dich – zu Deinem und meinem Wohl – solange mit dem Kopf gegen die Wand zu hämmern, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist. Wobei ich, zugegeben, auch schon häufiger diese Gedankenspiele durchgespielt habe. Ich würde manchmal auch gern mit dem Strom schwimmen (und wenns nur „vor ihm davon schwimmen“ wär) anstatt konsequent-rebellisch dagegen zu rudern. Aber auch wenns manchmal schwer ist … ich glaub es ist gut, wies ist. Und anders möchten wir Dich auch gar nicht haben. PS. Im letzten Jahrzehnt habe ich weder Arroganz noch Überheblichkeit bei Dir bemerkt.

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