Kleine Weltbildschwankungen

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Ja, ich weiß, ich scheine gestern einige Menschen schockiert zu haben, indem ich via Twitter angedeutet habe, dass ich eine soziale Ader habe. Auf meine „alten“ Tage werde ich wohl noch nett…

Eigentlich weiß ich selber nicht, warum ich mir manche Leute noch antue. Vorzugsweise sind es dann immer diejenigen die immer wieder betonen wie dicke man doch befreundet sei, wie wichtig man in deren Leben doch sei und wie froh sie doch seien, dass sie einen hätten.

Pustekuchen!

Mancher der Spezialisten bekommt es nicht mal auf die Reihe sich von sich aus zu melden oder wochenlang mal eine Ton von sich zu geben. Danke, nein, ich erwarte von, sozusagen selbsternannten, guten Freunden keinerlei Lebenszeichen. Lebenszeichen werden wahrscheinlich komplett überbewertet.

Wenn selbige Personen dann doch mal online sind, haben sie es dann auch nicht nötig wenigstens Hallo zu sagen. Neeeeeeeein…

Manchmal schlägt dann bei mir aber die soziale Ader durch und ich frag auch noch nach. Ich sollte es dabei eigentlich besser wissen und kann meist schon zuvor den Inhalt der Konversation zusammenfassen:

  • Alle sind gegen mich
  • Keiner kümmert sich um mich
  • Die Welt geht grad unter
  • Die Welt ist nur böse zu mir

…oder eben ähnliches Geheule, was sich dann bei näherer Betrachtung meist als eigenes Verschulden herausstellt oder auf eine arg egozentrische Sichtweise zurückzuführen ist. Auch hier gilt, wie so oft, die Erde dreht sich erstmal um die Sonne und nicht um Personen dieser Art. Sollte diese Art Naturgesetz irgendwann aufgehoben werden, möge man mir bitte Bescheid sagen. Ich gedenke dann auf den nächstbesten Planeten auszuwandern, der sich dann doch wieder um Sonne dreht.

Ähnlich gehaltvoll finde ich „Freundschaften“ die eigentlich nur noch aus nostaligschen Gründen existieren, inhaltlich aber ungefähr so belebend sind wie abgestandenes Blumenwasser für die Füsse.

Zwangsweise wird hier meines erachtens oftmals ein Patient am Leben erhalten der schon lange klinisch tot ist. Oder man zum führen einer deratigen Freundschaft selber schon klinisch tot sein muss. Auch hier schlägt wieder das Argument zu „Wir sind befreundet, weil… wir uns schon so lange kennen“. Inhaltliche Überschneidungen finden fast oder besser gar nicht statt. Gegenseitig weiß man fast nichts voneinander und muss sich dann auch noch tadelnde Worte gefallen lassen wenn man betreffende Person mal nicht anschreibt. Die Tatsache dass man von der Gegenseite auch oft mal gern im Regen stehen gelassen wird ist da schon fast Nebensache… Hauptsache mal aufgeregt.

Im Grunde könnte ich auf solche Kontakte sicher verzichten…

…aber irgendwo habe ich sie wohl doch, die soziale Ader

Ich bin übrigens mal gespannt wie viele Leute sich jetzt auf einmal angesprochen fühlen 😉

2 Kommentare

  1. Verena sagt:

    Vielleicht könntest Du noch Deine Wortwahl anpassen. Wenn der Tod über klinisch tote Freundschaften klagt, ist das irgendwie merkwürdig 😉 … Ansonsten: Einfach soooo oft mit der Schaufel eins überziehen, bis sie es gerafft haben.

  2. psst, ich muss dir mal was sagen:
    Lebenszeichen werden komplett überbewertet.

    🙂

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