Hamburg tanzt (Google auf der Nase rum)

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Lesezeit ~ 1 Minuten

Mit diesem Blogeintrag über „Hamburg tanzt“ hat sich Nina scheinbar einen mächtigen Feind geschaffen (Bitte stellen Sie sich jetzt Bösewichtmusik und eine Kamerafahrt von unten mit einem langen Schatten eines lachenden Bösewichts vor).

Ninas dem Veranstalter wenig schmeichelnder Eintrag war dem Veranstalter scheinbar ein Dorn im Auge. So, oder so ähnlich, könnte man zumindest erklären, dass Ninas Eintrag nicht mehr von Google gelistet wird. Zumindest nicht der Eintrag direkt sondern nur noch auf die Tags verwiesen wird.

Was mich das ganze angeht? Naja, nicht wirklich viel… Da war ich nicht. Aber wenn es nach dem Willen von einer Bekannten aus Hamburg gegangen wäre, dann hätte ich da mit ihr hingesollte („Da verpasst du die größte Party Norddeutschlands!“). Alle Aussagen, die ich von ihr gestern dazu rausbekommen habe, war auch nur, dass sie schon ziemlich breit war, als sie dort aufgeschlagen sind. Wahrscheinlich hat sie den Rest dann gar nicht mehr richtig mitbekommen. Was mich anging, war ich erstens unlustig nach Hamburg zu gondeln (was angesichts des letzten Wochenendes eine gute Entscheidung war 😉 ) und zweitens sagte mir das Line-Up auch nichts. Also nicht mal „nichts“ im Sinne „Hab ich schonmal gehört den Name aber sagt mir nichts“ sondern gar nichts!

Was mich an der ganzen Veranstaltung dann immer verwundert ist, dass, wie schon in Ninas Kommentaren erwähnt „Dresden tanzt“ und wie ich von meinen Kontakten in Chemnitz weiß, „Chemnitz tanzt“ immer ganz nette Veranstaltungen sind. Das einzige was ich mir vorstellen kann ist, dass „Deutschland tanzt“ eine Art Franchise ist wie es auch Honky Tonk in verschiedenen Städten ist. Oder eben die große Ausnahme, dass der Veranstalter dieses Mal vollkommen ins Klo gegriffen hat und sich bei den lokalen Partnern total verspekuliert hat.

Angesichts der Kommentare und der Schilderung von Nina erscheint folgender Satz bei den Kontakten von Deutschland tanzt schon fast wie Ironie:

Auf allen DEUTSCHLAND TANZT! Veranstaltungen gilt:
das Jugendschutzgesetz
Einlass ab 18 Jahre!

So, oder so ähnlich eben.

Dass ein renomiertes Revolverblatt wie die Bild dann nicht gleich drauf einschlägt sondern recht wohlwollend über das Ereignis äußert und nur am Ende von einem „bitteren Beigeschmack“ redet, lässt sich ganz einfach erklären: Bild ist Sponsor.

In dem Zusammenhang kommt dann auch Tante Google wieder mit den mächtigen Feinden in Spiel. Firmen wie McDonalds, CocaCola, Jägermeister, Bacardi, Smirnoff und Hasseröder lassen sich eben nur ungern von einer kleinen Bloggerin ans Bein pissen.

Da kommt man doch glatt in Versuchung an die Kontaktadresse von „Deutschland tanzt“ eine E-Mail zu schreiben, ob sie versuchen negative PR aus der ersten Reihe zu unterdrücken.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich das ganze eher viral über die Blogosphäre verbreitet 😉

12 Kommentare

  1. MrBrook sagt:

    Es könnte auch sein, dass es am Suchalgorithmus von Google liegt. Wenn ich das richtig überblicke, gab es vorher in dem Blog relativ wenige Kommentare, er hat wegen dem Artikel schlagartig an Popularität gewonnen. Das könnte ggf. erkannt worden und daraufhin automatisch eine „Anti-Spam-Maßnahme“ eingeleitet worden sein. Ich kenne mich zwar mit der Materie ehrlich gesagt nicht gut aus, aber aus meiner (Laien-) Sicht würde ich sagen, das liegt zumindest im Bereich des möglichen.

  2. Hazamel sagt:

    Selbst dann ist es seltsam, dass es eine einheitliche Verschwiegenheit der Medien zu den katastrophalen Einlass-Zuständen, fehlenden Alters- und Kartenkontrollen gibt und die (Schwer-)Verletzten nur unter „Ferner liefen“ erwähnt werden.

  3. Madse sagt:

    Der Blog ist grad nicht erreichbar… find ich aufgrund der Entwicklungen schon bedenktlich, ohne jetzt unbedingt den Teufel an die Wand malen zu wollen. Koennte auch an mir liegen.

  4. Meyeah sagt:

    Bei mir auch nicht, Madse. Vor zwei Stunden hab ich mir noch die Kommentare durchgelesen, wollte eben weitermachen und dann kackt mich so eine Fehlermeldung an.

  5. geht aber wieder.
    das sind so die typischen Veranstaltungen wo ich einen Riesen-Bogen drum mache.
    da bin ich zu alt für, glaub ich…
    🙂

  6. hazamel sagt:

    @noch ein Markus: Großartig sind auf jeden Fall die Kommentare der Verantwortlichen bei Hamburg 1:

    Center-Manager: Alles ruhig und friedlich. Voller Erfolg
    Polizei: Katastrophe die nicht hätte sein müssen

    Veranstalter: – Wer konnte denn ahnen, dass alle 20 000 auf einmal kommen!?
    – Größer ist eben nicht immer besser

  7. „Center-Manager: Alles ruhig und friedlich. Voller Erfolg
    Polizei: Katastrophe die nicht hätte sein müssen“

    😀

  8. katja sagt:

    So, jetzt hier mal ein wohlmeinender (mit dem inzwischen gewonnenen Abstand geht das:) „Insider-Beitrag“:

    Ich bin ja auch manchmal zu später Stunde ein echter Freund von mächtigen Verschwörungstheorien. Aber ich kann beeiden, dass der Veranstalter weder die Macht noch die Zeit noch das Interesse hatte, Google dahin zu bewegen, den Blog zu sperren. Wir hatten nämlich ganz andere Sorgen. Wenn ich mich recht entsinne, war zwischenzeitlich einfach der Server überlastet und Nina hat ihren Blog letztlich selber geschlossen…

    In der Tat war Hamburg die einzige unrühmliche Ausnahme in der kompletten DEUTSCHLAND TANZT!-Tour bis heute (Dresden, Chemnitz, Leipzig, Magdeburg, Mitteldeutschland, Nürnberg, Ingolstadt, Hannover, Rhein-Neckar, Köln… zufriedene Gäste und Veranstalter, im Netz nachzulesen). Wir sind seit 14 Jahren am veranstalten und es ist mit der Zeit einfach gewachsen, bis es DEUTSCHLAND TANZT!-Ausmaße hatte.

    Überall hat es gut funktioniert und erkannte Fehler oder Engpässe wurden zur jeweils nächsten VA ausgeräumt. So wird man immer besser. Als wir Hamburg planten, waren wir verdammt guter Dinge und haben uns echt darauf gefreut! Womit keiner gerechnet hat, war erstens wirklich, dass im eiskalten März partyuntypisch ALLE um neun vor der Tür standen (teilweise im Hemdchen ohne Jacke) – aber das wäre noch nicht schlimm gewesen. Schlimm war, dass einfach mal 1/3 der beauftragten Security statt 20:00 – 23:30 anrückte. Damit war der Einlasssituation natürlich nicht in der Art Herr zu werden, wie wir es gewohnt sind.

    Leider gab es auch einige Kommunikationslücken mit dem Center und dann waren da noch diese Asozialen, die eine Stativbox abmontieren und über das Rolltreppengeländer werfen mussten…

    Jeder hat trotz Schock getan, was er konnte – die Party war nunmal im Gange. Glücklicherweise waren die Sanitäter zuverlässig und innerhalb einer Minute bei der verletzten Frau und ihrem Sohn (die zum Glück noch in der selben Nacht wieder nach Hause konnten, nachdem ihre Platzwunden versorgt waren). Sowohl wir als auch das Centermanagement haben vor Ort mit den Angehörigen gesprochen und sind noch in Kontakt.

    Unfair ist, dass so viele sich in diversen Chats, Blogs, Foren über den Hergang geäußert haben, aber bei uns noch immer kein Hinweis zu den Tätern eingegangen ist…. An unserer Technikfirma lag es jedenfalls nicht, alle Aufbauten wurden vor VA-Beginn von externen Begutachtern abgenommen und nach dem bösen Vorfall noch einmal – alles ok…

    Zur „milden“ Berichterstattung kann ich noch sagen, dass sie gar nicht so milde war. Die taz z.B. schrieb, dass sie endlich in der Lage sei, dem in der Historie mannigfaltig erdachten Weltuntergangsszenario nun endlich ein Gesicht geben zu können mit HAMBURG TANZT! – die Rede war von einigen Toten, Massenvergewaltigungen etc. (oder sind die Vergewaltigungen doch einem anderen Hirn entsprungen.. ich hab’s verdrängt) – der Redakteur, der mich zum Tathergang am Folgetag 13:00 angerufen hat, war jedenfalls sehr ungehalten, als ich seine Massentötungsgeschichte nicht bestätigen konnte.. Und die BILD ist kein Sponsor, sondern Kooperationspartner…

    Der Inhalt und die Form der Beschwerdemails, die drei Tage lang zwei Leute ohne Unterbrechung bearbeitet haben, hat leider den Eindruck hinterlassen, dass der Großteil der Hamburger (die da schrieben) „anders“ sind…

    …eigentlich hätte das AEZ spätestens Mitternacht wie leer gefegt sein müssen – war es aber nicht. 15.000 haben durchgefeiert….

    Was die Polizei angeht, so haben wir im Nachhinein mehrfach versichert bekommen, dass in HH üblicherweise viele Parties mit weit weniger Gästen vorzeitig abgebrochen werden (bei uns ging es bis geplant 5:00) – und die Polizei selber hat sich auch nicht beschwert, sondern die von unserer Security am Einlass rausgezogenen Störenfriede bereitwillig abgeholt.

    Die Beschilderung haben wir aber wirklich sofort verbessert – so dass jetzt auch die zweite vorhandene, viel größere Garderobe gefunden werden kann, ebenso wie alle Toiletten;o) Und wir bestehen seither fast immer unerbittlich auf P18, obwohl die 16/17-Jährigen überall anders nicht nur mit autorisierter Begleitperson, sondern auch angemessen gekleidet erscheinen – und das tut uns manchmal leid, sie wegen HH ausschließen zu müssen…

    Ich kann nur sagen: Schade. DAS haben wir alle nicht gebraucht und inzwischen habe ich auch keine Lust mehr, mich deswegen mies zu fühlen bei einer Arbeit, die tausenden von Leuten jeden Monat echte Freude bringt. Man muss schon ein bisschen wahnsinnig sein – aber mir macht es Spaß! ;o)

    1. hazamel sagt:

      Kann ich gut verstehen und danke für den Bericht. Kenne die Veranstaltungsserie eben auch nur anders 🙂

  9. katja sagt:

    @hazamel:
    danke und gern geschehen – war mir ein Anliegen!
    Komm‘ doch morgen nach Bremen in die Waterfront – das wird hoffentlich auch wieder ein guter(!) Tag – ich lad‘ Dich ein;o)

    1. hazamel sagt:

      Huuu! Danke für die Einladung! 😉 Aber Bremen ist dann doch ein bisschen weit für einen spontanen Partytrip 😀

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